Nachgefragt bei Mia

Die Sängerin Mia übernimmt in ihrer Band „DUDE“ nicht nur eine der Leadstimmen, sondern schreibt nebenbei auch Texte. Außerdem ist sie als Akkordeonistin und Leadstimme bei der „Fröhlichen Harmonika Band Dessau“ aktiv. Begeistern kann sie sich vor allem für Rock, Pop, Punk und alles, was Spaß macht. Im Interview packt sie nun ein paar Details zum Thema Gesang aus. Über ihre Stimme sagt sie mit einem Augenzwinkern:

„Man sagt, ich habe eine schöne rotzige Stimme – andererseits aber auch eine rauchige Stimme – ich fasse zusammen: Ein Goldkehlchen im Stimmbruch.“

Mia

© Foto: Denny Heyer

10 + 1 Fragen an Mia

1.) Seit wann singst Du und wie hast Du begonnen?

Mia: „Also eigentlich habe ich schon immer gesungen. Wenn man mich mit 3 Jahren gefragt hat, was ich werden möchte, meinte ich: Sängerin! Oder Model… – da meine Maße das eine nicht zulassen… 😉 Zur Musik im Allgemeinen fand ich sehr früh. Mein Bruder spielte mit 7 Jahren Akkordeon (ich war zu dem Zeitpunkt gerade 2), so wuchs ich damit auf. Selbst fing ich mit 7 Jahren an, Akkordeon zu spielen…meine Leidenschaft für die Musik wuchs und auch der Wunsch zu singen brodelte noch immer in mir. Ab der 9. Klasse gab es bei uns an der Schule die Möglichkeit, in den Chor zu gehen, diese nutzte ich und sollte hier schon bald die Mitglieder meiner ersten Band kennenlernen. Ich werde nie vergessen, wie ich zum ersten Mal in ein Mikro sang und mich erschrak, wie schrecklich ich klinge. Also mit ca. 14 Jahren begann mein Banddasein als Frontfrau. Ich hatte zwar 2 Mal kurzzeitigen (jeweils ein Jahr) Gesangsunterricht, aber eine Ausbildung habe ich im klassischen Sinne nicht genossen. Ich tue das, was sich gut anfühlt und meiner Meinung nach gut klingt.“

2.) Wie oft übst Du?

Mia: „Eigentlich singe ich immer. Manchmal bemerke ich gar nicht, dass ich gerade beim Radio mitsinge. Eine feste Probe haben wir einmal die Woche. Im Orchester wird ebenfalls gelegentlich der Gesang geübt, aber das geschieht eher seltener. Ich würde sagen, ich singe immer… im Auto, beim Kochen, wenn mir spontan mal wieder ein unpassendes Lied in den Sinn kommt…“

3.) Wie lernst Du Stücke auswendig?

Mia: „Ich würde sagen, dies erfordert bei mir gar nicht so viel Übung. Die meisten Lieder schreibe ich tatsächlich selbst, da fällt es mir leicht, sich den Text zu merken. Ansonsten kann ich mir Songtexte sehr schnell merken. Würde das in allen Lebensbereichen funktionieren, wäre ich wohl ein kleines Genie.“

4.) Was machst Du hauptberuflich? Lebst Du von der Musik? Wenn ja, seit wann?

Mia: „Im Moment mache ich noch einmal eine Ausbildung zur Industriekauffrau, um mir eine Zukunft in Dessau zu ermöglichen. Von der Musik leben würde ich gar nicht wollen. Für mich ist Musik ein seelischer Ausgleich zum sonst tristen Leben. Ich versuche ein professionelles Niveau zu wahren, möchte allerdings nie hauptberuflich Musik machen, aus Angst es könnte mir die Freude an meiner Leidenschaft nehmen.“

5.) Was war Dein schönster Auftritt oder Deine liebste Rolle?

