Künstlerporträt: Kein Geld für gute Bilder?

Als Künstler und Musiker sollte man sich ja auch visuell der Öffentlichkeit vorstellen, um Leute aufmerksam zu machen. Dazu ist es hilfreich, geeignete Bilder von sich zu haben. Diese sollten professionell aussehen und aktuell sein. Leider hapert es manchmal am Budget für gute Bilder beim teuren Fotostudio um die Ecke, sodass wir kreativ werden müssen. Dabei meine ich nicht, dass wir dem Fotografen die Bilder entreißen und ohne zu bezahlen die Flucht ergreifen. Nein! Es geht auch anders. Und wie, das verrate ich in diesem Artikel.

Künstlerportrait

© Foto: Steven Schwanz

Selbstporträts

Wer sich im Bereich Fotografie etwas auskennt, mit Licht und Bildbearbeitung umgehen kann, kann sich über Selbstporträts gut selber aushelfen. Denn es gibt schon die unterschiedlichsten Möglichkeiten, Bilder von sich selber zu machen. Dabei spreche ich nicht vom allseits verpönten „Selfiestick“, sondern von Fernbedienung und Selbstauslöser für professionelle Kameras. Doch egal, um welche Kamera es sich am Ende handelt, das richtige Licht und die Schärfe sind letztendlich ausschlaggebend für ein gutes Bild. Ich habe mich lange Zeit auch mit Fotografie beschäftigt und habe meine ersten Porträts im Selbstversuch anfangs alle selbst von mir gemacht und sie anschließend bearbeitet. Ähnlich, wie ich es auch immer noch für viele meiner Musikvideos mache. Da sind bei Hunderten Versuchen auch meist eine Handvoll guter Bilder dabei. Was man dabei allerdings dennoch investieren muss, ist Zeit.

Hobbyfotografen im Bekanntenkreis?

Macht die Freundin Deines Bandkollegen zufällig tolle Bilder? Oder ist Dein Cousin ein genialer Hobbyfotograf? Dann biete Dich doch mal für Testzwecke an und vereinbare ein zwangloses Fototreffen. Vielleicht sind die Bilder am Ende so gut, dass Du sie veröffentlichen darfst. Und bei der Gelegenheit kannst Du auch direkt für sie oder ihn als Fotografen Werbung machen. Und falls die Bilder nicht gratis sein sollen, könnt ihr auch einen anderen Deal vereinbaren. Zum Beispiel kannst Du Deine Dienste gegen seine/ihre anbieten. Wie wäre es mit einem Wohnzimmerkonzert gegen ein Fotoshooting? Dir fallen sicher gleich ein paar Ideen dazu ein.

Als Musiker auch Modell sein

Um mich vor der Kamera auszuprobieren und sicherer zu werden (was ich leider immer noch nicht so wirklich bin), habe ich mich vor einer Weile mal auf diversen Portalen als Modell für Fotoshootings angemeldet. Ich habe jeweils Profile (Sedcards) erstellt mit ersten Bildern und Infos zu meiner Person und natürlich auch erwähnt, dass ich Musikerin bin und vor der Kamera Erfahrungen sammeln möchte. Dann habe ich gewartet. Aber nicht lange, denn bald meldeten sich unterschiedliche Fotografen, die mit mir zusammenarbeiten wollten. Manche waren Profis und manche Hobbyfotografen.

