Wie wird man als Musiker auf YouTube wahrgenommen? – Teil 1

Anlässlich meiner ersten 1000 Abonnenten auf YouTube als Binegra blicke ich mal zurück und analysiere, wie ich dazu überhaupt gekommen bin. Zugegeben, im Vergleich zu den ganz großen YouTubern ist das ein Witz. Aber ich weiß noch, wie ich angefangen habe und dass es nicht selbstverständlich ist, dass man überhaupt auf YouTube als Musiker wahrgenommen wird. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Welche meiner Meinung nach wichtig waren, verrate ich jetzt. Angefangen bei den Basics für ein gutes Video…

Musiker auf YouTube _ Teil 1

Welche Kamera?

Die meisten meiner Videos habe ich mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen. Die macht einen schönen unscharfen Hintergrund und das wirkt irgendwie professionell. Das mit der Schärfe ist natürlich dabei ein ganz entscheidender Punkt. Der wichtige Teil im Bild sollte immer scharf fokussiert sein. Bei Personenaufnahmen sollte also das Gesicht scharf sein. Bei mir klappt das bis heute auch nicht immer bei jedem Take, da ich fast alle Videos selber aufnehme und meine Kamera noch nicht dieses automatische Nachfokussieren beim Filmen kann und auch das mit dem Kontrollieren auf einem Display nicht immer möglich ist. Aber in der Mehrheit sind die Aufnahmen scharf. Apropos scharf…

Outfit & Styling – Mach Dich schick!

Dass ich mich nicht in Jogginghose und ungeschminkt vor die Kamera hocken wollte, war mir schon zu Beginn klar. – Wobei ich doch manchmal tatsächlich eine Jogginghose anhatte und nur „obenrum“ zurecht gemacht war… aber das hat ja keiner gemerkt. Ich trage in meinen Videos immer Make-up, um so Sachen wie Pickel oder dunkle Augenränder zu verstecken. Doll geschminkt sehe ich aber, finde ich, trotzdem nie aus, denn zum einen schluckt das Licht auch ganz viele Details und ich habe gelernt, mich möglichst natürlich zu schminken, sodass „Makel“ retouchiert werden und Merkmale wie Augen und Lippen leicht betont werden. Zum Thema Make-up habe ich mich vorher ausgiebig beschäftigt – im Selbststudium durch Tutorials auf YouTube. Übrigens kann auch Männern etwas Concealer unter den Augen oder etwas Puder gegen eine fettige Stirn bei so einem Anlass nützlich sein. Wird ja im Fernsehen auch nicht anders gemacht.

Nicht am Licht sparen!

Gutes Licht ist meiner Meinung nach für ein gutes Video eines der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Video. Im Fernsehen gibt es extra Lichtproben, um Moderatoren und Gäste in einem „guten Licht dastehen“ zu lassen. Wenn das Make-up schon gut ist, dann setzt ein gutes Licht dem Ganzen noch die Krone auf. Auch da gibt es Tutorials auf YouTube. Eine „Dreipunktausleuchtung“ zum Beispiel macht was her. Oder einfach ein diffuses Licht direkt von vorn sowie leicht von oben durch eine Softbox lässt Hautunebenheiten verschwinden. Wer trotzdem nicht so zufrieden ist mit seiner Haut, kann auch einen ganz kleinen Tick überbelichten und schon, sieht man aus wie Schneewittchen. – Fast jedenfalls! Probier es aus.

Bei Außenaufnahmen sieht knallige Sonne im Gesicht leider nicht wirklich gut aus, wegen der harten Schatten im Gesicht und der Tatsache, dass man oft die Augen zusammenkneifen muss. Dann lieber die Sonne im Rücken und mit einem Reflektor das Gesicht von vorne aufhellen, falls man noch einen Helfer dabei hat.

Der gute Ton macht die Musik!

Wenn man nicht unbedingt einen Stummfilm dreht, sollte man sich unbedingt mal mit dem Thema Ton auseinandersetzen. Falls Du ein offizielles Musikvideo machst, wo kein Originalton von der Kamera notwendig ist, sollte natürlich das eingefügte Audio gut sein. – Nicht zu leise oder verzerrt, eben so, wie Du es von einem guten Tonstudio bekommen würdest.

