Nachgefragt bei Sonja Katharina Mross

Sonja Katharina Mross ist Sängerin, Songschreiberin sowie Pianistin. Sie liebt es, auf der Bühne zu stehen, mit ihren Songs Themen anzusprechen, über die man sonst wohl so nicht reden würde und ihr Wunsch ist es, damit die Welt ein Stück besser zu machen. Wie sie ihren Weg zur Musik gefunden hat und wie die Musikerin ihre Ideen umsetzt und sich Gehör verschafft, verrät sie im musifizierten Interview. Sie begeistert mit deutschsprachiger Singer-Songwriter Musik und beschreibt diese als:

„Musik für Menschen mit offenen Herzen.“

Sonja Katharina Mross

© Foto: Matthias Baus

10 + 1 Fragen an Sonja Katharina Mross

1.) Seit wann bist du musifiziert?

Sonja Katharina Mross: „Ich singe, seit ich sprechen kann. In der Grundschule war allgemein bekannt, dass ich eine ganz tolle Version von „Küssen verboten“ von den Prinzen singe. Vor allem die Betreuerinnen im Nachmittagshort fanden es total niedlich und witzig, mich das vorsingen zu lassen.

1998, im Alter von 11 Jahren, fing ich dann mit Gitarrenunterricht an. Es folgte der Jugendkammerchor (mit 14 Jahren) und einige Stunden klassischer Gesangsunterricht, das war allerdings überhaupt nichts für mich. Mit 16 ging ich für sechs Monate nach Australien, wo ich Klavier- und Jazzgesangsunterricht bekam, und meine ersten eigenen Songs schrieb. Mit dem Songs schreiben habe ich seitdem nicht mehr aufgehört.

Mit 20 begann ich, mich ernsthafter mit Jazzgesang zu beschäftigen. Ich lebte damals in Berlin und fing an, regelmäßig Unterricht zu nehmen. Ich lernte Noten, Klavier und Harmonielehre und hatte meine ersten Auftritte als Lead-Sängerin.“

2.) Womit fängst du beim Songwriting an?

Sonja Katharina Mross: „Meistens fällt mir als erstes eine Zeile Text inklusive Melodie ein. Es geht dabei inhaltlich eigentlich immer um etwas, was mich gerade akut in meinem Privatleben beschäftigt. Dann setze ich mich an Klavier oder Gitarre und entwickle den Rest des Liedes durch Instrument und Stimme gemeinsam.

Es kam aber auch schon vor, dass ich frei am Instrument improvisiert habe und auf etwas gestoßen bin, was mich packt. Ich wusste dann erst mal gar nicht, worum es in dem Lied gehen soll, suchte die richtigen Töne und Rhythmen am Klavier. Das Instrumental hatte dann eine so starke Stimmung, dass Thema und Text des Liedes wie von allein in mich flossen.“

3.) Wie ist dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Sonja Katharina Mross: „Meine letzte EP – „Planeten“ – entstand im Juni 2015 im StudioEinz in der Nähe von Freiburg. Jonathan Ziegler hat das Studio, zusammen mit einem Kollegen, in den alten Bauernhof gebaut, in dem er auch aufgewachsen ist. Der hintere Teil des Hofes wird noch bewirtschaftet, das heißt, man hat immer Zugang zu frischem Obst und Gemüse, und im Garten laufen die Hühner frei herum. Sehr idyllisch. Ich war fünf Tage dort und habe die drei Tracks meiner EP am Klavier eingespielt und eingesungen. Jonathan ist ein toller Tonmann, hat super Equipment und ein feines musikalisches Gespür.

Die Zusammenarbeit kam dadurch zustande, dass er jeden Monat einen anderen Künstler zu sich einlud, mit dem er einen Song aufnahm. Diese Aufnahme Session wurde von einem anderen Kollegen gefilmt und auf Vimeo gestellt. Jonathan hatte mich gefragt, ob ich Interesse habe, und da ich mit meinem Solo Projekt damals gerade so weit war, dass ich eine CD aufnehmen wollte, sagte ich zu und machte aus einem Song drei.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest du & womit nimmst du auf?

