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Nachgefragt bei Tim Hocks

Tim Hocks startet motiviert in das neue Jahr mit der Veröffentlichung seiner Debütsingle „Breathing In“. In seinem Soloprojekt ist er Songwriter, Sänger, Musiker und Produzent in einem. Er spielt nicht nur alle Instrumente selbst, sondern produziert auch seine Musik, von der Aufnahme bis zum Mastering, in Eigenregie. Am Ende kümmert er sich zudem noch um Promotion und Marketing. – Ein beachtliches One-Man-Projekt sozusagen! Er selbst sieht sich jedoch noch mitten im Lernprozess und verrät im Interview, wie sein bisheriger Weg verlief.

Für seine Radio freundlichen Popsongs über Liebe und Zwischenmenschlichkeit greift Tim vornehmlich auf akustische Instrumente zurück, um darauf aufbauend Anleihen aus Jazz, Neo Soul und EDM zu nehmen.“


© Foto: Micheal Akinolushola

10 + 1 Fragen an Tim Hocks

1.) Seit wann bist du musifiziert?

Tim Hocks: „Musifiziert wurde ich bereits pränatal – als Sohn eines Gitarristen und einer Klassik-Liebhaberin gab es praktisch kein Entkommen. Die Kochtöpfe meiner Mutter habe ich nach meiner Geburt sehr früh als Schlagzeug zweckentfremdet und mit vier Jahren zum ersten Mal in der Band meines Vaters ein Stück live trommeln dürfen – an einem richtigen Schlagzeug für Erwachsene. Das war schon was!

Mit sieben Jahren gab es schließlich ‘echten’ Klavierunterricht für mich – auf Anraten meines späteren Schlagzeuglehrers. Seitdem ist das Klavier Ausgangspunkt meiner Musik, auch wenn ich mich über jede Gelegenheit freue, hinter dem Drumset Platz nehmen zu dürfen.“

2.) Womit fängst du beim Songwriting an?

Tim Hocks: „Das ist ganz unterschiedlich, je nachdem, welche Eingebungen mir gerade kommen. Grundsätzlich versuche ich, alle (brauchbaren) Ideen als Voice Note auf meinem Smartphone festzuhalten, sodass ich immer auf einen gewissen Vorrat zurückgreifen kann.

Einen Song konstruiere ich in den allermeisten Fällen von einem Titel – z. B. einer Hook oder einer Refrainzeile – aus. Zu Beginn sind eine einprägsame Melodie und dazugehörige Akkorde für mich am Wichtigsten. Von dort aus kann man dann in fast jede Richtung gehen. Dem Arrangement und Produktionsideen widme ich mich üblicherweise später.“

3.) Wie ist dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Tim Hocks: „Mein Debüt-Album kommt noch, aber nicht weitersagen. (grinst) ‘Breathing In’ jedenfalls, meine erste Single, ist im Mai 2018 für mich in den Fokus gerückt, als ein relativ umfangreiches Projekt, für das ich viel Arbeit aufgewendet und auch einige Songs beigesteuert hatte, ins Wasser fiel, was für mich sehr enttäuschend war. Dies war definitiv ein Schlüsselerlebnis, nun verstärkt meine eigene Musik in einem Format vorantreiben zu wollen, in dem ich weniger abhängig von den Launen anderer wäre.

So habe ich die wichtigsten Instrumental-Parts im Mai in meinem Studio eingespielt, und mir über den Sommer hinweg immer wieder Zeit genommen, weiter an der Produktion zu feilen – dies dann vermehrt in London. Mix und Mastering habe ich im Herbst fertiggestellt und mich von da an bis zum Release-Day Marketing und Promotion gewidmet, was eine ganz neue Erfahrung für mich war.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest du & womit nimmst du auf?

