Aufträge & Musikerjobs: Wie wird man gefunden?

Um an öffentliche Auftritte zu kommen und Konzerte spielen zu können, sucht man sich Lokale und Veranstalter, bei denen man spielen möchte und stellt sich vor. – Aber was ist, wenn die Zielgruppe eher private (unbekannte) Leute sind und du Auftritte bei geschlossenen Veranstaltungen machen möchtest? Was, wenn kein Interessent bekannt ist oder du musikalische & kreative Leistungen anbietest, die nicht von einer Agentur vermittelt werden? – Dann ist es, wie beim Angeln auch. Man wirft seine „Köder“ aus, füttert an und wartet geduldig, bis einer anbeißt. Zum Angeln begeben wir uns ans Wasser. Aber wo trifft man auf die potenziellen Kunden und Auftraggeber?

Wie wird man gefunden

Wer ist meine Zielgruppe?

Als Erstes überlege ich, wer mich engagieren könnte. Da wir ja in diesem Fall nicht direkt bei Lokalen oder Veranstaltern anklopfen, sind die Kunden oft Privatkunden. Das kann ein Liebespaar sein, was bald heiraten möchte und noch musikalische Begleitung zur Trauung sucht. Das kann Jemand sein, der selber Musiker ist und für sein Projekt einen Musiker oder Sänger sucht, beispielsweise für Studioaufnahmen oder anderweitige Kooperationen. Oder vielleicht bietest Du auch Songwriting als Auftragsleistung oder Aufnahmen in Deinem Studio an, oder Musikunterricht, Coaching etc. Wie man noch als Musiker Geld verdienen kann, hatte ich ja schon mal aufgelistet.

Wo sucht meine Zielgruppe nach mir?

Nachdem ich mich gefragt habe, wer denn zu meinen Kunden zählen könnte, überlege ich, wo diese Personen nach meiner Leistung bzw. meiner Musik suchen würden (- sofern sie mich nicht schon kennen). Da sind also Personen, die aus der Musik- und Veranstaltungsbranche kommen und eher auf Musikerportalen suchen würden, aber auch Menschen, die möglicherweise das erste Mal nach einem Musiker suchen, privat nichts mit Musik zu tun haben oder, die sogar „zufällig“ und beiläufig über mein Angebot stolpern sollen.

Plattformen für Musiker

Beginnen wir mit den Personen, die gezielt auf Musikerportalen suchen würden. Hier habe ich mal einige Beispiele an Plattformen aufgelistet, die direkt für Musiker gedacht sind. Dort kann man sich ein Profil anlegen, damit man gefunden wird. Es gibt außerdem Auftrittsangebote, auf die man sich bewerben kann. Man kann auch selber ausschreiben. Und bei vielen ist auch eine Art Marktplatz zur Musikersuche vorhanden. Die folgenden Infos sind ohne Gewähr.

gigmit: Man kann sich kostenfrei ein Profil anlegen, gefunden und zur Bewerbung eingeladen werden. Private und öffentliche Auftritte möglich. Viele Gigs sind direkt mit Gage ausgeschrieben. Um sich auf bestimmte Gigs bewerben zu können, muss man einen kostenpflichtigen Account haben, aber nicht bei allen Angeboten.

StagePool: Ist eine Art Jobbörse für Musik- & Entertainmentbranche. Du kannst kostenlos Anzeigen als Auftraggeber aufgeben. Um sich auf bezahlte Jobs bewerben zu können, musst Du einen Premiumaccount (kostenpflichtig) haben. Man kann sich dennoch auf vereinzelte Ausschreibungen gratis bewerben.

Backstage Pro: Man kann sich ein Profil erstellen und auf ausgeschriebene öffentliche Auftritte bewerben oder selber welche ausschreiben. Man kann sich Angebote per E-Mail schicken lassen. Ist ziemlich unkompliziert und super für Gigsuche, Musikersuche oder Anzeigen im Musikbusiness.

SofaConcerts: Man kann ein Profil erstellen, sich finden lassen oder selber auf Wohnzimmerkonzerte bewerben. Die Plattform führt Musiker und Liebhaber von intimen Konzerten in privaten Wohnzimmern zusammen. Gastgeber können ihre 4 Wände dort für diese Kleinkonzerte anbieten, Musiker sich vorstellen und Konzerte und Termine direkt geplant werden.

