Wie wird man als Musiker auf YouTube wahrgenommen? – Teil 2

Im ersten Teil habe ich bereits die Grundvoraussetzungen für ein gutes Video und ein paar erste Tipps zum „Gefundenwerden“ auf YouTube genannt. In diesem Teil möchte ich noch ein paar wichtige Details ergänzen, die ebenso weiterhelfen und zum Aufbauen einer Fanbase auf der Videoplattform hilfreich sind.

Musiker auf YouTube _ Teil 2

Bildquelle: pixabay.com

Kommunikation

YouTube ist interaktiv. Und das ist auch gut und hilfreich. Denn so hat man die Möglichkeit, auch andere YouTuber und Abonnenten anderer YouTube-Kanäle auf sich aufmerksam zu machen. Wie bei jeder Social Media-Plattform auch, ist das aktive Kommunizieren einer der Vorteile gegenüber dem Fernsehen und Kino. Der Zuschauer kann direkt seinen Senf dazu abgeben. Und das ist ja auch ganz nützlich, schließlich kann man so auch einschätzen, ob das, was man da macht, überhaupt ankommt und jemanden interessiert.

Ich habe zwar auch nur selten Zeit, mir Videos von anderen YouTubern anzusehen, aber wenn ich mir mal so einen Abend Zeit nehme und mich so durchklicke, dann hinterlasse ich auch gern Kommentare. Manchmal kommt man ins Gespräch und andere User werden durch die eigenen Kommentare auf den fremden Kanälen auch aufmerksam auf mich. Wichtiger noch sind aber, finde ich, die Kommentare auf dem eigenen Kanal zu beantworten. Das mache ich nicht jeden Tag, aber wenn ich mal eingeloggt bin, gleich das, was sich angesammelt hat, und dann gern auch ganz ausführlich. Ich mag es selber, wenn auf meine Kommentare auch eine Antwort folgt. Leider haben das manche YouTuber scheinbar nicht nötig. Schade!

Authentizität

Es heißt, man soll authentisch sein, in seinen Videos und als Künstler (obwohl: Künstler = Kunst = künstlich!?!). Das ist zugegeben nicht so leicht, weil man ja beim Videodrehen in einer Situation steckt, die eher ungewöhnlich ist. – Man spricht vielleicht zur Kamera oder singt vor einem Publikum, was zu dem Zeitpunkt noch nicht zusieht. Schon etwas merkwürdig! Vielleicht ist damit auch gemeint, dass man sich nicht verstellen soll.

Aber soll man seine schlechte Laune am Zuschauer auslassen? Sicher nicht. Ich habe schon einige YouTuber kennengelernt, die vor der Kamera immer das grinsende Sonnenscheinchen geben, aber die in der Realität eben auch nur schlecht gelaunte Miesepeter sind und schlechte Tage haben. Und dann gibt es da ja auch noch die YouTuber, die in eine Rolle schlüpfen. – Und das nicht mal schlecht! Tun wir das als Musiker beim Performen unserer Songs nicht auch, in Rollen und Geschichten schlüpfen, um Emotionen zu erzeugen? Ich denke, jeder weiß tief in sich drin genau, wann er noch authentisch wirkt und wann es eher aufgesetzt rüberkommt.

Muss man als Musiker auf YouTube unbedingt Coversongs spielen?

Viele größere YouTuber, die sich als Musiker auf der Plattform bekannt gemacht haben, haben zunächst Coversongs aufgenommen und damit überzeugt. In guter Qualität und mit ein paar „Tricks“ haben sie es zu mehreren Tausend Abonnenten oder mehr und somit regelmäßig vielen Aufrufen gebracht, bevor sie dann auch eigene Songs veröffentlichten. Aber muss man jetzt unbedingt nur Coversongs hochladen, damit man als Musiker eine Chance auf YouTube hat?

