über das Musikerdasein

Heute will ich mal ein wenig über die Seiten des Musikerdaseins schreiben, die nicht unbedingt immer offensichtlich sind. Als Musiker sehen dich die meisten Menschen nur auf der Bühne. Das heißt bei öffentlichen oder privaten/geschlossenen Veranstaltungen. Entweder wurde man gebucht oder man organisiert selbst das Konzert und kümmert sich um alles, was dazugehört. Was außerdem für die meisten klar ist, dass man seine Songs selbst schreibt (sofern man nicht nur Interpret ist). Man macht Aufnahmen, arbeitet am nächsten Album, macht Fototermine (die sog. „Shootings“) und hat hier und da Pressetermine. Doch was gehört eigentlich noch dazu? – Natürlich das Üben. Also das Proben der Stücke für die Auftritte. Das ist klar. Manche Musiker nehmen sogar Unterricht, um besser zu werden. Ich zum Beispiel gehe seit einiger Zeit zum Gesangsunterricht und langsam bemerke ich sogar kleine Verbesserungen. Andere Musiker wiederum geben Unterricht (zBsp. Gitarrenunterricht), um sich damit noch zusätzlich Geld zu verdienen. Wer unabhängig sein will oder noch nicht die passenden professionellen Partner gefunden hat, der muss sich außerdem um weitere entscheidende Bereiche kümmern. Dazu gleich mehr.

Besonders wichtig ist für Musiker heutzutage auch eine professionelle Präsenz im Internet. Man sollte wenigstens auf eine eigene Homepage verweisen können, auf der sich potenzielle Interessenten, Fans und Auftraggeber informieren können. Diese sollte über alle wichtigen Infos und Kontaktmöglichkeiten verfügen und ansprechend gestaltet sein. Aktualität vorausgesetzt. Wer sich zusätzlich mit Social Media beschäftigt, wird feststellen, dass man auch dort viele Menschen erreichen kann, wenn man regelmäßig dran bleibt und kreativ ist. Jedoch wird da mehr und mehr die Reichweite so eingeschränkt (zbsp. bei Facebook), dass gepostete Beiträge nicht mehr alle Fans deiner Musiker-Seite erreichen, auch wenn sie dir dort folgen. Diese Plattformen funktionieren eben über Werbeeinnahmen, das darf man nicht vergessen. Und wenn du dort Werbung schaltest, dann werden deine Beiträge auch wieder für mehr Leute sichtbar. Ich glaube, das ist ein ziemlich komplexes Thema, daher gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein. Fans von den Social Media Plattformen auf deine Homepage zu lenken, sollte das Hauptziel sein. Doch egal ob YouTube, Facebook, Instagram oder was es nicht alles gibt. Wichtig ist, dass man dort aktiv ist und nicht nur ein leeres Profil hat, auf dem nichts passiert. Es gibt auch Musikerplattformen, wo man sich mit seiner Musik ebenfalls Profile anlegen kann. (Reverbnation, MySpace, Soundcloud, Backstage Pro, LastFM etc.) Ob das was bringt und wie viele Profile wirklich sinnvoll sind, ist eine andere Frage. Ich konzentriere mich da auch nur auf die, die mir sinnvoll erscheinen. Wichtiger ist meiner Meinung nach die eigene Homepage! Und als Nächstes auch ein Newsletter. Das ist der direkte Draht zu den Fans. Social Media und Internetpräsenz sind also große Themen, die man nicht unterschätzen sollte. Doch was gibt es sonst noch zu tun, wenn man unabhängiger Musiker ist?

Was ist zu tun?

Im Schnelldurchlauf sind hier mal fast alle Sachen aufgelistet, die beim Musikerdasein eine Rolle spielen (können) bzw. die regelmäßig auf meiner To-Do-Liste stehen. Manches benötigt mal mehr und anderes weniger Zeit.

– Konzerte spielen (solo oder mit Band)

– Songs schreiben (Text und Komposition für eigene Zwecke)

– Musik produzieren (am Rechner mit div. Sounds)

– Aufnahmen machen (Gesang & Instrumente)

– Pressetermine wahrnehmen und „erschaffen“

– üben / proben (allein und mit Band)

– Gesangsunterricht nehmen

– um Styling/Outfit/Erscheinungsbild kümmern

– Autogrammwünsche erfüllen

– CDs bei Konzerten verkaufen

– Flyer und Werbematerial gestalten

– Social Media Posts vorbereiten

– auf geeignete Contests bewerben

– Homepage erstellen, gestalten / aktualisieren

– Texte (Beschreibungen) verfassen

– Fotoshootings & Drehs

– Aktionen überlegen & umsetzen (Marketing)

– YouTube-Videos machen (ausdenken, drehen, schneiden, veröffentlichen)

– Sounds ausprobieren / „zufällig“ Instrumentale basteln

– Songaufträge bearbeiten: schreiben/aufnehmen/produzieren

– Buchhaltung bzw. Einnahmen & Ausgaben verwalten

– Bookingakquise

– Recherchen (mögliche Locations für Konzerte, Ideen etc.)

