Nachgefragt bei BGPONE

BGPONE ist ein Musiker, der sich als Komponist, Songwriter und Produzent in vielen Genres wohlfühlt. – Egal ob Pop, Rock, Hip Hop, Chill Out oder Filmmusik. Bei allem Engagement sagt er, Musik sei für ihn ein Hobby. Doch wirkt sie nicht eher wie eine Berufung? Außerdem erfahren wir im Interview, wie er seine Tracks kreiert und wie er dabei auch immer wieder Neues dazu lernt. Sein Projekt sieht er selbst als:

Eine musikalisch-spirituelle Selbsterfahrung.“

BGPONE

Foto: © Bernd Stelzer (Marksburg Studio)

10 + 1 Fragen an BGPONE

1.) Seit wann bist Du musifiziert? / Seit wann machst Du Musik?

BGPONE: „Musik hat mich schon als Kind fasziniert. Mit 13 Jahren hörte ich Bands wie Genesis, Pink Floyd, Beatles und Jethro Tull. Das war 1978. Ich bekam dann zwei Jahre lang Klavierunterricht, bis ich mit 15 keine Lust mehr hatte, klassische Musik zu spielen. Dann war ich lange Zeit nur Hörer. Mit 28 Jahren bekam ich ein Yamaha-Keyboard geschenkt (PSR-410), man konnte eine Spur über einen eingebauten Sequenzer aufnehmen. Diese Begrenzung störte mich sehr, bis ich 1996 Cubase entdeckte. Von da ab gab es kein Halten mehr. Seit 1998 mache ich eigene Musik.“

2.) Womit fängst Du beim Songwriting an?

BGPONE: „Am Anfang habe ich mit Klängen und Melodien gespielt, heraus kam Techno-Musik. Dann habe ich mich mit Harmonielehre und Kompositionstechniken beschäftigt, sodass heute zunächst das Stück komplett auf dem Klavier komponiert wird, dann arrangiert, dann Gesangsmelodie, dann Text. Nach dem Einsingen, welches meist Sängerinnen für mich übernehmen, wird das Arrangement nochmals angepasst, gemixt und gemastert. Ich wünschte, selbst gut singen zu können, was aber nur begrenzt funktioniert.“

3.) Wie ist Dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

BGPONE: „Es hatten sich ca. 80 Titel auf meiner Festplatte angesammelt, von denen ich die Besten auswählte und überarbeitete. Zurzeit bereite ich das nächste Album vor, könnte vom Material her aber mindestens noch vier weitere Alben veröffentlichen, denn mittlerweile habe ich ca. 100 Titel produziert.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest Du & womit nimmst Du auf?

BGPONE: „Ich arbeite mit Cubase* 7.5. Angefangen habe ich mit Cubase VST, dann Cubase SX2, SX3, Cubase 4, mit dem ich einige Zeit zufrieden war, bis ich auf Cubase 7 umgestiegen bin. Für Gesang und akustische Gitarre verwende ich ein Großmembran-Mikrofon der Firma Rodes, mittlerweile besitze ich neben einer Fender E-Gitarre auch eine Fender Akustikgitarre mit eingebautem Tonabnehmer, sodass ich ein Mikrofon nur noch für Gesangsaufnahmen und für selbst gemachte Geräuschsamples benutze. Aufgenommen wird zu Hause, selten im professionellen Tonstudio, obwohl ich Zugang zu einem professionellen Tonstudio (Marksburg Studio) habe, weil ich dort verschiedentlich ausgeholfen habe. Dort wird mit Mac-Rechnern und Logic gearbeitet, aber Cubase gefällt mir besser.“

5.) Was tust Du, um Leute auf Deine Werke aufmerksam zu machen?

BGPONE: „Ich nutze Social Media, schreibe Rundfunkanstalten und Musikzeitschriften an und veröffentliche Songs auf „MYOWNMUSIC“, wo es Feedback gibt. Dann spreche ich gezielt Sängerinnen an, viele machen Versprechungen, manche singen aber auch tatsächlich für mich. Auch habe ich an einigen Remix-Contests und auch Kompositions-Contests teilgenommen. Mein Highlight war „Not One Of Us“ von Peter Gabriel zu remixen. Für einen von Steven Wilson ausgeschriebenen Kompositions-Contest habe ich das Stück „In A Dream“ komponiert und produziert.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

BGPONE: „Ich kümmere mich um alles, von der Komposition, dem Einspielen, dem Arrangement, dem Texten, Mixen und Mastern bis hin zur Vermarktung. Musik ist ein Hobby für mich, ich bin gerne kreativ und lerne auch gerne jeden einzelnen Produktionsprozess. Die Sängerinnen dürfen aber auch kreativ tätig werden, allerdings brauchen die meisten eher eine klare Gesangslinie und einen ausgearbeiteten Text, Kreativität ist die Ausnahme.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder Dein größter Erfolg:

