Facebook und das Ding mit der Reichweite – Teil 2

Im ersten Teil über „Facebook und das Ding mit der Reichweite“ habe ich bereits ein paar Anregungen und Tipps gegeben, was man beim Verwalten einer Facebook-Seite im Hinterkopf haben sollte. Nun möchte ich meine Liste fortsetzen.

Privat geteilte Postings mit persönlichem Bezug

Kommentarlos geteilte Beiträge werden von den meisten Facebook-Nutzern ignoriert. Vielleicht ist die Vorschau des Beitrags nicht vielversprechend genug oder es fehlt ein interessantes Bild. Doch oft fehlt einfach der persönliche Bezug. Warum teilt Herr A. kommentarlos ein ewig langes Video einer Band vom letzten Jahr? Hm. Nicht interessant. Weitergescrollt. – Hätte er vielleicht dazu geschrieben, dass sein Sohn in der Band spielt und bei Minute 12:56 von der Bühne stürzt (fiktives Beispiel), dann hätte man wohl schon eher mal reingeschaut. Menschen interessieren sich für persönliche Geschichten und Gedanken der Personen, denen sie folgen. Warum gibt es wohl sonst diese „Klatsch und Tratsch“-Magazine? Kommentarlos gepostete Beiträge wirken zudem lieblos und distanziert. Doch kommentarlos geteilt ist natürlich immer noch besser, als gar nicht geteilt. Nur weniger effektiv! – Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, manchmal fehlt einfach die passende Idee für eine interessante Bemerkung oder man hat keine Zeit.

Regelmäßig posten

Du hast also eine eigene Seite auf Facebook und bereits Fans, die Deinen Posting-Aktivitäten folgen. Das ist super! Dann versuche, ihnen auch regelmäßig Neues von Dir zu zeigen und im Gespräch zu bleiben. Poste regelmäßig und bleibe „sichtbar“. Auf Facebook ist es nicht unbedingt sinnvoll, mehrmals am Tag zu posten. Viele Follower sind schnell genervt, wenn zu viel Content vom gleichen Profil oder der gleichen Seite den Newsfeed verstopft. – Das kommt natürlich auch auf den Content drauf an.

Ich persönlich empfinde 1-2 Mal in der Woche zu posten als angemessen. Manchmal ist es mehr und manchmal gibt es auch ruhigere Zeiten. Doch wie schon erwähnt, schränkt Facebook die Reichweite auch ein. Und so kann es durchaus sein, dass bei zu seltenen Postings nicht alle auch gesehen werden. Es ist gar nicht so leicht, eine Regelmäßigkeit zu erreichen und dabei zum einen nicht die eigenen Follower zu nerven, zum Anderen aber nicht in Vergessenheit zu geraten. – Eine Gratwanderung.

Beiträge planen

Eine Funktion, die ich dafür sehr schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit, Beiträge auf Facebook terminlich vorzuplanen. So kann ich in der Statistik vorab erkennen, wann die meisten Besucher online sind und wann die beste Zeit zum Posten ist. Einen Beitrag kann ich dann für diese Zeiten einplanen. Außerdem kann ich so gleich mehrere zukünftige Beiträge vorbereiten und muss mich nicht zu jedem Post einzeln an den Rechner setzen und genau zu dem Zeitpunkt online sein. Das spart sehr viel Zeit. Man kann sich so zum Beispiel auf einen Tag in der Woche beschränken, an dem man die Facebook-Arbeit erledigt, und muss nicht bei jeder Veröffentlichung eines Beitrags selber eingeloggt sein. Spontan posten kann und sollte man trotzdem noch, wenn sich eine geeignete Gelegenheit ergibt.

Auf eigene Webseite verweisen

Egal wie viel „Fans“ man auf Facebook hat, es ist ratsam, möglichst auch eine eigene Homepage zu haben, auf der Personen Infos zum Projekt erhalten. (Wie man zu einer Webseite kommt, habe ich hier bereits beschrieben.) Von Deiner Facebook-Seite kannst Du dabei sehr gut auf Deine Homepage verweisen und vielleicht sogar Fans dazu animieren, sich in Deinen Newsletter einzutragen.

Stell Dir vor: eines Tages wär Facebook kostenpflichtig oder Dein Profil wird gesperrt, gelöscht oder Facebook geht andere Wege und Deine lieb gewonnene Facebook-Seite und alle Follower dort sind weg. – Oder Worstcase: Hackerangriff! Das klingt zwar jetzt alles sehr unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie… Eventuell hast Du am Ende keine Möglichkeit, Deine Fans zu erreichen. Letzten Endes gehören die „Likes“ nicht Dir, sondern Facebook, um sich das mal bildlich vorzustellen. Da ist es klug, man „sammelt“ seine Interessenten über einen Newsletter und informiert über seine Homepage. Damit ist man sehr viel unabhängiger. Das nur als Anregung. Als Plattform lässt sich Facebook jedoch super nutzen, um neue Fans von dort aus auf Deine Webseite zu lenken.

