Nachgefragt bei Lasse Corus

Lasse Corus ist ein norddeutscher Musiker, Schlagzeuger sowie der Produzent einer „Let‘s Jam“-Serie auf YouTube. Dafür hat er Musiker der Wiener Szene eingeladen und mit ihnen Jam-Videos gedreht. – Je ein Take, der durchläuft! Mal jazzig, mal rockig, aber immer groovig, energiegeladen und authentisch. Außerdem spielt er auch noch in der Band Miles Ahead. Wie Musik seinen Alltag bestimmt und wie seine Familie damit umgeht, verrät er im Interview.

It´s all about the Groove!”

Lasse Corus

© Foto: Max Hazel

10 + 1 Fragen an Lasse Corus

1.) Seit wann machst Du Musik und wie hast Du begonnen?

Lasse Corus: „2005 habe ich meinen ersten Schlagzeugunterricht in der örtlichen Musikschule genommen. Ab 2010 wurde Musik dann immer wichtiger in meinem Leben, ich nahm an unterschiedlichen Workshops teil und habe später zu einem Privatlehrer gewechselt. Seit 2015 studiere ich jetzt Jazz & Popularmusik, sowie Instrumentalpädagogik am Vienna Music Institute.“

2.) Wie oft übst Du?

Lasse Corus: „Als Musikstudent habe ich das Glück mich 24/7 mit Musik beschäftigen zu können. Neben vielen Vorlesungen habe ich mehrere mehrstündige Slots in der Woche, die ich zum Üben im Proberaum verbringe. Hinzu kommen zumindest einmal in der Woche Proben mit meiner Band „Miles Ahead“ und unregelmäßigere Proben für andere Projekte.“

3.) Wie lernst Du Songs auswendig?

Lasse Corus: „Wenn wir uns den Schlagzeugpart neuer Lieder erarbeiten, schreibe ich mir meistens einen kleinen Ablaufplan der Nummer auf. Nach ein bis zwei Proben habe ich mir die Nummer dann auch so gemerkt und verwende ihn nicht mehr. Wenn ich eine bestehende Nummer lerne, versuche ich mir auch zuerst einen Überblick über die Nummer, ihren Groove, ihre Form etc. zu machen und verwende dann ebenfalls Sheets zum Auswendiglernen. Generell ist es aber einfach wichtig, auf seine Mitmusiker zu hören, die Musik gibt einem häufig schon die wichtigsten Informationen.“

4.) Was machst Du hauptberuflich? Lebst Du von der Musik? Wenn ja, seit wann?

Lasse Corus: „Die meiste Zeit widme ich meinem Studium. Etwas Geld verdiene ich zurzeit durch Auftritte. Zudem habe ich vor Kurzem einen Schlagzeug-Workshop in einer Musikschule gegeben. Von diesen Einnahmen kann ich längst noch nicht leben, aber ich arbeite daran, dass es nach dem Studium der Fall sein wird.“

5.) Was war Dein bisher schönster Auftritt?

Lasse Corus: „Das ist tatsächlich eine schwierige Frage, da ich in den letzten Jahren eine Vielzahl an Konzerten spielen durfte. Grundsätzlich ist es immer wahnsinnig schön, wenn die Energie vom Publikum zurückkommt, wenn man die Menschen aus dem Alltag raus und rein in die Musik holen kann und es schafft, etwas in ihnen auszulösen. In erster Linie musste ich bei der Frage aber an zwei Auftritte denken. 2015 habe ich mit einem Chor im Wiener Konzerthaus gespielt, es ist einfach eine unfassbare Location und war eine tolle Atmosphäre. Und ein Jahr zuvor habe ich mit einer Percussiongruppe zum ersten Mal eine Nummer von mir live performed, das war natürlich auch etwas ganz besonderes.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Lasse Corus: „Bei meinen eigenen Projekten, wie meiner „Let‘s Jam“-Reihe auf YouTube, übernehme ich von der Organisation über das Recording, bis hin zum Schneiden der Videos fast alles selber. Je nach Künstler haben wir die Audioproduktion zum Beispiel gemeinsam übernommen und für das Equipment habe ich glücklicherweise Unterstützung von WienXtra erhalten. Mit unserer Band haben wir jetzt erstmals mit einem professionellen Produzenten zusammengearbeitet, das war eine ziemlich coole Erfahrung.“

7.) Wie gehst Du mit Lampenfieber um?

Lasse Corus: „Mit Lampenfieber habe ich glücklicherweise nur selten Probleme. Ich habe mir in den letzten Monaten aber auch kleine Warm Up-Routinen angewöhnt, die helfen ziemlich gut, um abzuschalten und schon mal in den Konzert-Flow zu kommen.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

Lasse Corus: „Seit 2010 habe ich sehr viele Möglichkeiten genutzt, mit verschiedenen musikalischen Projekten zu arbeiten und konnte so unterschiedlichste Erfahrungen von Filmvertonung, über die Arbeit mit Chören bis hin zu Rock- und Big Band Auftritten machen. Heute habe ich mit „Miles Ahead“ eine feste Band und arbeite daneben an eigenen Projekten wie „Let‘s Jam“ oder meiner musikalischen Geschichte „Decisions“, die ich 2016 auf YouTube veröffentlicht habe. Zurzeit bin ich außerdem Teil des Tanztheater-Performance Projektes Momentos, das ich musikalisch begleite, und veröffentliche wöchentliche Grooves auf meinem Instagram-Channel.“

9.) Wie gehen Freunde & Familie mit Deinem Musikerdasein um?

Lasse Corus: „Glücklicherweise habe ich die volle Unterstützung meiner Familie, diesen Weg einzuschlagen. Das gibt mir die Chance mich momentan komplett der Musik widmen zu können und ist natürlich auch extrem hilfreich, wenn man mal Fragen hat oder eine externe Meinung zu etwas braucht. Da bin ich auf jeden Fall sehr dankbar für!“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

Lasse Corus: „Grundsätzlich empfehle ich jedem Musiker die Augen offen zu halten und alles mitzunehmen, was sich einem an Möglichkeiten bietet. Bei mir selber merke ich zum Beispiel, wie meine Chor- und Orchestererfahrungen mir heute im Zusammenspiel mit anderen Musikern enorm helfen.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Lasse Corus: „Wieso entscheidet man sich für das Schlagzeug als Instrument, obwohl man doch am meisten schleppen muss? Tja, eine logische Erklärung gibt es dafür wohl nicht, aber wenn ich dahinter sitze, kann ich mir kaum etwas Schöneres vorstellen. Vielleicht ist es doch einfach diese Faszination, die es auslöst.“

Vielen Dank für das Interview an Lasse Corus. Alle Infos zu ihm und seinem Jam-Projekt findest Du unter folgenden Links.

Weblinks:

www.facebook.com/lassecorus

https://www.youtube.com/channel/UCvil1qFDqYRuOYn7tefCHew

www.instagram.com/lassecorus

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