Sofar Sounds: Intime Konzerte an besonderen Orten. Man kann sich als Künstler online bewerben, und wenn man geeignet ist, wird man vom regionalen Team ausgewählt und für ein geheimes Konzert eingeladen.

eventpeppers: Für Künstler zwar kostenpflichtig, aber ich habe es mal getestet und hatte dort sehr viele Anfragen. Ist gut geeignet für Auftritte bei Hochzeiten, Trauungen, Geburtstagen – also private Veranstaltungen – aber auch für Firmenfeiern und öffentliche Events.

Musikladen um die Ecke: Musikfachhändler haben oft auch ein schwarzes Brett für Angebote und Gesuche, auf dem man sich umsehen kann.

Wege der „Nicht-Musiker“

Nicht jeder potenzielle Auftraggeber oder Veranstalter sucht auf Musikerportalen. Also kommen wir zu den privaten Personen, die eher nichts mit Musik am Hut haben oder bisher nicht auf die Idee gekommen sind, auf den oben genannten Plattformen zu suchen. Wie bei allen anderen Dingen, die sie kaufen oder verkaufen wollen, würden sie womöglich einen kleinen Ausflug auf folgende Plattformen unternehmen und dort die Anzeigen durchforsten. Nach meiner Erfahrung sind die Chancen für Aufträge und private Auftritte fast höher, als bei den Musikerportalen. Vermutlich, weil noch nicht viele Musiker auf die Idee gekommen sind, ihre Dienste als Musiker dort anzubieten. Das könnte sich mit diesem Artikel eventuell ändern. Hier also einige Beispiele. (Alle Angaben ohne Gewähr.)

Kleinanzeigen

Kostenlos Anzeigen aufgeben und Angebote finden, ist beispielsweise möglich bei:

Tageszeitungen: Auch bei Tageszeitungen oder in Zeitschriften und Magazinen gibt es Anzeigen, in denen man suchen kann oder selber annoncieren kann. Einige bieten neben Print- auch Onlineanzeigen an.

Broschüren: Du kannst auch beispielsweise bei Herausgebern von Hochzeitsbroschüren anfragen, ob sie dich als HochzeitssängerIn mit einer Anzeige in das Heft aufnehmen. Auch auf Flyern von Bestattern (wenn du auf Beerdigungen singen willst), Agenturen oder anderen möglichen regionalen Partnern kannst du dich ebenso drucken lassen, wenn du einen guten Draht zum Herausgeber hast oder er interessiert ist.

Facebook-Gruppen: Obwohl auf Facebook langsam nicht mehr ganz so viel geht, wird man in speziellen Gruppen doch noch fündig. Bist du als HochzeitssängerIn unterwegs, dann such dir sog. „Hochzeitsgruppen“. Bist du als Studiomusiker aktiv, dann geh in Gruppen für Produzenten und Komponisten. Und natürlich gibt es etliche Musikergruppen, in denen man auch mal die „Nadel im Heuhaufen“ findet.

Auf Empfehlung: Vielleicht hat auch ein Bekannter über drei Ecken erfahren, was du machst und es seinen Freunden erzählt. Daher ist es immer gut, in Gesprächen zu erwähnen, was man so tut und gegebenenfalls auch eine Visitenkarte oder einen Flyer dabei zu haben. Vieles spricht sich eben auch noch herum.

Fazit:

Es gibt also einige Möglichkeiten, um sich zu positionieren, seine Auftraggeber zu suchen und gefunden zu werden. Bei allen möglichen Plattformen und Annoncen sollte die eigene Homepage als Basis bereitstehen. Denn ist jemand über eine Anzeige oder eine Seite auf dich und dein Angebot gestoßen, möchte er vielleicht erst einmal mehr über dich und deine Musik & Leistungen erfahren, bevor er dich bucht. Eine Infopage auf deiner Webseite mit Hörproben und konkreten Details kann da zusätzlich über den Erfolg entscheiden. Außerdem listen auch Suchmaschinen wie Google passende Seite, wie möglicherweise deine Webseite, auf. Das Thema SEO ist dabei auch wichtig! Wie kommst Du zu Deinen Aufträgen oder zu privaten Auftritten, wenn Du nicht gerade viel für Werbung ausgibst, um auf Dich aufmerksam zu machen? Ich freue mich, dass Du auf musifiziert.de vorbei geschaut hast. Bis bald.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.