– Vertragsabwicklung (Konditionen, Rechtliches etc.)

– Fanpost / Nachrichten / Anfragen beantworten

– CD Bestellungen bearbeiten (Zahlungseingänge / Versand)

– Bemusterung von Medien & Plattformen

– Pressemitteilungen vorbereiten

– Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern

– Konzeptarbeit

– Newsletter und Blogs (wie diesen hier) schreiben

– Zwischenmoderationen für Konzerte vorbereiten (Stichpunkte)

– Essen & Trinken, Freizeit und Freunde & Familie nicht vergessen!

Man lernt nie aus

Wenn man sich im Bereich Selbstvermarktung als Musiker weiterbilden und sich vor allem in seinem Musikerdasein weiterentwickeln will, dann gibt es da eine Vielzahl an Möglichkeiten. Entweder schaut man sich bei Musikern, die bereits erfolgreich sind, bestimmte Vorgehensweisen ab oder man sammelt Tipps von Experten, die sich auskennen und wendet diese im eigenen Projekt an. Dazu kann man unzählige Bücher lesen, aber auch etliche Plattformen mit frei zugänglichen Inhalten finden. Hier will ich mal einige meiner Online-Schmökerquellen verraten:

1.)  Delamar & Delamar Podcast

2.)  Bonedo

3.)  Musiker-Erfolg

4.)  Musikvermarkten.de

5.)  Backstage Pro

6.)  Musiker-Board

7.)  Singen ohne Angst

8.)  Musicbiz Madness

9.)  Music n Stuff

10.) Musikpromotion Magazin

Sicher gibt es noch einige Seiten mehr dazu. (Musifiziert.de zum Beispeil) Nicht zu vergessen die ganzen Tutorials auf YouTube, die man zu allen Themen finden kann. Aber ich will es mal nicht übertreiben. Fakt ist, und das wissen wir ja alle schon vom Poptitan, „Talent allein reicht nicht aus. 97% sind harte Arbeit. Und über Nacht wird man eben nicht zum Star!“ Sicher kann man die Arbeit auch an ein Label, Agenturen, Booker, Manager und so weiter übertragen. Doch zum einen wollen diese bezahlt werden oder zumindest ein Stückchen vom Kuchen abhaben, zweitens muss man erst mal die passenden Partner finden und sich auf diese auch verlassen können und drittens muss man bereit sein, Entscheidungen über sein „Baby“ abzugeben und damit klarkommen, von anderen abhängig zu sein. Ich glaube, man kann nicht in allen Bereichen glänzen, selbst wenn man alles allein macht. Das hat mir meine persönliche Erfahrung bisher gezeigt. Dem einen liegen bestimmte Bereiche mehr, als andere. Und dann brauch man für bestimmte Sachen einfach sehr viel länger, wenn man dazu vorher noch keinen Bezug hatte. Mal ganz abgesehen von den finanziellen Mitteln für Werbung etc. Mein liebster Bereich neben dem eigentlichen Musikmachen ist das Thema Onlinemarketing/die Präsentation meines Projekts nach außen. In anderen Bereichen wie beim Booking, Vertrieb oder dem Management wär ich zum Beispiel durchaus bereit, Arbeit abzugeben. (Wer sich für eine Zusammenarbeit mit Binegra in diesen Bereichen interessiert und entsprechende Referenzen nachweisen kann, kann mich gern kontaktieren.)

Was kann man nun als Fazit sagen: Musiker zu sein, hat nicht nur etwas mit Musik machen, im Sinne von Auftreten, Musik produzieren, kreativ sein oder gar berühmt sein zu tun, sondern viel mit Selbstdarstellung, Disziplin, Ausdauer, Vermarktung und unternehmerischem Handeln. Zumindest wenn man nicht nur Hobbymusiker sein will. Aber auch da kann ich sagen, bei mir hat alles mit einem Hobby angefangen. Also nicht entmutigen lassen und in kleinen Schritten einfach anfangen!

Was sind Deine Erfahrungen im Bereich Musikerdasein? Was steht auf deiner To-Do-Liste? Hast Du Unterstützung von Bandmitgliedern, Familie oder Freunden? Oder bist Du ein „ich-wuppe-das-alles-selbst-Musiker“? Hast Du Erfahrungen mit sogenannten professionellen Partnern gemacht? Was kannst Du noch ergänzen oder was siehst du möglicherweise anders? Lass es mich wissen, inspiriere und schreib einen Kommentar.

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