Sonja Katharina Mross: „Ich selber nehme gar nicht auf. Wenn ich eine CD aufnehmen will, gehe ich ins Studio. Demos schneide ich mit meinem Handy oder meinem Zoom Recorder mit.“

5.) Was tust du, um Leute auf deine Werke aufmerksam zu machen?

Sonja Katharina Mross: „Ich spiele jeden Gig, der mir über den Weg läuft. Am Besten sind Reihen oder Wohnzimmerkonzerte, bei denen viele Leute kommen, die einen noch nicht kennen. Natürlich ist ein Ziel dabei, bekannter zu werden, hauptsächlich mache ich das allerdings deshalb, weil ich es so sehr genieße, live zu spielen. Außerdem bin ich natürlich bei Facebook und poste immer mal, wenn es was Neues gibt. Wenn ich eine CD rausbringe, spiele ich für gewöhnlich eine Tour, um sie zu promoten. Begleitend bemühe ich mich um Artikel in der Zeitung und Radio Auftritte.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst du dich noch selber und was übernehmen deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Sonja Katharina Mross: „Ich mache alles selber. Für meine nächste CD – mein erstes Album – möchte ich einen Teil der Arbeit abgeben, da ich das recht groß aufziehen will und das dann alleine nicht mehr bewältigen werde können. Ich habe zwei Booking Agenturen im Auge, die mir gefallen. Ich hoffe, dass eine von beiden von mir ebenso angetan sein wird und eine Zusammenarbeit zustande kommt.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder dein größter Erfolg:

Sonja Katharina Mross: „Ich freue mich immer total, wenn Leute bei meinen Konzerten weinen. Nicht unbedingt, weil ich so traurige Sachen singe, sondern, weil sie sich emotional auf mich eingelassen haben und ich sie so sehr habe berühren können. Das bedeutet mir total viel, denn dafür mache ich die Musik – um mit anderen Menschen eine tiefe Verbindung herzustellen.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast du bisher mitgewirkt?

Sonja Katharina Mross: „In vierzehn ungefähr. Das war alles mögliche – Projekte mit eigener Musik, mehrere Swing Bands, eine Latin Combo, zwei Bigbands, verschiedene Duos mit Gitarristen/innen und Pianisten, in denen wir die unterschiedlichsten Dinge spielten – von Free Jazz bis Popcover.“

9.) Hast du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Sonja Katharina Mross: „Unter Punkt 1 beschreibe ich ja bereits meine musikalische Ausbildung bis Anfang 20. Danach studierte ich Jazz- und Popgesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.“

10.) Welchen Tipp hast du für junge Musiker und Bands?

Sonja Katharina Mross: „Ich würde jedem raten, sich nicht zu hetzen. Das Musikerleben ist ein Marathon und man muss achtgeben, dass einem nicht die Puste ausgeht.“

Frage +1 Was wolltest du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Sonja Katharina Mross: „Können wir mit Musik die Welt verbessern? – Ich habe mir diese Frage oft gestellt. Denn ich finde die Welt nicht gut, wie sie ist. Zu viel Leid und Ungerechtigkeit, zu wenig Mitgefühl und Brüderlichkeit. Ich würde die Welt gerne verbessern, aber ich weiß nicht, wie.

Irgendwann habe ich das Thema dann verdrängt, denn ich wollte unbedingt Musiker werden. Doch dieser Wunsch kommt immer wieder. Da ich sowieso die ganze Zeit Musik mache, frage ich mich, ob es möglich ist, eine Öffnung der Herzen durch meine Musik zu bewirken. Ob einem Terroristen, Vergewaltiger oder Betrüger plötzlich die Schuppen von den Augen fallen können, wenn er mich hört. Und wieder spürt. Das Leid seiner Opfer, und somit kein Täter mehr sein kann und will.“

Vielen Dank für das Interview an Sonja Katharina Mross. Online findet man sie unter den folgenden Links, wo auch News, Musik und Termine veröffentlicht werden.

Weblinks:
www.SonjaKatharinaMross.com

https://www.facebook.com/SonjaKatharinaMross

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