Nachgefragt bei Crystal-Ice

Vor Kurzem erst veröffentlichte er sein Album „Crystyle“. Rapper & Executive Producer Crystal-Ice verrät in diesem Interview ganz ausführlich, wie er die Songs dafür schrieb, wie sie produziert wurden und wie seine Begeisterung für Hip-Hop und Rap den Wunsch nach der eigenen Musik ins Leben rief. In welchem Bereich er sich unterstützen lässt und welche Aufgaben er lieber selbst übernimmt und wie er sich zudem für sein Business weiterbildet, erfährst du jetzt.

„Musik ist Medizin für die Seele.“

crystal-ice

© Foto: Vera Rosenbaum

10 + 1 Fragen an Crystal-Ice

1.) Seit wann bist Du musifiziert?

Crystal-Ice: „Musik hatte schon immer einen besonders hohen Stellenwert in meinem Leben, aber Hip-Hop habe ich erst angefangen zu hören, seitdem das Album „2001“ von Dr. Dre rausgekommen ist. Ich war so begeistert davon, dass seitdem für mich feststand, was ich später machen will. Anfangs war es nur ein Hobby, doch als ich etwas älter und das Leben härter wurde, habe ich angefangen es ernster zu nehmen und arbeite nun mit großem Ehrgeiz daran.“

2.) Womit fängst Du beim Songwriting an?

Crystal-Ice: „Das ist unterschiedlich. Wenn ein besonderes, erwähnenswertes Ereignis in meinem Umfeld stattgefunden hat oder ich von jemandem inspiriert werde, schreibe ich ein paar Zeilen dazu auf und sammle sie für später, bis ich den passenden Beat dafür habe und die Textfragmente dann wie ein Puzzle zusammensetze, sobald ich einen roten Faden für das Songkonzept definiert habe. Oder ich höre einen Beat, der sofort bestimmte Gefühle in mir hervorruft, die ich direkt zu Papier bringen muss. Wenn mir dann ein passendes Thema einfällt, passiert es schon mal, dass ich die ganze Nacht an dem Text sitze, ohne zu merken, wie schnell die Zeit vergeht.“

3.) Wie ist Dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Crystal-Ice: „Es hat eine Weile gedauert, bis ich die richtigen Beats hatte, die ich unbedingt auf meinem ersten offiziellen Album „Crystyle“ haben wollte. Ich hatte von Anfang an eine klare Vorstellung davon, wie es sich anhören soll. Ich war schon immer ein riesiger Fan von Dr. Dre und den Ruff Ryders, daher war für mich klar, welche Beats ich brauche und dass diese nicht leicht zu finden sind.

Des Weiteren habe ich auch noch andere unterschiedliche Beats hinzugenommen, die mir gefallen haben und zur Vielfalt des Albums beitragen konnten, denn es war mir wichtig, dass die Zuhörer auch hören können, wie vielseitig meine Musik sein kann. Da ich mich freue, wenn so viele Leute wie möglich mein Album hören, habe ich es nicht auf harten Straßenrap reduziert, um auch die breite Masse anzusprechen, sowie Leute die vielleicht normalerweise gar keinen Hip-Hop hören.

Mir war wichtig, dass die Zuhörer sowohl meine persönliche Seite kennenlernen, als auch Musik mit Unterhaltungswert zum Feiern haben. Da ich auch der Meinung war, dass im Deutschrap in letzter Zeit zu wenige Sängerinnen zu hören waren, entstanden daraus einige der Features, die auf meinem Album zu hören sind. Ich hätte noch viele weitere Künstler featuren können, doch bei meinem ersten offiziellen Release war mir wichtig, den Fokus erst mal auf meine Musik und mich selbst als Künstler zu legen. Daraus entstand dann das Album „Crystyle“, womit ich meine Musik nun erstmals auch überregional vorstelle.

Nachdem ich die Beats hatte und die Texte fertig geschrieben waren, bin ich nach einer längeren Suche nach einem geeigneten und zuverlässigen Produzenten, über Umwege, auf Thomas Radermacher vom Designer Sound Aachen Musikstudio aufmerksam geworden, bei dem schon zuvor einige Rapper aus der Region aufgenommen hatten und sehr zufrieden waren. Dort habe ich dann mein Album aufgenommen, mit dem Anspruch ein hochwertiges Qualitätsprodukt zu schaffen und nur einige Zeit später war es dann auch fertig.

Was mir anschließend bei der Label-Wahl sehr wichtig war, ist, dass ich einen zuverlässigen Partner habe, mit meiner Musik frei bin und an keine Knebelverträge von irgendwelchen dubiosen Labels gebunden bin oder so viel abdrücken muss, dass sich eine Zusammenarbeit für mich gar nicht lohnt. So fiel meine Wahl auf RecordJet.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest Du & womit nimmst Du auf?

Crystal-Ice: „Ganz früh habe ich damals mit „Cool Edit Pro“ angefangen, das heute unter dem Namen „Adobe Audition“ bekannt ist. Mittlerweile konzentriere ich mich aber mehr auf die Songtexte, den Rap und das Marketing und lasse die Musik von anderen Fachleuten bearbeiten, die unterschiedliches Equipment und diverse Programme benutzen.“

5.) Was tust Du, um Leute auf Deine Werke aufmerksam zu machen?