NEIN!!! Man MUSS gar nichts! – Ich habe meine bisherigen Abonnenten ausschließlich durch eigene Songs und andere Videos (wie Tutorials und Vlogs) überzeugt. Das sind wie schon gesagt nicht wahnsinnig viel und ich kann bei mir noch Vieles optimieren. Aber die habe ich mit eigenen Songs und anderen Videos überzeugt. Ich hab immer gezweifelt, ob das mit eigenen Songs überhaupt geht, weil da ja niemand nach suchen würde und viele mir immer geraten haben, Coversongs zu machen. Aber es geht auch ohne. Bestes Beispiel ist mein Song „Geschwister“, der jetzt schon 10.000 Aufrufe hat. Es geht bei dem Song eben wieder um ein Thema, was auch viele beschäftigt. Außerdem habe ich bei dem Video kooperiert. Das führt uns zum nächsten Punkt.

Kooperationen

Um so mehr Leute, an einem Video beteiligt sind und zur Entstehung vor oder hinter der Kamera beigetragen haben, um so mehr Leute teilen es. – Zumindest merkt man das deutlich, wenn man noch kein ganz so großer YouTuber ist. Doch auch die ganz Großen arbeiten regelmäßig mit anderen Großen zusammen und vernetzen sich. So werden die Abonnenten des einen YouTubers auch auf den anderen YouTuber aufmerksam und umgedreht. In meinem Fall gab es zwar noch keinen großen YouTuber, doch auch die Zusammenarbeit mit einem kleinen Team, als wir das Musikvideo zu „Geschwister“ gedreht haben, machte einen Unterschied. Jeder Beteiligte hat bei so einer Kooperation auch Freunde, Bekannte oder Geschäftspartner, die sich das Ergebnis am Ende gern ansehen wollen. Und wer ist nicht auch stolz, gemeinsam so ein Werk geschaffen zu haben? Das teilt man doch gerne!

Kontinuität

Ein Video ist gut, viele Videos sind besser. Noch besser ist, wenn sie regelmäßig kommen. Aber wem erzähle ich das. Auch ich schaffte es bisher nicht, in einem festgelegten Rhythmus neue Videos nachzuproduzieren. Ich habe dafür natürlich meine eigenen Tausend Ausreden: keine Zeit, Rechner macht schlapp und ich muss ja erst mal die Songs schreiben und aufnehmen, und überhaupt, kann ich doch nicht alle Titel gleich veröffentlichen, wenn ich auch noch ein Album produzieren und später verkaufen will. Welcher Künstler macht denn sowas? Gut – das sind alles Ausreden! Fakt ist, dass YouTuber, die zu festgelegten Wochentagen, also wöchentlich oder sogar täglich ein Video hochladen, deutlich mehr Abonnenten generieren und sie damit auch binden. Für einen Musiker sind schon ein bis zwei Musikvideos im Monat ganz gut. Ich für meinen Teil, überlege, mich nun tatsächlich auch mal in Richtung Coversongs vorzuwagen. Vielleicht kann man damit für etwas mehr Content sorgen, ohne gleich alle neuen Songs noch vor dem Album zu verschießen. Wie siehst Du das?

Katzenvideos

So, der Schock kommt zum Schluss! Denn, all die vielen Mühen sind ein Lacher gegen: …ein KATZENVIDEO! Selbst ein schlecht gedrehtes Katzenvideo, hochkant mit dem Handy aufgenommen, mit rauschendem Ton und schlechter Belichtung bekommt immer noch wesentlich mehr Klicks als das supertolle selbst erstellte Musikvideo, eben weil es um Katzen geht! Süße verschmuste Katzen, Katzenbabys, die wacklig auf den Beinen nach ihrer Mama mauzen oder verrückte Katzen, die Wasserhähne und Saugroboter lieben… – und der neuste Schrei: Videos FÜR Katzen. – Ja richtig gelesen! Das soll sich der gelangweilte Stubentiger ansehen.

Darin muss nicht mal eine Katze zu sehen sein, sondern nur das, was für eine Katze interessant wär. In meinem Versuchsbeispiel habe ich 3 „Videos for Cats“ (internationale Bezeichnung, dass es auch die ausländischen Katzen finden) aufgenommen und auf meinem Zweitkanal hochgeladen. Und auch wenn ich mich total über das, wirklich unter Mühen angefertigte, Musikvideo zu „Geschwister“ mit seinen 10.000 Aufrufe freue, hat das eher langweilige und einfache „Video für Katzen“ bereits über 100.000 Aufrufe. Unglaublich, oder!? – Also verzichte ich an dieser Stelle auf ein Fazit, überlasse Dir jegliche Rückschlüsse und freue mich, dass Du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

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