Nachgefragt bei Andy Jones

Andy Jones ist nicht nur Solokünstler, sondern hat auch reichlich Banderfahrung. Als Singer-Songwriter in den Bereichen Blues Rock, Folk, Piano Pop, Acoustic schreibt er seine Songs neuerdings fast nebenbei. Denn seit er Familienvater ist, hat sich seine Art zu Komponieren geändert. Wann für ihn die beste Zeit zum Songschreiben ist und wie er seine Musik und alles, was dazugehört trotzdem unter einen Hut bekommt, verrät er im Interview. Seine Musik beschreibt er selbst als:

Persönlich und poetisch – emotionaler Urlaub.“

Andy Jones

© Foto: Sophie Müller (Couchphotato)

10 + 1 Fragen an Andy Jones

1.) Seit wann bist Du musifiziert („Musik-infiziert“)?

Andy Jones: „Musik-infiziert bin ich, seitdem ich hören kann. 🙂 Ich fing an, mit 12 als Pianist zu komponieren. Mit 16 fing ich an zu singen, dann folgte mit 18 die erste Band.“

2.) Womit fängst Du beim Songwriting an?

Andy Jones: „Das ist recht unterschiedlich, je nachdem was mich gerade inspiriert. Oft bin ich unterwegs und ich beobachte etwas und schreibe dazu Textzeilen auf, die später Melodie und Akkorde bekommen. Es ist aber auch öfters so, dass ich eine Ohrwurm-Melodie im Kopf bekomme, meist ausgerechnet beim Versuch einzuschlafen, und daraus entsteht alles andere.“

3.) Wie ist Dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Andy Jones: „Ich habe über mehrere Wochenenden im Sommer 2016 im hervorragenden „Das Studio“ in Dortmund aufgenommen.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest Du & womit nimmst Du auf?

Andy Jones: „Ich kenne meine Stärken und Schwächen und weiß, dass ich Musiker und kein Studiotechniker bin. Das heißt, wenn ich aufnehme – über Reaper – ist es nur um Ideen festzuhalten oder Streicherteile vorzuprogrammieren, damit die Musiker diese über MIDI als Noten konvertiert erhalten können.“

5.) Was tust Du, um Leute auf Deine Werke aufmerksam zu machen?

Andy Jones: „Ich bin bei Facebook sehr aktiv und nutze auch YouTube. Als mein Album fertig war, wurden auch viele Radiosender, Musikzeitschriften und Blogs kontaktiert. In lokalen Radiosendungen bin ich auch aufgetreten und ich versuche, dies als Priorität anzustreben für die Zukunft. Ich finde aber Mundpropaganda extrem wichtig und bitte mein Publikum immer bei Auftritten, sich bei Gefallen mit mir online zu vernetzen. Ich muss dazu aber sagen, dass Facebook es inzwischen durch seine Algorithmen den Künstlerseiten recht schwierig macht.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Andy Jones: „Songwriting mache ich alles selbst. Booking und Management überwiegend auch, obwohl ich hier ein paar nicht-exklusive Booking-Partner habe, die mich regelmäßig engagieren. Ich bin aber auf der Suche nach fester Unterstützung in diesen Bereichen, da ich als Familienvater auch merke, wie viel Zeit für Verwaltung zunehmend draufgeht. Allerdings – Zuverlässigkeit ist da extrem wichtig und ich gebe diese Bereiche nur dann vollständig ab, wenn das entsprechende Vertrauen aufgebaut ist. Was ich wirklich gern abgebe, ist alles, was Studio-Engineering, Aufnahmen, Mischen und Mastern, Promofotos, Musikvideos und alles andere an Medien angeht, denn die Qualität ist absolut entscheidend. – Da lohnen sich keine halben Sachen.

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder Dein größter Erfolg:

Andy Jones: „Ich schreibe hier als Solokünstler, was für mich eine recht neue Sache ist – dabei bin ich auch seit Langem als Frontmann von Rockbands tätig, sodass meine größten Erfolge bisher in den Bands waren. Aber als Singer-Songwriter war es einfach toll, endlich ein Soloalbum aufzunehmen, mit wunderbaren Streichern arbeiten zu können und das Album mit einer zehnköpfigen Band auf die Bühne zu bringen – das war ein echt schönes Erlebnis!“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

Andy Jones: „Lassen wir die Coverband in der Schule außen vor, oder? 😉 Ich habe als Sänger/Keyboarder meine Rockband „Ferryman“ 2005 gegründet – die Band ist immer noch aktiv. Zudem habe ich bei der Gothic-Rockband „Temple of Twilight“ von 2006-2011 gesungen. Nebenbei habe ich noch seit 2008 eine Rock-Coverband namens „The Acoustic Outlaws“ bzw. „The Electric Outlaws“, je nachdem in welcher Formation wir auftreten.

9.) Hast Du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Andy Jones: „Ich fing als völliger Autodidakt an. Zwischendurch habe ich ein paar Coaching-Stunden genommen, vor allem um an Atmung und Schutz der Stimmbänder zu arbeiten.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

Andy Jones: „Heute ist ohne Frage eine schwierige Zeit für Musiker. Gefühlt jede zweite junge Person spielt inzwischen Gitarre oder Klavier (oder beides), und durch die Frühförderung gibt es mehr Multiinstrumentalisten als jeher. Eigentlich eine tolle Sache, führt aber zu einer riesigen Konkurrenz, sodass es schwierig ist, in der Musikindustrie Fuß zu fassen. Es ist aber gleichzeitig auch eine Zeit, die viel mehr bietet als früher. Durch Sozialmedien – und eher junge Leute haben da die Kenntnisse – erreicht man ein viel größeres Publikum und vernetzt sich schneller. Und man kann allein durch Online-Tutorials so viel lernen.

Es gibt Förderungen für junge Leute, die einen erheblichen Vorteil gegenüber meiner Generation haben, weil sie früher und schneller ihre Fähigkeiten entfalten können. Heißt also: ihr habt es gut, müsst euch aber echt anstrengen! Und vor allem: lasst euch nicht unter Wert verkaufen! Jung heißt nicht unqualifiziert, und indem ihr euch fair behandeln lasst, leistet ihr eine tolle Hilfe für diejenigen unter euch – und uns – die es tatsächlich zur Profiebene schaffen.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Andy Jones: „Als Papa einer 19-monatigen Tochter, mit Baby Nummer zwei auf dem Weg im Sommer, möchte ich von den Musikern unter euch, die auch Kinder haben, wissen: wie kriegt ihr das hin? Zu üben, zu komponieren, und vor allem, euren besseren Hälften die ganzen Tourzeiten wieder gut zu machen? 🙂

(Seine Antwort): Zu den Auftrittszeiten: Ich habe riesen Glück, eine solche tolerante Ehefrau zu haben. Wir sind uns einig, dass unsere Kinder mitkriegen müssen, dass man seine Träume leben kann, auch wenn es mal anstrengend wird. Meine Art zu komponieren musste sich zwangsweise ändern in nachts, Texte und Melodien im Kopf komponieren und schnell zwischendurch festhalten, wenn sonst niemand zu Hause ist.“ 🙂

Vielen Dank für das Interview an Andy Jones. Weitere Infos, Musik und Neuigkeiten gibt es unter den folgenden Links.

Weblinks:

www.andyjonesrock.com
www.facebook.com/andyjonesofficial
www.youtube.com/ferrymanandy

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