TFP-Shootings

Vereinbart wurden Termine für TFP-Shootings. Das bedeutet, man trifft eine Vereinbarung (oder macht einen TFP-Vertrag) und der Fotograf macht unentgeltlich Bilder von Dir. – Oft um sein (neues) Equipment oder neue Ideen zu testen. Und am Ende darf er die Bilder ggf. auch für seine Werbe- und Referenzzwecke nutzen. Im Gegenzug darfst Du die Bilder meist auch für Deine Werbezwecke verwenden. Wichtig ist dabei, vorher zu klären, wie genau die Bilder von wem genutzt werden dürfen und sich schriftlich abzusichern. Also konkret: Darfst Du die Bilder für eine Veröffentlichung in Deinem Musikprojekt benutzen? TFP heißt dabei „Time for Picture“ oder „Time for Print“ und bedeutet so viel wie „Zeit gegen Bild“. Also weder Du bezahlst den Fotografen, noch bezahlt der Fotograf das Modell, also Dich. – Ach ja, Fotomodell kann jeder sein! Egal ob jung/alt, groß/klein, dick/dünn, männlich/weiblich etc. Wichtig ist, dass man eine Ausstrahlung hat, die für den Fotografen interessant ist.

Gegenseitiger Nutzen

Am Ende hat man nicht nur gegenseitig einen Nutzen in Form der Bilder, sondern auch eine neue Erfahrung gesammelt. Denn vor der Kamera wird man auch als Musiker immer öfter stehen und dann ist es gut, zu wissen, wie man wirkt und welche Pose oder welcher Gesichtsausdruck am Besten aussieht. Oder wie man zum Beispiel eine große Nase (wie in meinem Fall) in der richtigen Perspektive verstecken kann. Natürlich versucht ein guter Fotograf darauf selber zu achten, doch das Glück hat man leider nicht immer. Mal abgesehen von der Erfahrung, profitiert man gegenseitig oft auch noch von der gemeinsamen „Reichweite“ (- speziell online). Ich gebe zum Beispiel auch den Namen des Fotografen bei veröffentlichten Bildern an und verlinke ihn. Und umgedreht hat der Fotograf neues Bildmaterial sowie eine neue Referenz und kann mich als Künstlerin in seinem Portfolio oder auf seiner Webseite vorstellen oder auch verlinken. Er kann also auch auf mich als Musikerin aufmerksam machen. Es ist ein Geben und Nehmen. – Meistens jedenfalls!

Gutschein & Gewinnspiel

Natürlich kannst Du Dir auch einen Gutschein für ein Fotoshooting schenken lassen oder vielleicht hast Du Glück bei einer Verlosung und gewinnst eines. Du solltest jedoch immer mit dem Fotografen Rücksprache halten (bevor Du Fotos verwendest), ob Du seine Bilder auch für Deine Zwecke nutzen darfst. Denn er ist der Urheber der Bilder und muss mit einer Veröffentlichung sowie einer Nutzung im Internet einverstanden sein. Andersherum darf er Bilder von Dir ebenfalls nur veröffentlichen, wenn Du ihm die Erlaubnis dazu gibst, da er sonst Deine Persönlichkeitsrechte verletzt.

Fazit:

Es gibt also ein paar Möglichkeiten, um (auch unentgeltlich) an gute Bilder zu kommen, die Dein Musikprojekt enorm aufwerten können. Und diese sind nicht nur für Dich von Vorteil, sondern auch für den Fotografen. Du solltest jedoch immer, auch wenn Du die Bilder kaufst, mit offenen Karten spielen und Dich genau mit dem Fotografen abstimmen, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Denn nicht nur Musik ist urheberrechtlich geschützt, sondern auch Bilder, Texte, Videos und viele andere kreativ erstellte Inhalte. Auch wenn sich im „Social-Media-Zeitalter“ scheinbar keiner mehr darum schert, es kann unter Umständen recht teuer werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Und deshalb sei gewarnt und verhalte Dich korrekt, dann gibt es keine bösen Überraschungen. Ich nutze übrigens nicht nur Bilder, die ich „frei“ bekommen habe, sondern leiste mir beim Fotografen meines Vertrauens auch mal ein Shooting, welches ich bezahle. – Denn das sind professionelle Bilder auch Wert! Hast Du die genannten Möglichkeiten selber schon getestet? Dann schreib es doch mal in die Kommentare. Vielen Dank, dass Du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast und bis bald.

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