Facebook und das Ding mit der Reichweite – Teil 1

Wenn Du als Musiker oder mit Deiner Band auch eine Seite auf Facebook betreibst, dann hast Du vielleicht schon beobachtet, dass Beiträge nicht gleich gut ankommen. Deshalb möchte ich jetzt mal ein wenig der Sache mit der Reichweite auf den Grund gehen. Ich habe schon diverse Facebook-Seiten angelegt und verwaltet. Dabei konnte ich eine ganze Menge beobachten und ausprobieren. Und vielleicht hab ich ja auch ein paar Tricks für Dich, die Du selber noch nicht kanntest oder probiert hast. Doch fangen wir mal von vorne an.

Facebook Reichweite

Schritt 1: Facebook-Seite anlegen und Likes sammeln

So eine Seite auf Facebook zu erstellen, ist kein Problem. Es macht sogar Spaß, alles auszufüllen und einzurichten. Dabei sollte man nicht auf professionelle Bilder verzichten, denn Du weißt ja, der erste Eindruck zählt. Auch im Internet entscheiden wenige Sekunden darüber, ob wir etwas gut finden oder nicht. Wähle Deine Bilder (oder Grafiken) also mit Bedacht aus. Auch eine interessante Beschreibung und Infos zu Deinem Projekt dürfen nicht fehlen, wenn Du einen kompetenten Eindruck machen willst.

Eine Facebook-Seite sollte gepflegt und regelmäßig aktualisiert werden. Zugegeben, das macht auch etwas Arbeit, weil Kreativität und Kontinuität gefragt sind. Doch ich würde auch behaupten, dass eine Facebook-Seite für ein Musikprojekt heutzutage unbedingt dazugehört, wenn man online wahrgenommen werden will. Seiten, auf denen wochen- oder monatelang nichts passiert, sind nicht unbedingt interessant für Fans. Dazu aber später mehr.

Freunde einladen

Wenn die Seite steht, kommt erst mal der spannende Moment, wo Du die ersten Leute auf Deine neue Seite führst. Dazu kannst Du bei Facebook zum einen Personen aus Deiner persönlichen Freundesliste direkt einladen, damit sie (D)eine Seite liken. (Anleitung: LINK)

Allerdings gibt es auch noch die Möglichkeit, Leute einzuladen, mit denen Du nicht befreundet bist. Das funktioniert jedoch nur, wenn sie bereits einen von Deiner Seite geposteten Beitrag mit „Gefällt mir“ markiert haben. Ruf Dir dazu also Deine geposteten Beiträge jeweils auf und lass Dir alle Personen anzeigen, die den Beitrag mit „gefällt mir“ markiert haben. In der Listenansicht der Likes findest Du nun auch die Möglichkeit, die Personen einzuladen, die Deine Seite noch nicht geliked haben. Es lohnt sich also, regelmäßig gute Beiträge und Bilder zu posten. Ich denke, es ist leider nur eine Frage der Zeit, bis Facebook auch diese Funktion entfernt.

Bilder auf der Facebook-Seite

Bilder und (kurze) Videos bringen auf Facebook die meiste Aufmerksamkeit. Bilder von Dir und Deiner Band sollten dabei repräsentativ und authentisch sein. Und klar darf es auch ein Foto des letzten Auftritts sein. Derjenige, der das Bild von Dir gemacht hat, also der Urheber, sollte dabei am Besten in der Beschreibung des Fotos genannt und verlinkt werden. Wenn er nämlich sogar verlinkt ist, bringt das wieder etwas zusätzliche Reichweite. Aber dazu gleich mehr.

Er muss als Urheber natürlich mit der Veröffentlichung des Bildes im Internet und auf Facebook einverstanden sein. Falls Du Bilder extra machen lässt, kläre am Besten schon vorher auch die Nutzungsrechte. Poste keine Bilder, auf denen Personen zu sehen sind, die nicht mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Bei Bildern zu öffentlichen Veranstaltungen gibt es dazu Ausnahmen. (LINK) Informiere Dich am Besten vorher darüber.

Wann ein Bild gut aussieht, ist zwar Geschmackssache, doch ein fettes Logo oder Wasserzeichen vom Fotografen auf Deinem Künstlerporträt sowie ein unscharfes, verrauschtes oder verwackeltes Bild, vielleicht noch mit leicht schiefem Horizont ist nicht unbedingt ein gutes Aushängeschild. Aber auch hier kommt es immer drauf an, was Deine Absichten sind und was gewollt ist. Wie Du zu neuen Bildern kommst, verrate ich in diesem Artikel.

Ich poste etwas, aber niemand sieht es…

Vielleicht hast Du schon beobachtet, dass Du zum Teil keine oder verhältnismäßig nur sehr wenig Reaktionen in Form von Likes, Kommentaren oder geteilten Beiträgen bekommst. Dann liegt das in den meisten Fällen nicht unbedingt an Deinem Post (Ausnahmen bestätigen die Regel), sondern daran, dass Deine Reichweite von Facebook eingeschränkt ist. Das hat nichts mit Deinem persönlichen Verhalten oder mit Deinem Konto zu tun. Facebook möchte generell einfach, dass man für Reichweite bezahlt.

Wieso ist die Reichweite eingeschränkt?

