Nachgefragt bei Casper Hight

Es ist immer gut, wenn man über den Tellerrand schaut und mal erfährt, wie andere Leute Musik machen und diese in die Welt hinaus bringen. Und wie unterscheidet sich da eigentlich die Herangehensweise in unterschiedlichen Genres? Musifiziert hat nachgefragt beim Rapper & Songwriter Casper Hight. Er beantwortete 10 Fragen und gibt damit einen kleinen Einblick, wie es im Bereich Hip Hop & Rap laufen kann. Sein Projekt bzw. seine Musik beschreibt er mittlerweile selbst als

„Hip Hop auch für Erwachsene“

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Foto: © AgeRec

10 Fragen an Casper Hight

1.) Seit wann machst du Musik?

Casper Hight: „Seit 1999 bin ich als Rapper aktiv oder zumindest versucht.“ (lacht)

2.) Womit fängst du beim Songwriting an?

Casper Hight: „Das ist unterschiedlich. In meinen aktuellen Projekten mit meinem Kollegen MIZBEATZ bin ich ausschließlich für den Text & den Rap zuständig, während MIZBEATZ die Beats baut. Diese bauen wir auch oftmals gemeinsam und orientieren uns dabei manchmal auch an einzelnen Textstücken, die schon vorhanden sind. Häufig kommt es aber auch vor, dass der Beat bereits steht und man darauf dann das schreibt, was man fühlt, wenn man den Beat hört.“

3.) Wie ist dein erstes bzw. letztes Album entstanden? 

Casper Hight: „Ich denke, ein Album ist immer etwas, bei dem man sich Zeit nehmen sollte. Im Allgemeinen haben meine Alben im Durchschnitt bisher 1 Jahr gebraucht. Da ich in Bezug auf Recording nicht mehr auf andere Leute angewiesen sein wollte, habe ich mir im Jahr 2002 ein eigenes Tonstudio aufgebaut. Ich bin ungerne an Termine gebunden, wenn es um meine Musik geht. Man mietet sich ein Studio und muss an diesem Tag gut recorden. Es gibt aber auch Tage, an denen man sich nicht gut fühlt, ohne dies vorher zu wissen. Und optimalerweise bekommt man heute zu Hause bereits eine vergleichbare Qualität hin, wie im Tonstudio. Für mich ist es sehr wichtig, meine Songs aufnehmen zu können, wie ich das möchte und vor allem die Zeit dabei selbst und manchmal auch spontan bestimmen zu können. Ich denke, dies äußert sich dann auch in der Musik, da man absolut ungezwungen bestimmen und Musik machen kann.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest du & womit nimmst du auf?

Casper Hight: „Angefangen aufzunehmen, habe ich mit Cool Edit Pro 1.0. 😀 Mittlerweile verwende ich zum Aufnehmen Cubase* und für meine Videos, die ich alle selbst schneide, Adobe Premiere Pro.“

5.) Was tust du, um Leute auf deine Werke aufmerksam zu machen?

Casper Hight: „Es gibt heutzutage verschiedene und sehr viele Wege auf seine Musik aufmerksam zu machen. Da nicht jeder Weg auch zum Ziel führt, denke ich, dass da jeder seinen eigenen Weg finden muss, über den er die Leute am besten erreichen kann. Leider wird dies durch die Masse auch etwas schwierig, da es sehr viele Leute gibt, die Musik machen und man dadurch in der Masse leider ein wenig untergeht. Die, die uns dennoch hören, werden meisten durch Social Media Plattformen, Liveauftritte, News auf bestimmten Hip Hop Online-Plattformen, Conteste, wenige Lieder die im Radio gespielt werden, Videos usw. aufmerksam. Wir haben auch ein kleines Supportteam bestehend aus Fans, die ordentlich Werbung machen, wenn es mal wieder einen neuen Song oder ein Video gibt. Dafür erhalten diese im Gegenzug kleine Goodies wie nicht veröffentlichte Songs, mal eine Demo CD oder Sticker und Flyer.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst du dich noch selber und was übernehmen
deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Casper Hight: „Da heute alles nur noch durch Ausgaben verbunden ist, übernehme ich (oder wir, wenn ich im Team arbeite) die meiste Arbeit. Dies war auch der Grund, warum ich mir damals eine eigene Aufnahmemöglichkeit aufgebaut habe oder angefangen habe, meine Videos mit Freunden zu drehen und selbst zu schneiden. Klar bedeutet dies, neben dem eigentlichen Musikmachen, noch viel weitere Arbeit. Ein gutes Team muss eben auch aus Leuten bestehen, auf die man sich zu 100 % verlassen kann, was heute nicht mehr so einfach ist.

Dazu zählen aktuell mein bereits seit einigen Jahren begleitender Freund und Producer MIZBEATZ, der hauptsächlich für die Beats zuständig ist, aber auch das Mischen von Beat und Vocals im Moment noch übernimmt und natürlich auch im Social Media-Bereich Werbung für neue Werke macht, mein Kameramann, ein sehr guter und erfahrener Tontechniker und Freund, der sich um das Mastering der Tracks kümmert, ein Berater von einem Label und ein Eventveranstalter, der in Zukunft ein Teil des Bookings mit abdeckt. Der Bereich Marketing liegt aktuell noch bei mir oder uns selbst, aber wer weiß vielleicht wird sich dies ja bald ändern.“

7.) Dein bisher schönstes Musikererlebnis oder dein größter Erfolg:

Casper Hight: „Ein Bestimmtes habe ich da gar nicht. Die schönsten Erlebnisse bestehen aus mehreren Momenten: zum Beispiel im Radio gespielt zu werden, sehr gute und bekannte Künstler, mit denen man zusammenarbeiten durfte, Liveauftritte, bis hin zu einem internationalen Publikum und einfach nur das Gefühl, wenn man mit einem Song ein Erlebnis verarbeitet hat – um mal einen kleinen Teil zu nennen.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast du bisher mitgewirkt?

Casper Hight: „Da ich bereits seit vielen Jahren Musik mache, kann ich die Frage leider gar nicht konkret beantworten. Ich hatte sehr viele Gruppen und Projekte, die alle im Endeffekt dazu geführt haben, dass meine Musik so ist, wie sie heute klingt. Jedem einzelnen Projekt bin ich sehr dankbar, aber es ist unmöglich diese alle im Kopf zu behalten.“ 🙂


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9.) Hast du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Casper Hight: „Nein, ich habe mir alles selbst beigebracht. Doch ich denke, für jeden Künstler, der seit einigen Jahren Musik macht, ist die Zeit und die Erfahrung, die man sammelt, bereits eine Art Ausbildung. 🙂 Schließlich lernt man ja durch alles, was man tut.“

10.) Welchen Tipp hast du für junge Musiker und Bands?

Casper Hight: „Glaube an deinen Traum. Oftmals bringt die Zeit automatisch die ersten Erfolge mit sich. Wichtig ist dabei, dass man auch liebt, was man tut und den Erfolg oder Geld nicht an erste Stelle stellt.“

Vielen Dank für das Interview an Casper Hight. Wer sich für sein Projekt und seine Musik genauer interessiert, findet hier weitere Infos:

Weblinks:
www.facebook.com/casperhight
www.agerec.de
www.youtube.com/caszone

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