BGPONE: „Der größte Erfolg war das Werbevideo „Rosangela“, für das ich die Musik komplett alleine produziert habe, dessen Idee von mir kann und dass ich komplett alleine geschnitten habe. Nur Aufnehmen konnte ich mich nicht selbst, dafür habe ich Hilfe in Anspruch genommen. Ich habe es für eine brasilianische Freundin gemacht, sie hat eine eigene mobile Cocktailbar. Leider hat mich dies vorschnell in das Licht eines „Mallorca-Schlager-Sängers“ gerückt, was mir nicht gefallen hat.

2012-2013 hatte ich eine produktive Phase mit den Sängerinnen Eva, Kara und SunGlow. Kara ist eine Ausnahmesängerin, die schon einige Preise gewonnen hat, sie singt neben ihren eigenen Produktionen bei „Floyd Reloaded“. Leider scheiterte die Zusammenarbeit an persönlichen Differenzen. Die Zusammenarbeit mit Eva (ehemalige Sängerin bei Traumtänzer) und SunGlow wird nach einer dreijährigen Pause nun wieder fortgesetzt.

Ich hatte bereits 2006 zwei Plattenverträge, meine CD „Magnetic Movements“ kam aber nie raus, weil die erste Plattenfirma von sich aus den Vertrag mit mir auflöste, aus Angst vor dem finanziellen Risiko, welches sie allein trug. Die zweite Plattenfirma war ein „Ein Mann Betrieb“ namens „Wilson Records“, kurz vor der Fertigstellung der CD starb der Inhaber an einem Herzinfarkt, das war´s. Ich habe die CD nie rausgebracht, weil sie mir einige Jahre später, als ich mein eigenes Label „bgponemusic“ gründete, nicht mehr gut genug erschien.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

BGPONE: „Ich verstehe mich weniger als Musiker, mehr als Komponist und Produzent. In meiner Jugend habe ich in der Band „Eden Rock“ meines Bruders ausgeholfen (Ende 70er Jahre). 2007 habe ich Demos für die Band „Taubentanz“ produziert, die sich zwei Jahre später auflöste. Vor vier Jahren spielte ich ein Jahr lang Keyboards in einer namenlosen Cover-Band, die nie auftrat, weil sie sich vor dem ersten Auftritt auflöste. Zurzeit produziere ich die Hip Hop Band „Impossible Styles“ die in naher Zukunft ein Album rausbringen möchte, welches schon zu 80 % aufgenommen ist. Auch habe ich mit der Band „Talk About Tomorrow“ aus Andernach zusammengearbeitet und über die auch mit dem Rapper Silas aus Andernach.“

9.) Hast Du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

BGPONE: „Ich hatte 2 Jahre Klavierunterricht in meiner Jugend, Harmonielehre und Komposition habe ich mir selbst beigebracht, habe aber auch Kontakt zu studierten Musikern, die mich beraten.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

BGPONE: „Sich konsequent ein Repertoire von guten Songs zuzulegen, die originell sind und möglichst oft auftreten, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch sollte man viele Gelegenheiten für Nachwuchs-Contests ergreifen. Gleichzeitig sollte man sich mit Studiotechnik auseinandersetzen, um alle Produktionsschritte bis zur Vermarktung selbst durchführen zu können. Es ist gut, möglichst unabhängig zu sein. Auch sollte man sich Kenntnisse in Harmonielehre und Kompositionstechniken aneignen, denn gut spielen zu können, reicht leider überhaupt nicht, um erfolgreich zu sein. Man muss kreativ und einzigartig sein.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

BGPONE: „Das käme auf den Musiker an. Mein Lieblingsmusiker ist derzeit Steven Wilson, mit ihm würde ich mich gerne über Kompositionstechniken unterhalten. Allgemein interessiert mich, woher Musiker ihre Inspiration beziehen. Meiner Erfahrung nach gleicht dies oft einem spirituellen Akt, der sogar religiöse Züge trägt. Natürlich kann man ganz rational Musik von anderen Musikern analysieren und neu zusammensetzen, auf die Gefahr hin, sie zu kopieren. So arbeite ich aber nicht.“

Vielen Dank für das Interview an BGPONE. Seine Musik und sein Projekt findet Ihr online unter den folgenden Links.

Weblinks:
https://www.bgpone.de/
https://www.myownmusic.de/bgpone
https://www.facebook.com/BGPONE/

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