Sicher hast Du diese „Beitrag bewerben“-Schaltfläche unter Deinen geposteten Beiträgen schon mal gesehen. Und bestimmt hattest Du in Deinem Newsfeed beim Durchscrollen auch schon mal einen „gesponserten“ Beitrag einer Seite, die Du selber gar nicht verfolgst. Genau das ist auch das, womit Facebook Geld verdient. Wenn Du als Unternehmen, Künstler oder nennen wir es einfach „öffentliche Seite“ Beiträge postest, dann ist es leider so, dass Facebook diese Beiträge nicht mehr allen Nutzern im Newsfeed anzeigt. Selbst wenn sie Deiner Seite bereits folgen. Das heißt, nicht jeder, der Fan Deiner Seite ist, sieht auch all Deine neuen Postings. Geht er natürlich direkt auf Deine Seite und will sowieso wissen, was bei Dir los ist, dann sieht er dort auch die Beiträge. Doch wenn man mehreren Seiten folgt, dann geht man ja normalerweise nicht auf jede Seite einzeln, um zu erfahren, was es Neues gibt, sondern verlässt sich auf die Beiträge, die im Newsfeed angezeigt werden. Es ist also von Facebook gewollt, dass nicht alle Beiträge gesehen werden, damit die Seitenbetreiber dafür Geld bezahlen.

Werbung schalten: Mehr Likes für eigene Posts?

Um mehr Personen für Deine Seite zu erreichen, kannst Du nun für Deine Beiträge oder Deine Seite auch Werbung auf Facebook schalten. Du hast also die Option, Geld zu bezahlen, um eine entsprechende Reichweite zu erzielen. Falls Du das probierst, solltest Du jedoch immer den Werbeanzeigenmanager in Facebook nutzen, wo Du auch detaillierte Angaben zu Deiner Zielgruppe (wie Interessen, Alter, Region, Geschlecht, Beziehungsstatus etc.) machen kannst. Diese Option hast Du mit den „Beitrag hervorheben“-Buttons direkt an Deinem Post nicht. Was dabei jeder für seine Seite ausgeben will und wie hoch dadurch die Reichweite ist, das muss jeder für sich entscheiden bzw. hängt auch von verschiedenen Faktoren ab. Ob die Methode der bezahlten Werbung auf Facebook für unbekannte Musiker sinnvoll ist, ist allerdings umstritten. Ist der Beitrag ohnehin gut, wird auch die Werbeanzeige erfolgreicher sein. Diese Aktion sollte auf jeden Fall durchdacht sein. Ich habe damit gute sowie schlechte Erfahrungen gesammelt.

Werbung in passenden Gruppen

Wenn man auf eine Seite oder auf bestimmte Beiträge aufmerksam machen will, dann ist es hilfreich, wenn man dazu in geeignete Facebook-Gruppen postet. Wenn Du als Musiker Gleichgesinnte suchst, Neues aus der Musikerwelt erfahren möchtest oder auf der Suche nach bestimmten Dienstleistungen oder Instrumenten bist, dann such Dir doch dazu eine geeignete Musikergruppe. Dazu gibt es für Städte und Regionen ganz unterschiedliche, aber auch ganz Allgemeine. Wenn man dort Mitglied ist, dann kann man dort natürlich auch selber gut auf seine Seite und Beiträge aufmerksam machen. Auch dort sollte „Eigenwerbung“ aber nicht unbedingt wie Werbung wirken. Es lohnt sich auch hier, sich vorher ein paar Gedanken zum Posting zu machen. Was würde mich selber ansprechen? Welchen Mehrwert kann ich mit meinem Beitrag bieten? Wie wirkt das Posting und wie kann man auf emotionaler Ebene ansprechen? Und, und, und.

Seiten und Personen verlinken und markieren

Wenn Du für eine gute Reichweite Deiner Posts sorgen willst, dann verlinke immer Personen und Seiten, die mit dem Beitrag etwas zu tun haben. So kann man nicht nur auch auf die Urheber (Fotografen, Verfasser etc.) hinweisen und ihre Arbeit wertschätzen, sondern erreicht mit der Verlinkung auch gleich mehr Personen. Die markierten Personen und Seiten werden auf Facebook über die Verlinkung informiert und werden so automatisch auf Deinen Beitrag aufmerksam. Außerdem taucht der Post dann auch auf der Pinnwand markierter Personen auf, wenn sie dies in ihren Einstellungen zulassen. Somit erreichst Du auch die Freunde der markierten Person. Wie man Seiten bzw. Personen im Post verlinken kann, wird hier ganz gut erklärt.

Im Teil 2 (folgt am 09.02.2017) verrate ich noch ein paar weitere Tipps, wie man außerdem Likes für seine Facebook-Seite und seine Beiträge sammeln kann und seine Reichweite erhöhen kann. Facebook ist ein gutes Werkzeug, wenn man es richtig nutzt. Wie andere Marketingmaßnahmen auch, sollte man hier jedoch ruhig etwas Zeit in Ideen und Planung stecken. Ich freue mich, dass Du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

2 Responses to “Facebook und das Ding mit der Reichweite – Teil 1

  • Hi!
    Ich finde facebook für Musiker bescheuert. Die Reichweite ist ein Witz. Selbst wenn Du kein Musiker bist, es ist einfach so, das man von Seiten die man mit einem like und Abo verzierte, oft wenig bis gar nichts mehr in seinem Newsfeed zu sehen bekommt. Das macht doch kein Spaß und ist einfach sinnlos. Ich jedenfalls nutze nur noch Soundcloud und Youtube. Facebook einen Arschtritt schon länger verdient. (:

    • Ja, da gebe ich Dir recht! Es wird immer schlimmer. Zudem werden auch Seiten-Likes von Facebook gelöscht, wenn Nutzer lange inaktiv waren. Das wirkt sich natürlich ebenfalls wieder negativ auf die eigene Statistik und Reichweite aus. Es ist tatsächlich zu überlegen, ob man sich noch lange mit Facebook rumärgern will. YouTube und Soundcloud sind sicher auch gute Alternativen. Dort trifft man zumindest auf mehr Musikliebhaber, die sich die Musik dann auch tatsächlich anhören, statt nur Bilder zu liken. 🙂

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