Nachgefragt bei Heike Huth

Heike Huth ist Sängerin, Solistin sowie Bandleader und ist derzeit in den Musikprojekten Black Velvet und Hilde Huth aktiv. Ihre Stimme klingt für mich rauchig, markant, dennoch sinnlich und wird, wenn man sie live erlebt, nur von ihrer charismatischen Ausstrahlung übertroffen. Grund genug, ihr ein paar Fragen zum Thema Gesang und Bühne zu stellen. Erfahrung hat die Dessauerin mit der Altstimme ja ausreichend, wie sie gleich verrät. Musikalisch ist sie:

„In vielen Genres zu Hause!“

Heike Huth

© Foto: Felix Borchardt

10 Fragen an Heike Huth

1.) Seit wann singst Du und wie hast Du begonnen?

Heike Huth: „1974 wurde ich, im Ferienlager (vom Sohn eines Gesangslehrers) „entdeckt“, 😉 4-jährige Gesangsausbildung, später weitere musikalische Ausbildung durch Dozenten der Musikhochschule Hanns Eisler Berlin. Doch die beste Ausbildung erfährt man durch die Bühne selbst!“

2.) Wie oft übst Du?

Heike Huth: „Nur wenn ich unbedingt muss! Oder, wenn ich ein neues Programm vorbereite! Ansonsten bin ich sehr „probefaul“ !“

3.) Wie lernst Du Stücke auswendig?

Heike Huth: „Je älter man wird, desto schwieriger ist es, sich Texte zu merken! Jedenfalls geht es mir so! Bei Melodien ist das anders! Musikalisch begabte Leute verinnerlichen Melodien im Allgemeinen sehr schnell!

Methode: Immer wieder anhören, bis man den Titel drauf hat! 😉 Wenn man bedenkt, dass ich in meiner Freizeit so gut wie keine Musik höre, kann das Üben eines neuen Songs ganz schön nervig sein!!!“ 😉

4.) Was machst Du hauptberuflich? Lebst Du von der Musik? Wenn ja, seit wann?

Heike Huth: „Ja, ich bin hauptberuflich Musiker. Kein leichtes Unterfangen in der heutigen Zeit! Um von der Musik leben zu können, muss man flexibel sein! Deshalb mache ich verschiedene Projekte! Außerdem bin ich gerade dabei, meine Ausbildung als Musiktherapeutin abzuschließen, um für die Zeit nach der Bühne abgesichert zu sein! Unerwähnt darf ich auch meinen Mann nicht lassen, der mich unterstützt, wenn es mal nicht so läuft! Mit einigen Unterbrechungen verdiene ich seit 35 Jahren mein Geld mit der Musik!“

5.) Was war Dein schönster Auftritt oder Deine liebste Rolle?

Heike Huth: „Das kann ich nicht so genau sagen! In 35 Jahren erlebt man eine ganze Menge! Alles hat seinen Reiz! Meine Zeit mit dem Lothar Stuckart Orchester war intensiv und lehrreich! Ich durfte mit weltbekannten Musikern auf der Bühne stehen! Aber auch alle anderen Projekte haben mich geformt und voran gebracht! Im Moment allerdings fühle ich mich in der Rolle als „Hildegard Knef“ am wohlsten!“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich neben dem Singen noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Heike Huth: „Ich kümmere mich um alle Belange selbst. Von der Programmgestaltung, über Marketing, Booking, Technik und die gesamte Organisation! Allerdings habe ich tolle Kollegen, auf die ich mich 100%ig verlassen kann! Sonst würde das nicht funktionieren.“

7.) Wie gehst Du mit Lampenfieber um?

Heike Huth: „Lampenfieber – gibt sich mit den Jahren! Wie bei jedem Beruf schleicht sich irgendwann Routine ein. Bei der Premiere eines neuen Programms ist man schon mal aufgeregt! Da hilft dann ein Prosecco!“ 😉

8.) In welchen Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt und bist Du noch aktiv?

Heike Huth: „Oh, die Liste ist lang! Erste Bühnenerfahrung habe ich bei der Dessauer Mädchenband gesammelt. Anschließend war ich Frontfrau bei verschiedenen Partybands. (ELAN, P.U.L.S, For Sale)

Das Lothar Stuckart Orchester war (1988) dann der erste Schritt in die Profiliga! Nach der Wende ging es weiter mit der Dirk Jecht Bigband! Nach meiner Babypause und einem mehrjährigen Aufenthalt im Ausland (Portugal), habe ich, gemeinsam mit meinem Mann, BLACK VELVET ins Leben gerufen! Bis heute sind wir viel unterwegs mit unserer Partyband! Zudem bin ich mit zwei Projekten, EINE HOMMAGE AN HILDEGARD KNEF und DIVEN DER VERGANGENHEIT, auf Tour.“

9.) Hattest Du bisher mal stimmliche Probleme? Was war die Lösung dafür?

Heike Huth: „Im Laufe der Jahre hat sich meine Stimme enorm verändert! Vor 10 Jahren war es ein Leichtes für mich, Titel von Whitney Houston und Celine Dion zu singen! Heute kann ich so hoch nicht einmal mehr denken! 😉 Was den Umgang mit der Stimme betrifft, bin ich kein gutes Vorbild! Mein Talent habe ich immer als gegeben hingenommen und meine Stimme nicht gut gepflegt! LEIDER! Irgendwann habe ich gesungen, obwohl ich es nicht hätte tun dürfen! Man denkt ja immer, man sei unersetzlich! Das hat sich gerächt und heute singe ich Lieder von Hildegard Knef und Zarah Leander! 😉 Hahaha! Nein, es geht schon noch! Aber gute Tipps zur Stimmenpflege kann ich nicht geben!“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Sänger & Sängerinnen?

Heike Huth: „Das Wichtigste für eine Sängerin, außer natürlich Talent, ist Authentizität! Egal, welche Art Musik man macht, man muss sich selbst dabei treu bleiben! Jeder Song, auch wenn er gecovert wird, muss zu deinem eigenen werden! Ich könnte jetzt sagen, man muss an seinen Traum glauben! Stimmt auch! ABER, man sollte sich dessen bewusst sein, dass das Musikerleben, kein leichtes Leben ist!“

Vielen Dank für das Interview an Heike Huth. Weitere Infos über die Sängerin und ihre Projekte findest Du auf den folgenden Links.

Weblinks:

black-velvet-dessau.com

hilde-huth.de

mobile-musiktherapie-dessau.de

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