Facebook Veranstaltungen erstellen

Wenn Du als Musiker auf Deinen nächsten Auftritt aufmerksam machen willst, dann kannst Du in Facebook auch eine öffentliche Veranstaltung erstellen. Das hast Du bestimmt schon gesehen. In diese Veranstaltung kannst Du dann wieder Freunde einladen sowie weitere Infos zur Veranstaltung preisgeben und Neuigkeiten zum Ereignis posten. Doch nicht nur für reale Auftritte und Konzerte in der „Offline-Welt“ ist diese Funktion gut geeignet, sondern auch für virtuelle Termine und Anlässe. Zum Beispiel kannst Du somit hervorragend Dein neues Musikvideo ankündigen und bereits im Vorfeld für Interesse sorgen. Bilder oder Teaser dazu eignen sich prima, um vorab auf der Veranstaltungspinnwand eine kleine Vorschau zu präsentieren und es etwas spannender zu gestalten. Zudem verleiht die Erstellung der Veranstaltung dem Ganzen einen offiziellen Eindruck. Probier es aus!

Interaktion

Im Social Media-Bereich geht es um Interaktion. Oder auch: Das „Geben und Nehmen“. Ganz nach dem Motto: „Verlinkst Du mich, verlinke ich Dich.“ Besonders bei Facebook, aber auch Instagram ist mir das aufgefallen. Ich denke, man sollte grundsätzlich bereit sein, fremde Seiten zu unterstützen, wenn man das auch von anderen erwartet. Natürlich gibt es dabei Grenzen. Wenn ich persönlich der Meinung bin, dass ich eine bestimmte Seite nicht unterstützen möchte, weil die Inhalte nicht mit meinen persönlichen Grundsätzen übereinstimmen, dann werde ich auch kein „Gefällt mir“ vergeben. Logisch! Trotzdem ist es nur fair, wenn man kollegial bleibt und gerade auch Seiten bzw. Beiträge von Partnern unterstützt, mit denen man zusammenarbeitet und die auch etwas für Dich tun! „Wie Du mir, so ich Dir.“ – Wie im richtigen Leben! Zudem hat Facebook ja den großen Vorteil, dass man aktiv sein kann. Man muss nicht zusehen, wie im Fernsehen, man kann liken, kommentieren und teilen.

Mehr Reichweite durch Like-for-Like

Für das Aufbauen von Seiten-Likes gibt es auch spezielle „Like-for-Like“ Gruppen, in die man auf Facebook posten kann, um andere per Aufruf zu animieren, für die eigene Seite oder auch eigenen Beiträge Likes zu vergeben. Natürlich muss man dann aber damit leben, dass man Follower bekommt, die eigentlich nicht an Deiner Musikerseite und Deinen Inhalten interessiert sind, sondern hauptsächlich ihre eigene Seite aufbauen wollen. Und im Gegenzug wird erwartet, dass Du ein Relike auf ihre Seite vergibst, selbst wenn es ein „schleimiger Versicherungsvertreter“ ist oder die hundertste Katzenbilderseite. Und falls Du kein Relike vergibst, werden die jeweiligen Likes von Deiner Seite eben wieder gelöscht (was übrigens auch Facebook selber hin und wieder macht). Auffällig wird natürlich, wenn eine Seite mehrere zehntausend Likes hat, aber unter geposteten Beiträgen nicht mal 50 Likes stehen. Hat also alles Vor- und Nachteile. Man sollte seine Seite also nicht ausschließlich auf diese Art mit „Gefällt mir“-Angaben bestücken. Dann vielleicht doch lieber einfach in passenden Gruppen auf seine Seite aufmerksam machen und hoffen, dass es jemandem wirklich gefällt.

Warum Likes so wichtig sind?

Ganz einfach: weil Veranstalter, Labels, Agenturen und alle Partner, mit denen Du mal zusammenarbeiten möchtest, eher Musiker / Künstler / Bands bevorzugen, die „erfolgreiche“ Seiten mit vielen Likes und Aufrufen haben. Wenn Du so bereits viele Menschen erreichst und „Fans“ hast, dann lohnt sich für sie auch eine Zusammenarbeit mit Dir. Außerdem kann man daran sehr gut erkennen, wie sehr jemand für sein Projekt kämpft und wie seine Eigeninitiative ist. Auch das ist entscheidend, wenn es um Deals geht.

Fazit:

Das Thema Facebook ist nun bei Weitem nicht erschöpft. Und ich bin mir bewusst, dass man darüber ein ganzes Buch schreiben könnte und immer noch nicht alle Fragen beantwortet und Möglichkeiten erschöpft hätte. Ich habe natürlich anfangs auch versucht, eine Seite nicht nach diesen Hinweisen zu führen und nachlässiger gepflegt, was jedoch auch deutlich weniger Leute auf das entsprechende Projekt aufmerksam gemacht hat und somit wenig Reichweite brachte. Es ist aber bei jeder neuen Seite auch wie ein neues Experiment und ein neuer Kampf.

Ich persönlich habe das Gefühl, dass es heute sehr viel schwerer ist, Leute über Facebook zu erreichen, als noch vor ein paar Jahren. Es gibt eben auch sehr viel mehr Seiten. Ja, es fühlt sich sogar teilweise wie Betteln an, wenn man um die Aufmerksamkeit der Facebook-Nutzer kämpft. Doch, was muss, das muss. Und von nix, kommt nix. Ändern wird sich bei Facebook immer wieder etwas, also muss man immer wieder probieren und experimentieren.

Wie sind Deine persönlichen Erfahrungen mit Facebook und welche Maßnahmen ergreifst Du, um auf Dein Projekt auf Facebook aufmerksam zu machen? Schreib es gern in die Kommentare. Vielen Dank, dass Du wieder mal auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

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