Homerecording: Wie nehme ich einen Song auf?

In einem Video Tutorial habe ich vor einiger Zeit bereits einen ersten Eindruck gegeben, wie ich meine Songs vorproduziere. Ich zeigte dort, wie ich anfangs zu Hause mit den vorhandenen Möglichkeiten meine Songs aufgenommen habe. Ich nutze das Heimstudio zusammen mit meinem Freund Pille, der mir einst gezeigt hat, wie ich damit selber arbeiten kann. (Am Besten, man schreibt sich als Anfänger alles mit, was man für die Arbeit mit dem Programm & Equipment wissen muss. Später noch mal nachfragen, kann man dann immer noch, wenn es um konkrete Anwendungen geht.)

Seit dem Video haben sich zwar zum Teil ein paar Dinge am Equipment geändert. Der Ablauf ist im Grunde aber noch genauso.

Deshalb ist auch das folgende Video noch aktuell:

Per Homerecording ist auch mein erstes Album entstanden. Ich habe die Songs eingespielt, einen konkreten Songablauf festgelegt, erste Demo-Gesangsspuren aufgenommen und später dann zusammen mit Pille richtige Gesangsaufnahmen dafür gemacht. Da Pille Schlagzeuger ist, konnte er bei bestimmten Songs einige Details in den Drumspuren ausbessern und so zum Beispiel authentischere Fills einbauen, die mir als „Nicht-Schlagzeugerin“ so nicht mal eingefallen wären. Wenn man also jemanden kennt, der fit an seinem Instrument ist und die Möglichkeit besteht, dann kann es von Vorteil sein, wenn man das Instrument von demjenigen einspielen lässt, der es besser kann.

Was hat sich verändert?

Mittlerweile benutzen wir nicht mehr den Kleiderschrank als Aufnahmekabine, sondern verwenden einen Mikrofonabsorberschirm. Auch beim Mikrofon sind wir auf ein Besseres umgestiegen. Dazu gleich mehr.

Was benötigt man zum Aufnehmen im Heimstudio?

Da ich öfter gefragt wurde, möchte ich hier auch gleich eine kleine Zusammenfassung geben, welches Equipment wir benutzen und was man als Einsteiger im Homerecording eigentlich benötigt.

Das Programm, welches wir als DAW nutzen, heißt Reaper und ist recht günstig zu bekommen. Ich glaube für ca. 40 Dollar erhältlich. Ich finde es sehr übersichtlich und intuitiv zu bedienen. Das funktioniert auf Laptop und PC ganz gut. Ich nutze für 2 spurige Aufnahmen (Bspw. für Wohnzimmer-Musikvideos) meinen Laptop und für größere Arrangements mit mehreren Instrumenten einen festen PC mit mehr Leistung und guter Soundkarte. Es reicht aber auch ein Laptop mit Interface. Unser Interface für die Aufnahmen am Laptop heißt M-Audio Fasttrack Pro (ist nicht mehr erhältlich, aber es gibt Ähnliche) und hat zusammen mit einem Großmembranmikro (Studio Projects B1 von Thomann) ca. 250 Euro gekostet. Das klingt schon ganz brauchbar und ein Laie wird keinen Unterschied hören zu einem teureren Mikro. Erst später haben wir uns das Brauner Phantom Classic (Mikro) für ca. 1000 Euro zugelegt. (Auf meinem Album sind Aufnahmen beider Mikros zu hören.) Außerdem benutzen wir ein Midikeyboard von Miditech I2-61, was auch um die 100 Euro gekostet hat. Es gibt auch noch Pads, um Beats einzuhämmern. Benutze ich persönlich zwar nicht, mir reicht da das Midikeyboard. Doch Pille nutzt gern ein Pad, weil er als Schlagzeuger da einen besseren Workflow hat. Das Pad was er benutzt, heißt MPD18. Wenn man anständige Kopfhörer hat, dann kann man damit schon ziemlich gut arbeiten. Da gibt es auch ganz Unterschiedliche. (Bspw. Beyerdynamic DT770 PRO für ca. 150 Euro) Und wenn man dann weiter investieren will und vielleicht auch selber mischen will, dann braucht man noch gute Boxen (Nahfeldmonitore). Unsere Boxen sind die KRK Rokit6. Letztendlich hat jeder eigene Vorstellungen und Vorlieben. Man kann noch viel mehr Equipment nutzen. Wie ich schon im Video erzählt habe, arbeiten wir auch mit verschiedenen Sounds. Da gibt es massig Anbieter und Sounds zur Auswahl. Ich benutze mittlerweile am Liebsten die Sounds aus Komplete 10 Ultimate. Da sind alle Instrumente und Sounds drin, die ich brauch und die ich mag.

Am Ende zählt, was man draus macht.

Sicher kann man sein Homestudio auch mit ganz viel teurem Equipment vollstopfen und sich jede Software, jedes Plug-in und jedes Instrument, Zubehör und Extra kaufen, was man so findet. Doch letztendlich arbeitet man sowieso mit dem, was man am Liebsten mag und womit man gut umgehen kann. Falls Du meinen Artikel gelesen hast und selber auch Musik im Heimstudio machst, dann lass doch gern mal einen Kommentar da und schreib, was Du benutzt, wie lange Du damit schon arbeitest und was Du damit produziert hast. Ich bin gespannt.

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