Spielst Du hingegen live vor der Kamera, musst Du den Ton mit aufnehmen. Leider ist der direkte Kameraton oft nicht zu gebrauchen. Ich habe auf der Tonspur, die meine Spiegelreflexkamera aufnimmt, extremes Rauschen und andere Nebengeräusche mit drauf. Der O-Ton ist dort also nicht zu gebrauchen. Stattdessen nehme ich den Ton dann extra über ein separates Aufnahmegerät oder über ein Interface am Rechner auf. Somit ist auch nicht ganz so viel Raumklang mit drauf. Eine anschließende Tonbearbeitung ist auch sinnvoll.

Videoschnitt & Bearbeitung

Im Videoschnitt bin ich sicher nicht der Profi. Das passiert bei mir viel einfach nach Gefühl und durch Ausprobieren. Da lass ich mich inspirieren von Videos, die mir gefallen. Oder man entscheidet sich sogar für ein „One Shoot Video“ ohne Schnitt. Die Farbkorrektur jedoch macht in der Nachbearbeitung Einiges her. Dazu lohnt es sich (Du ahnst es sicher…) ebenfalls Tutorials auf YouTube beispielsweise zum Thema „Color Grading“ anzusehen. Und im Zweifelsfall sieht schwarz-weiß immer noch kunstvoller aus, als die unbearbeitete Originalvideoaufnahme.

Thumbnails auf YouTube

Wichtig bei YouTube sind die sogenannten Thumbnails, kleine Vorschaubilder, die anzeigen, worum es im Video geht und was den Zuschauer erwartet. Diese Thumbnails kann man beim Hochladen der Videos selber auswählen. Ich erstelle mir diese Thumbnails vorab gleich mit, nachdem ich das Video fertig geschnitten habe. Im Thumbnail kann auch durch Schrift auf den Inhalt neugierig gemacht werden. Ich überlege also, welches Bild die meisten Leute dazu bewegen würde, dieses Video auch anzusehen. – Hab gehört, dass Brüste immer gut ankommen. Leider funktioniert das bei mir nicht, weil ich da nicht so üppig bestückt bin. Aber manch einer YouTuberin hat das angeblich schon weitergeholfen. – Zum Glück gibt es noch andere Möglichkeiten auf YouTube wahrgenommen zu werden! 😉

Welcher Content ist gefragt?

Hilfreich beim „Gefunden werden“ ist die Frage: was suchen die Leute auf YouTube und was wollen sie sehen? Hatte ich schon erwähnt, dass Tutorials auf YouTube ganz beliebt sind? Auch das ist ein kleines Geheimnis, wie ich wohl zu meinen ersten 1000 Abonnenten auf meinem Kanal gekommen bin.

Als ich mit YouTube begonnen hatte, hatte ich die Idee, mal einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren und dachte, ich verrate mal, wie ich so ganz grob beim Schreiben meiner Songs vorgehe. Daraus ist mein erstes Tutorial entstanden. Das Video „Wie schreibe ich einen Song?“ ist mittlerweile eines der meist aufgerufenen Videos auf meinem Kanal. Im Video lernt man mich ein wenig kennen und auch kleine Ausschnitte meiner Musik. Somit rückblickend ein cleverer Geniestreich, um gefunden zu werden. – Denn nach einem Künstler selber sucht man ja erst, wenn man ihn bereits kennt. Auch eine Möglichkeit sind Coversongs. Dazu komme ich im zweiten Teil noch mal zurück.

Videotitel auf YouTube

Zugegeben, dass das Tutorial oft aufgerufen wird, ist kein Zufall! – Hätte ich es jedoch einfach „Binegra schreibt Songs“ genannt, wär das Video wohl immer noch bei gerade mal 200 Aufrufen. Also empfiehlt es sich, vorher mal zu überlegen, was der Zuschauer auf YouTube bei seiner Suche eingeben würde. Auch wenn man zum Beispiel Coversongs macht, sollte man das berücksichtigen. Es bringt verhältnismäßig wenig Aufrufe, ein Video zu betiteln mit bspw. „Band XY live bei Stadtfest 0815“ oder „Coversong by Künstler XYZ“. Besser wär es, den originalen Songtitel sowie den Originalinterpreten anzugeben und (falls noch Platz ist) eine Ergänzung wie „cover by XYZ“. Die Titelbezeichnung bei YouTube spielt eine entscheidende Rolle beim Gefundenwerden auf dieser Plattform. Wär doch schade, wenn eine geile Coverversion bzw. ein superaufwendiges Video nur wegen des falschen Titels unbemerkt bleibt. Alle weiteren Infos kann man dann zusätzlich noch in die Videobeschreibung (Infobox) packen.

Im zweiten Teil verrate ich ein paar weitere „Erfolgszutaten“ für YouTube. Vielen Dank, dass Du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

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