Nachgefragt bei The Chief

The Chief ist als Solokünstler unterwegs und sieht sich selbst als „Mädchen für Alles“. Er macht eben musikalisch und organisatorisch alles selbst und scheint damit glücklich zu sein, obwohl er auch die andere Seite kennengelernt hat. Ihm widerstrebt die Bezeichnung „Lokaler Act“ und somit tourt er im ganzen Land und Umland, um seine Musik unter die Menschen zu bringen. Seine Musik beschreibt er als:

„Ehrlichen, kompromisslosen, Akustik-Rock/Folk-Rock mit Punkeinflüssen, welcher die Altmeister Neil Young und Bob Dylan mit den „jüngeren“ Vertretern, wie Noel Gallagher oder Eddie Vedder, vermischt.“

The Chief

© Foto: Ute Romine

10 + 1 Fragen an The Chief

1.) Seit wann bist Du musifiziert?

The Chief: „Musik infiziert bin ich schon immer gewesen. Schon als Kind hab ich laut Platten gehört. Musik mache ich seit 1996 und bin seit 2004 das erste Mal als „The Chief“ aufgetreten. Richtig angegangen wurde „The Chief“ erst 2012.“

2.) Womit fängst Du beim Songwriting an?

The Chief: „Das ist unterschiedlich. Mal kommt erst ein Textfragment, eine Phrase, und der Text, in Rohform, sprudelt auf das Papier. Und mal klimpert man auf der Gitarre rum und es entsteht ein Song. Inspirationen lauern überall.“

3.) Wie ist Dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

The Chief: „Das letzte sowie das erste Album entstand, im Gegensatz zur EP, welche dieses Jahr erscheint, im heimischen Musikzimmer. Aufgenommen mit „primitivsten“ Mitteln an einem Rechner aus 1999 und zwei Mikrofonen, bei extremen Latenzen. Mittlerweile wird an einem Laptop, mit einem digitalen Drumkit und vernünftigen Mics/Amp aufgenommen. Auch Reamping kann/wird zurzeit angewandt bei Demos. Die Qualität wurde kontinuierlich besser. Jetzt hab ich mir mal ein richtiges Studio gegönnt, für die EP, um mal was Amtliches abzuliefern.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest Du & womit nimmst Du auf?

The Chief: „Ich arbeitete jahrelang mit Cubase SX 1 (!) und arbeite mich gerade bei Reaper ein, da Reaper wesentlich bessere Plug-In’s hat, günstiger und kompatibler ist UND nicht so viel Rechenleistung abverlangt. Dabei kann ich jetzt auch Reamping betreiben. Wenn ich den richtigen Sound nicht mit meinen Amps (Fender Blues Deluxe/Dynacord JAZZ) bekomme, nutze ich Programme wie LePou, Gituar-Rig und Co.“

5.) Was tust Du, um Leute auf Deine Werke aufmerksam zu machen?

The Chief: „Bin auf allen gängigen Netzwerken anzutreffen, um für mich Werbung zu machen, daneben toure ich jedes Jahr durch Deutschland und Umland. Nichts hilft besser den Stempel „Lokaler Act“ loszuwerden, als eben nicht mehr ein „Lokaler Act“ zu sein, der nur in seiner Heimatstadt spielt und präsent ist. Dazu produziere ich regelmäßig kleine Tourtagebücher und am Ende einer Tour eine kleine Tourdoku.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst Du Dich noch selber und was übernehmen Deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

The Chief: „Booking, Werbung, Netzwerkbetreuung, Homepage… Ich mache ALLES. Hatte mal Booker an der Hand, die einem reichlich versprachen, aber in 2 Jahren nicht einen Gig generierten. Ich hatte pro Jahr zwischen 25-30 Gigs klar gemacht, und hätte durchaus noch mehr spielen können. „Nicht vermittelbar“ sieht anders aus.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder Dein größter Erfolg:

The Chief: „Eines der schönsten Erlebnisse war Folgendes: Bei einem „Bandcontest“, wo die Spielreihenfolge durch den Vorverkauf geregelt wurde, hatte ich NULL Karten verkauft. Alle Acts haben sich gefragt, ob das ein Scherz sei. War es nicht. Als es zur Wertung durch das Publikum kam, landete ich auf dem 2. Platz und habe damit 5 Bands abgehängt. Habe mit einigen davon aber noch Kontakt, weil wir dieses Ergebnis zusammen gefeiert haben. Größter Erfolg? Keine Ahnung…eigentlich sind die letzten Gigs allesamt Erfolge gewesen, weil sie allen Beteiligten Spaß machten. Und ein Lob von „Vom“ Ritchie (Toten Hosen) für eine Show in Düsseldorf.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast Du bisher mitgewirkt?

The Chief: „Ich war in ca. 11 Bands in den letzten 20 Jahren. Mittlerweile mache ich das, um neue Arbeitsweisen zu entwickeln und Kontakte zu knüpfen, sowie Inspirationen zu sammeln. Ob ich meine Solokarriere für eine Band aufgeben werde? Wohl nicht, weil ich diese Freiheit genieße.“

9.) Hast Du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

The Chief: „Naja…zählt der Gitarrenspielkreis der VHS-Bottrop als „musikalische Ausbildung“? Bis auf die Gitarre habe ich mir alles selbst beigebracht. Bass, Drums, Mundharmonika und die Grundakkorde auf einem Piano. Zuletzt hab ich eine Ukulele bekommen….vielleicht kommt die auch noch zum Einsatz.“

10.) Welchen Tipp hast Du für junge Musiker und Bands?

The Chief: „Wenn ihr spielt/spielen wollt, und damit andere Ziele verbindet als Party zu machen, verhaltet euch KOLLEGIAL und PROFESSIONELL. Wenn ihr euch wie Rockstars aufführen wollt, dann tut dies AUF der Bühne! NICHT Backstage oder beim Aufbau.

Erscheint PÜNKTLICH mit EUREM Equipment bei einem Gig und alles Weitere wird schon gut laufen, denn man wird euch wertschätzend im Gedächtnis behalten, und nicht als arrogante Ärsche die mit niemandem reden, sich Zeit lassen beim Auf-/Abbau und dann verschwinden.“

Frage +1 Was wolltest Du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

The Chief: „Verkauft ihr noch physische Datenträger, wie CD´s/MC´s oder gar Vinyl? Oder wirklich nur noch alles digital?“

Vielen Dank für das Interview an The Chief. Mehr Eindrücke und Einblicke in sein Musikerschaffen findest Du unter folgenden Links.

Weblinks:

www.the-chief.org

www.facebook.com/chief.de

YouTube-Kanal von The Chief

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