Nachgefragt bei Alexander Jabs

Alexander Jabs, auch „Der Jabs“ genannt, ist Songschreiber, Musiker, Produzent und Tonmischer. Im Bereich Singer/Songwriter mit bluesigen, rockigen und teilweise experimentellen Elementen hat er sein musikalisches Zuhause gefunden. Seine Musik entsteht im eigenen Heimstudio. Im Interview verrät er mehr über seinen Weg, vom Gitarrenkurs an der Volkshochschule, über die Inspiration bis hin zu den Fähigkeiten, die er sich über die Jahre angeeignet hat, die immer weiter ausreifen und seine Musik bereichern. Für ihn bedeutet sein Projekt:

„Musikalische Aufarbeitung eigener Gedanken und Erlebnisse und viel Experimentierfreude beim Produzieren!“

Alexander Jabs

© Foto: Dirk Lepperhoff

10 Fragen an Alexander Jabs

1.) Seit wann bist du musifiziert?

Alexander Jabs: „Musik-infiziert bin ich im Grunde seit meiner Grundschulzeit, seit ich zwei für mich sehr wichtige Alben in der Plattensammlung von meinem Vater entdeckt hatte. Das waren zum einen das „Blaue Album“ der Beatles und von Simon & Garfunkel „Bridge Over Troubled Water“. Mit ca. 14 Jahren habe ich dann Gitarre gelernt und diese dann aber auch gleich für die nächsten zwei Jahre wieder in die Ecke gelegt. Mit dem Gedanken in einer Band zu spielen, habe ich dann so richtig mit dem Musikmachen begonnen. Hinzu kam ein starkes Interesse an Aufnahmetechnik. Erste Aufnahmeversuche habe ich mit einem alten Tonbandgerät von meinem Vater gemacht.“

2.) Womit fängst du beim Songwriting an?

Alexander Jabs: „Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich Glück habe, fällt mir ganz spontan ein Thema und dann auch gleich ein ganzer Text ein. Akkorde und Text kommen dann meist gleichzeitig. Leider ist dies eher seltener der Fall. In der Regel bastele ich im Rechner einen Beat zusammen, zu dem mir etwas auf der Gitarre oder dem Bass einfällt. Oft ist es aber auch nur eine Gitarrenidee, die mir gut gefällt und die ich dann direkt aufnehme, um dann alles andere Drumherum zu basteln. Der Text kommt dann oft erst am Schluss dazu. Bis dahin dienen Textfragmente und Kauderwelsch dazu die Gesangmelodie festzuhalten.“

3.) Wie ist dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Alexander Jabs: „Ich nehme alles zu Hause in meinem kleinen „Heimstudio“ auf, welches im Grunde eigentlich nur ein Raum unterm Dach ist. Für manche Instrumente (z. B. Schlagzeug) nutze ich zum Leidwesen meiner Familie auch mal das Wohnzimmer. Das erste Album habe ich ohne die Zielsetzung einer Veröffentlichung aufgenommen, nur um das Mischen weiter zu professionalisieren und die Songs nach meinen Vorstellungen festzuhalten. Schlussendlich habe ich mir gedacht, dass man es nach der ganzen Mühe auch veröffentlichen könnte. Ganz zufrieden bin ich aber damit nicht. Das zweite Album ist auch zu Hause entstanden, nur mit besserer Technik, besseren Kenntnissen und einer wesentlich gezielteren Herangehensweise.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest du & womit nimmst du auf?

Alexander Jabs: „Die ersten Mehrspuraufnahmen habe ich mit einer Cassetten-Vierspurmaschine gemacht. Später kam eine Mini-Disc-Achtspurmaschine zum Einsatz, die man über MIDI mit dem Computer verbinden und mit einem kleinen Cubasis Beats zuspielen konnte. Mit Cubase* VST 32 bin ich dann endgültig im Rechner gelandet, welches ich bis zur Version 6.5 genutzt habe. Mittlerweile arbeite ich mit einem kleinen Pro Tools System in Kombination mit einem Apollo-Interface. Das zweite Album habe ich so komplett in Pro Tools aufgenommen und gemischt.“

5.) Was tust du, um Leute auf deine Werke aufmerksam zu machen?

Alexander Jabs: „Ich nutze eigentlich nur die üblichen Social-Media-Kanäle (Facebook, Instagram & ein bisschen Twitter). An Solo-Live-Auftritte habe ich zunächst nicht gedacht, weil ich mich eigentlich innerhalb einer Band wesentlich wohler fühle. Seit 2015 habe ich aber dann doch bei verschiedenen Gelegenheiten (offene Bühnen und kleinere Gigs) alleine gespielt. Aktuell ist wieder ein Bandprojekt entstanden, bei dem meine Songs mit einfließen. Die andere Hälfte der Songs kommt von meinem Bandkollegen Ingo, der auch zuvor zwei Solo-Alben aufgenommen hat.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst du dich noch selber und was übernehmen deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Alexander Jabs: „Da ich Musik nicht hauptberuflich mache, mache ich alles selbst. Bei dem produktionstechnischen und gestalterischen Teil einfach deswegen, weil es mir Spaß macht und ich meine Fähigkeiten verbessern möchte. Manchmal hole ich mir ein paar Tipps oder Ideen von Freunden. Die Cover-Idee vom ersten Album „Draußen“ stammt z. B. von dem Bassisten meiner alten Band. Ansonsten habe ich beim zweiten Album „Irrwege“ die Songs verschiedenen befreundeten Musikern vorgespielt und mir alle Meinungen angehört. Vieles davon ist in die Songs mit eingeflossen. Gerade bei den Texten nehme ich mittlerweile so eine Hilfe gerne mal in Anspruch, weil ich selbst manchmal mit eigenen Formulierungen nicht zufrieden bin. Die Aussage, der Texte darf sich natürlich dadurch nicht ändern. Oft kommt man auch durch fremde Formulierungen und Gedanken auf ganz neue eigene Ideen.“