Mia: „Das ist eine schwere Frage. Es gibt viele besondere Momente und Auftritte, an die ich denke. Als ich mit meiner ersten Band spontan ein Unplugged-Konzert gab und einer meiner besten Freunde mir die ganze Zeit die Hand hielt und vor mir auf dem Boden saß, nur um mir Mut zu geben. Als ich Freunde zu Tränen rührte mit meinem Gesang (hoffentlich vor Freude) oder als ich spontan im Urlaub mit einem Alleinunterhalter auftrat und der ganze Stolz meiner Mutter war. Aber ich glaube, der schönste Moment war, als ich vergangenes Jahr auf der Hochzeit meines Bruders singen durfte. Für mich war das etwas Besonderes, weil der Tag ein so besonderer war. Dass ich das durfte, bedeutete mir viel.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich neben dem Singen noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Mia: „In unserer Band halte ich noch den Posten der Organisatorin inne. Wer Gigs möchte, tritt meist an mich heran. Das hat sich unbewusst so entwickelt. Ansonsten schreibe ich noch Texte, aber da tauschen wir uns alle aus.“

7.) Wie gehst Du mit Lampenfieber um?

Mia: „Nun bei Bandauftritten neige ich dazu, mir im Voraus 2 bis 12 Bier zu gönnen (eher 2 als 12) 😉 und jedem mit meiner Nervosität auf die Nerven zu gehen. Ansonsten genieße ich aber den Adrenalinkick und freue mich darauf. Innerlich gehe ich gern noch mal die Lieder durch, um dann völlig panisch festzustellen, dass ich ein Stück Text vor lauter Aufregung vergessen habe. 😀 Meist stehe ich das Lampenfieber durch, versuche nicht so viel über den Gig nachzudenken, hoffe darauf, dass alles funktioniert und genieße den Adrenalinkick auf der Bühne.“

8.) In welchen Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt und bist Du noch aktiv?

Mia: „Ich habe schon bei vielen unbekannteren Bands in den Genres: Nu Metal, Gothic Rock, Tanzmusik, Reggae (Jahlula aus Dessau), Indie-Rock, Hip Hop (tatsächlich aber nur gesungen!) und jetzt Hardcore Punk (DUDE) gesungen.“

9.) Hattest Du bisher mal stimmliche Probleme? Was war die Lösung dafür?

Mia: „Ich hatte vor ein paar Jahren eine Stimmbandentzündung. Nun nach der Diagnose erfolgte eine Krankschreibung mit absoluter Schweigepflicht. Nachdem nur eine leichte Besserung zu verzeichnen war, ging ich zum Logopäden. Dieser stellte fest, dass es nicht am Sprechen an sich lag, sondern vom falschen Singen kommen muss. Also suchte ich nach einer Gesangslehrerin, die mir zeigte, wie ich meine Stimme wieder fit bekomme. Leider war die Dauer nicht ausreichend, meine Stimme hatte sich nicht vollständig erholen können. Ich achte im Moment einfach darauf, mit weniger Druck zu singen und mich vor schwierigen Auftritten einzusingen. Ich bin auch in der Nachbehandlung vorsichtiger geworden und singe nicht mehr, wenn ich heiser bin.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Sänger & Sängerinnen?

Mia: „Ich dachte früher immer, dass es wichtig ist zu singen. Egal wo. Ich würde jedem empfehlen, eine Band zu gründen oder zu suchen, in der man mehr als nur ein Musiker ist – wo man tatsächlich auch menschlich harmoniert, auch seine Freizeit gerne miteinander verbringt. Das macht schon viel aus. Und es ist egal, was andere von der Musik halten oder wie man dort gerade singt. Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt und dahintersteht.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Sänger/innen wissen?

Mia: „Wie bereitest du dich auf Auftritte vor? – Ich selber mache mir gern einen ruhigen Abend vorher, esse was Schönes, trinke vor allem Tee und Milch mit Honig (nur abends vorm zu Bettgehen), entspanne, sorge dafür, dass ich auch am nächsten Tag nicht in Stress verfallen kann. Meist versuche ich vor allem meine Stimme zu schonen.“

Vielen Dank für das Interview an Mia. Online ist sie auch unter folgenden Links zu finden.

Weblinks:

www.facebook.com/dudedessau (Band)

www.facebook.com/mia.winterfeld (privat)

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