Nachgefragt bei Michael Mölders

Heute geht es um Musiker & Produzent Michael Mölders. Michael ist „Your Mixing Guy“. Er kennt sich bestens aus, wenn es um Recording, Mixing und Mastering geht. Seine Vorliebe gilt der analogen Welt im digitalen Zeitalter. In seinem Studio kombiniert er jedoch beide Möglichkeiten. Im Interview verrät er, wie alles bei ihm angefangen hat und worauf es seiner Meinung nach im Social Media sowie beim Musikmachen ankommt.

Nachgefragt bei Michael Mölders

Foto: © Michael Mölders

10 Fragen an Michael Mölders

1.) Seit wann bist Du musifiziert?

Michael Mölders:Mit 6 Jahren habe ich mit klassischem Klavierunterricht angefangen, mit 14 dann autodidaktisch Gitarre gelernt, in diversen „Rockbands“ gespielt und mit 17 so langsam gemerkt, dass mich die Soundgestaltung interessiert. Das hatte dann zum Ergebnis, dass ich mich erstmals mit Tontechnik auseinandergesetzt habe.

In meiner Jugendzeit habe ich so einige „Phasen“ durchlebt und auch damit verbundene Musikstile kennengelernt. Das Schlüsselerlebnis war aber sicherlich die Entdeckung des Blues. Und genauso, wie sich der Blues in alle Musikrichtungen erstreckt hat, ging es mir mit meiner musikalischen Entdeckungsreise. Die Eindrücke, die ich auf dieser Reise gesammelt habe – und noch immer sammle – haben mich vom ersten Moment an nicht mehr losgelassen. Daher war dann sehr schnell klar, dass das alles nicht nur ein Hobby ist und auch kein Beruf, sondern vielmehr Berufung. Ich konnte mir nicht mehr vorstellen irgendetwas anderes zu tun, als mich in irgendeiner Form mit Musik auseinanderzusetzen.“

2.) Womit fängst Du beim Songwriting an?

Michael Mölders: „Für mich wirkt ein Song als Ganzes! Oftmals ist es gar nicht wichtig, dass einzelne Elemente überragend sind oder herausstechen. Der Gesang/Text ist ebenso nur ein Teil des Gesamtgefüges wie alles andere auch. Songs basieren auf und transportieren (zumindest im Idealfall) ein Gefühl. Wenn ich also ein Gefühl, eine bestimmte Stimmung zum Ausdruck bringen möchte, dann kann das sogar mit einem Schlagzeugrhythmus passieren. Wenn der Rhythmus meine Stimmung aufgreift, suche ich nach weiteren Elementen/Instrumenten, die das Ganze unterstützen können und songdienlich sind. Aber klar, es kommt häufiger vor, dass ich mit einer akustischen Gitarre irgendwo sitze oder am Klavier.“

3.) Wie ist Dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Michael Mölders: „Da ich keine eigenen Veröffentlichungen als Künstler mache, kann ich hier lediglich den „Normalfall“ in der Zusammenarbeit mit Bands darstellen: momentan sind es überwiegend junge Künstler, mit denen ich zusammenarbeite. Es kommt vor, dass eine Band mich einfach nur bucht, um mit mir aufzunehmen, aber in der Regel beginnt meine Arbeit deutlich früher. Manchmal bereits beim Songwriting, manchmal etwas später, wenn es ums Arrangement geht.

Kontaktiert mich eine Band mit „aufnahmefertigen“ Songs, geht man meist trotzdem noch mal einen Schritt zurück und schaut, ob man nicht doch noch etwas mehr rausholen kann, bevor es für die Ewigkeit festgehalten wird. Ab diesem Moment bin ich als Produzent ein Teil der Band und bin dafür verantwortlich Kreativität zu kanalisieren und natürlich auch selbst beizusteuern. Die meisten Bands, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, veröffentlichen ihre fertigen Alben dann bei kleineren Independent Labels. Auf der anderen Seite arbeite ich aber auch als Mixing Engineer und das läuft oftmals komplett online ab. Bei dieser Tätigkeit kommt es dann natürlich auch oft vor, dass ich zu Hause aufgenommene Songs mischen muss. Daher ist bezogen auf den Entstehungsprozess eines Albums eigentlich schon alles dabei gewesen.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest Du & womit nimmst Du auf?