Crystal-Ice: „Ich lese Bücher, schaue Tutorials, lese viel im Internet und tausche mich mit Fachleuten aus, um alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Marketings z.B. im Print- und Onlinebereich kreativ zu nutzen. Leider sind viele interessante Lösungen oft sehr zeitintensiv und/oder kostspielig. Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, versuche ich aber das Beste draus zu machen und möglichst viel rauszuholen, sowohl online, als auch offline.

Ich bin dennoch der Ansicht, dass ein gutes Album mit einfallsreichen, kreativen und hochwertigen Musikvideos das Wichtigste ist. Das Produkt muss für sich selbst sprechen können und auch ohne Marketing funktionieren und überzeugen. Wenn das allein schon nicht überzeugen kann, nutzt wahrscheinlich das beste Marketing recht wenig.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Crystal-Ice: „Ich habe bisher alles selber gemacht, bis ich irgendwann gemerkt habe, dass ich zu viel Zeit verliere und schneller zum Ergebnis komme, wenn ich Aufgaben verteile und professionelle Leute an den Projekten mitarbeiten lasse, die Ahnung davon haben.

Als ich das damals hobbymäßig gemacht habe, lief noch alles über Homerecording. Damals hatte ich auch gerade noch genug Geld für ein vernünftiges Mikro und das war’s dann. Heute will ich aber damit mein Geld verdienen und arbeite perfektionistisch mit Liebe zum Detail mit professionellen Fachleuten zusammen, um den Kunden ein hochwertiges Produkt zu liefern. Dabei ist das Beste gerade gut genug.

Als Executive Producer organisiere und leite ich das ganze Projekt bis hin zur Qualitätskontrolle. Irgendwo kommt man aber auch mit dem Budget an seine Grenzen, wo man sich dann den Kopf darüber zerbrechen muss, wie man manchmal auch mit wenigen Mitteln trotzdem an ein zufriedenstellendes Ergebnis kommt.

Momentan beschäftige ich mich neben dem Schreiben meiner Songtexte hauptsächlich mit Marketing, organisatorischem Kram und bearbeite hin und wieder noch die Musikvideos. Ansonsten überlasse ich den Rest meinen Audio- und Videoexperten.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder Dein größter Erfolg:

Crystal-Ice: „Das beste Erlebnis ist zuverlässige Freunde und Partner kennengelernt zu haben, auf die man sich wirklich verlassen kann, die hinter einem stehen, einen unterstützen und die an einen glauben, mit denen man auch ohne großes Budget, große Projekte umsetzen und seine Träume verwirklichen kann. Diesen Support weiß ich besonders zu schätzen und kann diesen Leuten gar nicht genug danken, was sie für mich getan haben, weil ohne sie vieles nicht möglich gewesen wäre.

Ich denke es gibt viele Bausteine, die zusammen funktionieren müssen, die letztendlich für den Erfolg eines Künstlers ausschlaggebend sind, was nun in der Summe erfreulicherweise dazu geführt hat, dass ich mein Album „Crystyle“ rausbringen konnte und auch eine treue Fanbase habe, die mich gerne unterstützt.“

8.) In wie vielen Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

Crystal-Ice: „Ungefähr 2012 hat es angefangen, da habe ich einen großen Featuretrack mit allen zu der Zeit aktiven Rappern aus Aachen samt Musikvideo organisiert. Vor „Crystyle“ habe ich bereits zwei Alben als free download mit mehreren kreativen Musikvideos veröffentlicht, damit die Leute meine Musik erstmals kennenlernen konnten. Das Erste hieß „Frostgefahr“ und das Zweite „Total unterschätzt“, beides überwiegend Homerecording. Darauf habe ich zahlreiche Rapper/Musiker gefeaturet, die hauptsächlich aus Aachen kommen.

Ich finde es interessant mehrere Rapper auf einem Song zu featuren, die von alleine nie zusammengearbeitet hätten, auf einem bestimmten Beat nie rappen würden oder über ein bestimmtes Thema nie rappen würden. Das ist eine Besonderheit in meiner Musik, was meiner Meinung nach sehr krasse Songs hervorbringt.

Hauptsächlich habe ich bisher meinen eigenen Kram gemacht und auch einige Rapper aus der Region unterstützt, sei es durch Features, Musikvideos, was auch immer. Nun wäre es sicherlich sehr interessant öfter überregional mit anderen Rappern zusammenzuarbeiten.“

9.) Hast Du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Crystal-Ice: „Leider nein. Ich wünschte jemand hätte mir in meiner Jugend das Keyboardspielen beigebracht, damit ich jetzt viel einfacher meine eigenen krassen Beats bauen könnte. Alles was ich kann, habe ich mir bisher autodidaktisch beigebracht.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

Crystal-Ice: „Sucht euch einen Mentor, der schon etwas erreicht und Erfahrung gesammelt hat, von dem ihr lernen könnt.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Crystal-Ice: „Wie schafft ihr es eure Songtexte so schnell auswendig zu lernen?
Es hilft, wenn man sich eine Testaufnahme immer wieder anhört und mitrappt.“

Vielen Dank für das Interview an Crystal-Ice. Sein Album, Videos und News findest Du unter den folgenden Links.

Weblinks:

Amazon: https://www.amazon.de/Crystyle-Crystal-Ice/dp/B06XB328G7
YouTube: https://www.youtube.com/user/CrystalIceDogg/videos
Facebook: https://www.facebook.com/crystal.ice.like

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