Hohe Töne singen – 8 Tipps

Bei manchen Liedern quält man sich zum Teil richtig ab, weil hohe Töne dabei sind, die man bisher vielleicht noch nie gesungen hat. Oder: mal klappen sie, mal wieder nicht. Da ist immer diese Ungewissheit. Und dann schreit im Kopf die ganze Zeit dieser innere Kritiker: „Du schaffst das nicht. Du schaffst das nicht. Waahhhh, jetzt kommt der hohe Ton… oh Gott, oh Gott…!“ – Genau das verhindert, dass man den hohen Ton dann tatsächlich trifft. – Angst vor dem Versagen!!! Um hohe Töne singen zu können, bedarf es der richtigen Gesangstechnik, Übung sowie dem Selbstvertrauen in das eigene Können, dass man diesen Ton singen kann und die darüberliegenden Töne auch kein Problem sind. Routine sozusagen. Was mir dabei hilft, sind folgende Tipps.

Hohe Töne treffen - 8 Tipps

© Foto: Ilona Tibelius

1. ) Den Ton vor dem Singen erst denken!

Bevor ich den Ton singe, ist es hilfreich, mir den Ton vorzustellen. Ich singe den Ton in Gedanken und lasse ihn dann erst laut erklingen. Ich taste mich also nicht erst während des Singens irgendwie zum Ton, bis er sich dann eingeschliffen hat, sondern ich denke mir punktgenau, wo die Stimme angesetzt werden muss, damit ich den Ton treffe.

2. ) Nach vorne singen!

Wenn ich hohe Töne nicht treffe, dann stelle ich mir einfach vor, ich würde sie geradezu vor mir auf eine Zielscheibe singen. Ich denke nicht an die Höhe, sondern an die gerade Strecke vor mir zur Zielscheibe. Es ist schwerer und klingt meist abgekämpft, wenn man sich vorstellt, man muss von einem tieferen Ton zu einem höheren Ton raufklettern, als wenn man sich vorstellt, man singt einfach geradeaus. In Sängerkreisen spricht man auch davon, „in die Maske zu singen“. Durch die Vorstellung der Zielscheibe bekomme ich den Stimmsitz nach vorne. Wenn man laut „N“ sagt bzw. summt, bekommt man eine Idee davon, wo die Stimme gut sitzt.

3. ) Mund öffnen!

Bei besonders hohen Tönen ist es erforderlich, den Mund weiter zu öffnen als normal. Ebenso hilft es mir, die Vokale mit dem Mund besser zu formen. Bei meinen höchsten Tönen muss ich den Mund sogar bis zum „Anschlag“ aufreißen. Wer klassische Sänger und Sängerinnen mal beobachtet, kann genau das erkennen. Es ist kein Gehabe, was der Optik dient, sondern dem Treffen der Töne.

4. ) Bereits in der Energie sein!

Um einen wirklich hohen Ton genau treffen zu können, muss sich auch mein Körper in der notwendigen Energie befinden. Die Vorstellung an kurze Erschrockenheit, bevor ich zum Singen ansetze, hilft mir dabei. Zusätzlich kann man sich vor dem Singen z.B. auch mit Traubenzucker behelfen. Die besten Chancen hat man, wenn man ausgeschlafen, fit und munter ist. Fühlt man sich krank oder niedergeschlagen, kann sich das negativ auf das Singen auswirken und hohe Töne unmöglich machen.

5. ) Beim Singen stützen!

Ja, zugegeben, mit dem Begriff „Stütze“ konnte ich nicht wirklich etwas anfangen, bevor ich begonnen habe, selber Gesangsunterricht zu nehmen. Ich habe immer sehr kurz in die obere Lunge geatmet. Und dann fehlte die Luft. Die Stütze wird im Allgemeinen auch als Bauchatmung beschrieben. Man versucht das Volumen der Lunge so besser zu nutzen und der Bauch dehnt sich deshalb beim Atmen auch unterhalb der Lunge aus. Die Stütze oder auch „Bauchatmung“ genannt, sollte man beherrschen, bevor man sich mit hohen Tönen „quält“.

6.) Mundraum öffnen!

Besonders wenn ich klassisch singen sowie hohe Töne erreichen möchte, dann hebe ich beim Singen zusätzlich das Gaumensegel. In etwa so wie beim Gähnen, Kotzen oder als hätte man eine heiße Kartoffel im Mund. Es fühlt sich eventuell ungewohnt an, aber eröffnet völlig neue Möglichkeiten und verleiht der Stimme einen volleren Klang.

7. ) Eingesungen sein!

Vor dem Sport wärmt man sich ja auch auf. Für die Stimme ist das ebenfalls gut! Bevor ich einen wirklich hohen Ton treffen kann (also ich meine so richtig hoch!), muss ich eingesungen sein. Ich mache vorher leichte Gesangsübungen, um mich warm zu singen. Und übe dann direkt im Tonlagenbereich, den ich auch anschließend im jeweiligen Stück singen möchte. Lippenflattern, Summen oder LAX VOX® machen sich unter anderem gut dabei.

8. ) Üben!

Am Besten übt man schwierige Stellen für sich genommen so lange, bis sie klappen und sich „eingebrannt“ haben. Und dann sollte man einfach weiterhin regelmäßig üben. Empfehlen würde ich jedem, der anspruchsvolle Stücke singen möchte oder lange, viel und oft singt, Unterricht bei einem Experten zu nehmen. Damit lassen sich Stimmschäden vorbeugen und ein Lehrer hilft einem, seine gesanglichen Ziele zu erreichen und kann auf mögliche Fehler hinweisen.

Hinweis:

Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man nicht einfach einen Tipp probiert, sondern sie alle gleichermaßen anwendet. Es ist ein Zusammenspiel aller Tipps, das für den Erfolg beim hohe-Töne-treffen entscheidend ist. Sobald es im Hals wehtut oder man heiser wird, macht man definitiv irgendetwas falsch. Dann unbedingt aufhören! Am Besten den Rat vom Profi einholen, der sich auf diesem Gebiet wirklich auskennt. Und auf keinen Fall sollte man die Stimme in die hohen Töne pressen! – Durch falsches Singen kann man die Stimme schädigen! – Ich hoffe, ich konnte dir mit den Tipps etwas weiterhelfen. Was hilft dir? Ich freue mich, dass du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

One Response to “Hohe Töne singen – 8 Tipps

  • Hallo Sabine,
    dem kann ich nur zustimmen. Ich versuche auch gerade meinen Tonumfang nach oben etwas zu erweitern und nutze dazu die oben beschriebenen Techniken in verschiedenen Kombinationen.
    Besonders hilft mir gerade, Aufwärmübungen mit LaxVox zu blubbern, die mir eigentlich etwas zu hoch sind. Beim Laxvoxen ist man ja so herrlich entspannt, und so (hoffe ich zumindest!) lernt mein Nervensystem und Körper, dass hohe Töne nichts schlimmes sind.
    Beim singen (im Gegensatz zum üben) ist für mich wirklich das Effektivste, mir den Ton vorzustellen, bevor ich ihn singe. Seit ich das mache, hat sich die „Trefferquote“ stark erhöht 🙂
    Liebe Grüße,
    Katja

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