Michael Mölders: „Diese Frage in voller Länge zu beantworten ist nicht ganz „fair“! Kurz und knapp: gutes Mikrofon, analoges Mischpult, neutrale Wandler, ProTools, neutrale Speaker.“

5.) Was tust Du, um Leute auf Deine Werke aufmerksam zu machen?

Michael Mölders: „Social Media ist heute natürlich ein wichtiger Baustein in der Außendarstellung eines jeden Künstlers – wozu ich mich ja durchaus auch zähle – jedoch wird hier auch oftmals zu viel Aufsehen drum gemacht. Über Facebook, Instagram, etc. kann ich mir zwar ein Image aufbauen und dieses kommunizieren, jedoch wird man darüber niemals eine breite Masse an Fans generieren können – es sei denn, man nimmt viel Geld in die Hand.

Das meiner Meinung nach Entscheidende für jeden Künstler ist der direkte Kontakt zu potenziellen Fans. Keine Facebook-Kampagne wird jemals die positiven Emotionen und Assoziationen ersetzen können, die zum Beispiel ein Live Konzert generieren kann. In meinem speziellen Fall trifft das Gleiche zu, nur ist es eben nicht das Konzert, sondern das gemeinsame Kreativsein, meine Fähigkeit die Emotionen eines Künstlers einfangen zu können und auf den Punkt zu bringen oder Ähnliches. Durch die dadurch entstandene Verbundenheit wird eben jener Künstler mehr Positives über mich und meine Arbeit in die Welt hinaustragen, als es über die sozialen Medien jemals authentisch möglich wäre.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Michael Mölders: „Ich versuche, soweit es möglich ist, nichts aus der Hand geben zu müssen! Nicht aus einer Art Kontrollzwang heraus, sondern weil ich möchte, dass alles, was ich tue meine Handschrift trägt und mich widerspiegelt. In der Kreativbranche/Kunst gibt es kein Richtig und Falsch. Daher buchen mich Künstler nicht aufgrund meiner Fähigkeiten und meines Know-hows, sondern vielmehr wegen meines Geschmacks. Und weil sie der Meinung sind, dass sie und ich menschlich und musikalisch zusammenpassen. Es wäre für mich daher auch zum Beispiel unvorstellbar, dass sich irgendwann jemand anderes außer mir um so etwas Triviales, wie meinen Instagram Account kümmern würde.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder Dein größter Erfolg:

Michael Mölders: „Das kann ich absolut nicht auf ein Erlebnis reduzieren. Jeder Moment des gemeinsamen Erschaffens von Kunst, der Wertschätzung meiner Arbeit durch andere oder auch nur das Hören des richtigen Songs im richtigen Moment wäre es wert an dieser Stelle genannt zu werden!“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

Michael Mölders: „Über die letzten Jahre kamen da sicherlich durchaus einige Bands zusammen, mit denen ich enger zusammengearbeitet habe. Aber als wirklicher Teil der Band betrachte ich mich eher nur bei einer Handvoll Bands. Das sind dann auch gleichzeitig diejenigen, mit denen ich bereits seit vielen Jahren zusammenarbeite oder bei denen abzusehen ist, dass es viele Jahre werden.“

9.) Hast Du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Michael Mölders: „Klavierunterricht & Studium: Populäre Musik und Medien.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

Michael Mölders: „Ich bin fest davon überzeugt, dass es das Wichtigste ist, sich selbst treu zu bleiben. Keine Band der Welt hat es jemals zu Ruhm gebracht, weil sie sich verbogen hat – ich beschränke mich jetzt mal auf authentische Bands und lasse Retortenprodukte außen vor. Wenn ihr genau das macht, was euch gefällt, werdet ihr damit auch andere Menschen begeistern können. Wie viele das jedoch sein mögen, hängt von zu vielen Faktoren ab, als dass es es wert wäre Kompromisse einzugehen, um ein paar mehr Leuten zu gefallen.“

Vielen Dank an Michael Mölders für das Interview. Wenn Ihr nun mehr über seine Arbeit als „Your Mixing Guy“ erfahren wollt und ihn vielleicht auch engagieren wollt, dann schaut gern unter den folgenden Links nach.

Weblinks:
yourmixingguy.com
facebook.com/yourmixingguy
instagram.com/yourmixingguy

 

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