Wieso kauft keiner Deine Musik?

Du hast beim Schreiben und Aufnehmen deiner Musik richtig Herzblut gelassen, sogar ein Musikvideo dazu realisiert und bietest die Musik jetzt zum Erwerb an? – Klingt super! Doch wieso kauft keiner deine Musik? Woran kann es liegen, wenn außer ein paar guten Freunden & Bekannten, niemand die Musik bestellt? – Keine Sorge! Es liegt eher selten an der Musik, Qualität oder am Auftreten des Künstlers, wenn sich einzelne Songs oder Alben nicht verkaufen lassen. Es lohnt sich jedoch, besonders wenn der Release noch ganz frisch ist, viel Energie in die Vermarktung zu stecken. Dann kann man damit sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Interesse erzeugen, als wenn man zum Beispiel Alben oder Songs verkaufen will, die bereits seit ein paar Jährchen veröffentlicht sind. Gehen wir mal der Sache auf den Grund. Aus meinen kaufmännischen Zeiten und meiner beruflichen Vergangenheit habe ich Folgendes gelernt:

Wieso kauf keiner deine Musik

Mach es deinen Kunden einfach!

Der Kunde (wir nennen ihn hier auch „Fan“) muss es immer so einfach wie möglich haben, dein Profukt zu kaufen. Sobald es zu kompliziert oder unübersichtlich wirkt, zieht er sich eher zurück. Das gilt für Downloads genauso wie für den Verkauf von CDs. Zu viele Klicks bis zum Ziel sind kontraproduktiv. Als Faustregel gilt: max. 3 Klicks bis zum Ziel sind okay, besser weniger. Achte außerdem unbedingt darauf, ein vollständiges Impressum mit AGBs, Datenschutzerklärung und Widerrufsbelehrung auf deiner Shop-/Webseite anzugeben. Es ist für Kunden nicht nur ein entscheidendes Kriterium für Seriosität, seit 2018 gelten auch schärfere Gesetze – und Abmahnungen bei fehlenden Angaben können ein kleines Vermögen kosten. Als Webseitenbetreiber sollte man sich unbedingt darüber informieren, was Pflicht und wichtig ist!

Sei einfach zu finden!

Vielleicht gibt es ein paar Fans, die unbedingt deine Musik haben wollen. Dann achte darauf, dass du auch im Internet einfach zu finden bist. Auch der Link zu deiner Musik, also wo man sie kaufen oder downloaden kann, sollte auf deiner Seite förmlich ins Auge springen und auf deinen Social Media-Kanälen nicht fehlen. Nur wenn dich Google findet, wirst du auch online von deinen Fans gefunden. Selbst wenn ein Fan nicht gleich beim ersten Kontakt kauft, so findet er oder sie den Weg später schneller zurück.

Denk bis zu Ende!

Wer vergisst, den Fans den einfachen Weg zu zeigen oder wer seine Musik zum Beispiel nicht im Musikvideo bzw. in der Beschreibung verlinkt und auf sie aufmerksam macht, wird vermutlich außer ein paar Videoaufrufen nichts erreichen. Gut, es soll auch Künstler geben, die sich mit ein bisschen „Fame“ bereits zufriedengeben. Aber wer wirklich auch Musik oder andere Produkte verkaufen will, sollte unbedingt auf Vollständigkeit achten und sich auch bei der Ansprache seiner Fans etwas Mühe geben. Wär schade um die ganze Arbeit. Postest du in den sozialen Medien, dann sollte zum jeweiligen Link auch eine „Call-to-Action“ (Handlungsaufforderung) nicht fehlen.

Machst du zu wenig Werbung?

Man sagt, ein Kunde muss eine Werbeanzeige mit einem Produkt bis zu 20 Mal gesehen haben, bis er/sie den Kauf tätigt. Vielleicht hast du also bisher einfach zu wenig Werbung für deine Musik gemacht. Einmal im Konzert auf seine CDs hinzuweisen, reicht nach meiner Erfahrung nicht aus. Das Gleiche gilt für die sozialen Medien. Ein bisschen „Klappern“ gehört dazu, auch wenn es dem „gemeinen Künstler“ widerstrebt, die Leute damit zu nerven. Falls du dich absolut nicht überwinden kannst, für dich selbst Werbung zu machen, dann könntest du diese Aufgabe auch an einen Profi übertragen.

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Guck dir Verkaufs- & Marketingtricks bei anderen ab!

Es ist immer hilfreich, sich Tricks bei bereits erfolgreichen Menschen oder Unternehmen abzugucken. Diese Menschen müssen nicht zwangsläufig in der gleichen Branche sein, wie du. Es kann auch ganz interessant sein, eine Idee oder Strategie zu übernehmen, die mit Musik gar nichts zu tun hat. Das schafft neuen, frischen Input. Du kannst auf der anderen Seite natürlich auch bei deinen Musikerkollegen und Konkurrenten genauer hinsehen. Was machen die und was davon kommt gut an? Allerdings bist du dann wieder nur einer von vielen, gehst schneller in der Masse unter und das wird für Fans irgendwann vielleicht auch langweilig. Gute Ideen werden kopiert, das kann man überall beobachten. Man könnte stattdessen nur Ansätze übernehmen und mit eigenen Ideen ergänzen. Besonders nervig ist es ohnehin nur für die Genies, die eine gute Idee zuerst hatten und dann kopiert werden. Also warum nicht!

Empfehlungen

In der heutigen Zeit verlässt man sich gern auf Produktbewertungen. Und das nicht nur bei Amazon, Google, Facebook & Co.! Gerade bei Onlinebestellungen hilft diese Zusatzinformation dem Kunden, eine Entscheidung zu treffen. Theater- und Konzertvorstellungen werden von der Presse umschrieben und ermöglichen den zukünftigen Besuchern einen Vorgeschmack auf das Erlebnis. Bevor eine CD veröffentlicht wird, könnte man einem ausgewählten Kreis an Fans, die Musik zum Vorhören geben und die besten Kritiken daraus auf der Verkaufsseite der CD dann mit einblenden. Auch eine Rezension eines Musikmagazins oder Musikbloggers könnte dort ihren Platz finden. Denn wir kennen es ja aus dem täglichen Leben: wenn uns etwas von jemandem empfohlen wird, der es selbst probiert hat, dann ist das manchmal Anreiz genug, genau das haben zu wollen.

Fazit:

Wir halten fest, es ist nicht immer die Musik oder der Musiker daran schuld, wenn sich Musik schlecht verkauft. Es ist entscheidend, dass man oft genug auf sich aufmerksam macht und die Werbetrommel rührt. Oder wie man so schön sagt: „Klappern gehört zum Handwerk!“. Einfacher haben es natürlich die Künstler beim Verkaufen, die bereits eine gewisse Bekanntheit erreicht und eine Fanbase aufgebaut haben. Doch mit neuen Ideen, kann man auch als Newcomer aus der Masse hervorstechen und seine Verkäufe positiv beeinflussen. Wichtig ist nur, dass man nicht halbherzig dabei ist, sondern beim Vermarkten genauso genial und aktiv ist, wie beim Musikmachen und es dem Kunden einfach macht. Wie siehst du das? Hinterlass gern einen Kommentar mit deiner Meinung. Ich freue mich, dass du auf musifiziert.de vorbei geschaut hast. Bis bald.

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