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7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder dein größter Erfolg:

Alexander Jabs: „Was Live-Auftritte angeht, waren das zwei wichtige Auftritte. Zum einen im Herbst 2017 ein Auftritt bei einem Newcomer-Konzert des Kasseler Vereins zwischenDeckundTape. Der Verein veranstaltet regelmäßig kleinere sehr gemütliche und nette Konzerte, mit einem sehr aufmerksamen Publikum. Der andere Auftritt war ein Support-Gig für die Schnitter in einer Großraumdiskothek. Das Interessante war hier die Größe der Bühne, die für meine Verhältnisse als Solo-Interpret schon recht riesig gewirkt hat. Was meine Liebe zur Musikproduktion allgemein angeht, war mein bisher schönstes Erlebnis allerdings der Besuch von Studio 2 in der Abbey Road. Zwar war ich dort nur als Zuhörer eines Vortrages über die Geschichte der Tontechnik, aber alleine die Tatsache sich in diesen „heiligen Hallen“ zu bewegen war ein überragendes Gefühl. Bei der Gelegenheit durfte ich dann auch mal Ken Scott die Hand schütteln, das ist ein Tontechniker, der u. a. mit am Weißen Album der Beatles mit-gemischt hat.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast du bisher mitgewirkt?

Alexander Jabs: „Über die Jahre werden es wohl so sieben bis acht Bands gewesen sein. Die wirklich allererste Band war eine Hardcore-Band zusammen mit sehr guten Freunden. Leider nicht wirklich meine Musikrichtung. Dann kam eine Rock ’n‘ Roll bzw. Rockabilly-Combo und verschiedene Cover-Bands. Die erste Band mit den eigenen Songs hieß Procedo. Nach der Auflösung dieser Band habe ich das erste Album aufgenommen. Dann kam eine Alternativ-Rockband, wo ich aber nur als Gitarrist mitgespielt habe. Im aktuellen Bandprojekt, das leider noch keinen Namen hat, wird meine Musik erstmalig so gespielt, wie ich es mir im Grunde immer vorgestellt habe.“

9.) Hast du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Alexander Jabs: „Gitarre habe ich in Volkshochschulkursen gelernt und kann sonst nur auf meine Banderfahrungen zurückgreifen. Was ja auch nicht schlecht ist. Eine wichtige Rolle hat dabei ein Bluesgitarrenkurs gespielt. Manchmal würde ich mir allerdings wünschen ein wenig mehr Fähigkeiten an anderen Instrumenten zu besitzen, z. B. Klavier oder Schlagzeug. Das Schlagzeug auf „Draußen“ habe ich z. B. komplett selbst eingespielt – ohne weitere Vorkenntnisse oder Spielerfahrung. Das musste ich dann aber auch in der DAW entsprechend nachbearbeiten. Mit dem Ergebnis bin ich nur bedingt zufrieden. Ansonsten habe ich einen Lehrerkollegen, der ausgebildeter Musiker ist und selbst Musik produziert. Von ihm hole ich mir regelmäßig musiktheoretische und produktionstechnische Tipps und Tricks.“

10.) Welchen Tipp hast du für junge Musiker und Bands?

Alexander Jabs: „Ich würde jedem jungen Musiker raten, sich auf seinen eigenen Weg zu konzentrieren und sich nicht beirren zu lassen. Trotzdem sollte man natürlich offen für Anregungen sein. Wenn man sich aber jeden Ratschlag annimmt, kann man sich evtl. schnell in den vielen unterschiedlichen Ratschlägen verlieren. Ich würde mir immer das rauspicken, was für mich selbst Sinn macht und auf was ich evtl. alleine so nicht gekommen wäre. Allerdings kann es auch gut sein, mal ganz stur eine Idee zu verfolgen, die andere für völlig abwegig halten. Nur so können ja neue und vielleicht sehr interessante Dinge entstehen. Da sind die Beatles bzw. ihr Produzent George Martin mein absolutes Vorbild, die haben auch so viel ausprobiert und dabei so viel tolles Material geschaffen – manchmal auch herrlich schräg!“

Vielen Dank für das Interview an Alexander Jabs. Mehr Infos und Wissenswertes über ihn erfährst du unter folgenden Seiten im Netz.

Weblinks:
http://www.tka-musik.de

https://www.facebook.com/derjabs

https://soundcloud.com/derjabs

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