Tim Hocks: „Als angehender Tonmeister ist es sehr wichtig, mit vielen verschiedenen Programmen arbeiten zu können, allen voran mit Pro Tools, aber auch Logic, Cubase, Ableton, Max MSP etc. Für meine eigene Musik habe ich Logic Pro X eingesetzt, insbesondere da ich häufig zwischen Deutschland und England hin- und herreise, und so vermehrt ‘on the road’ auf meinem MacBook arbeite. In meinem eigenen Studio benutze ich nach wie vor Cubase, das Programm, mit dem ich als Teenager angefangen habe. Für mich ist Cubase ein Stück Heimat.“ (grinst)

5.) Was tust du, um Leute auf deine Werke aufmerksam zu machen?

Tim Hocks: „Ehrlich gesagt hatte ich mich noch vor einem Jahr niemals ernsthaft mit der Promotions- und Marketing-Seite der Musikindustrie auseinandergesetzt. Um in diesen Bereichen unabhängiger zu werden, habe ich dann viel Fachliteratur gelesen und im Internet recherchiert, um mir zumindest einen Grundstock an Fachwissen und Skills anzueignen. Für meine Debüt-Single setze ich das Ganze nun erstmals praktisch um, was mir letztendlich auch eine Menge Spaß macht.

Zu meinem Konzept gehören natürlich meine Socials, dann Branding, Artist Profiling und das Erstellen (möglichst) professioneller Press Kits, die Fotos, One Sheets etc. enthalten. Auf diesem Weg haben wir uns ja auch kennengelernt, worüber ich sehr glücklich bin! Bei aller Technisierung kann es übrigens nach wie vor einiges bewirken, den Leuten, die man im richtigen Leben trifft, von der eigenen Musik zu erzählen – solange das Ganze unaufdringlich und freundlich bleibt.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst du dich noch selber und was übernehmen deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Tim Hocks: „Da ich noch ganz am Anfang stehe, mache ich aktuell tatsächlich fast alles selbst – auch um möglichst viel Neues auszuprobieren und dazuzulernen. Allerdings würde ich mir mittelfristig doch überzeugte und nette MitstreiterInnen im Business-Bereich wünschen, um mich wieder mehr der musikalischen Seite des Projekts widmen zu können, wo definitiv meine Stärken liegen. Ausnahmen sind übrigens die Video-Produktionen, die der Londoner Filmemacher und Produzent Micheal Akinolushola realisiert, sowie einige Gitarren-Parts, bei denen ein guter Freund von mir im Studio einen Take braucht, wo ich als Pianist zehn brauchen würde.“

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder dein größter Erfolg:

Tim Hocks: „Mit ‘Skybound’, der letzten Band, für die ich in Deutschland gespielt habe, haben wir mehrfach vor vierstelligem Publikum gespielt. Wenn so viele Menschen dann noch die Songs mitsingen, die man selbst geschrieben hat, ist das schon ein ganz spezieller Moment.

Letzte Woche habe ich außerdem eine Anfrage für das Mischen eines Songs bekommen, auf dem der Drummer von ‘Slayer’ trommelt, das war eine große Ehre. Ansonsten würde ich sagen: Meine eigene Musik unter eigenem Namen herauszubringen, ist ein großer Schritt für mich, von dem ich lange geträumt habe. Und das Beste kommt jetzt hoffentlich erst!“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast du bisher mitgewirkt?

Tim Hocks: „Das kann ich gar nicht sagen. Mit elf Jahren hatte ich meine erste Band, vorher schon in der Band meines Vaters aushelfen, und während meiner Schulzeit dann in Percussionensemble und Sinfonieorchester meiner Musikschule sowie Orchester und Oberstufenchor meines Gymnasiums Erfahrungen sammeln dürfen. Es flatterten sogar Einladungen in Landes-Jugend-Percussionensemble und Landes-Jugend-Sinfonieorchester ins Haus.

Ich habe mich dann aber für den Weg als Band-Musiker entschieden und speziell während meines Musik-Studiums in unzähligen Formationen gespielt – von Top-40-Festzelt über Jazz Combos und Big Band bis hin zu Popgruppen und sogar Metal-Acts war dann alles dabei. Außerdem habe ich parallel dazu als Toningenieur an Dutzenden Projekten mitwirken dürfen. Aktuell spiele ich in London in der NuGrunge-Band ‘Stoneflies’ und für die Synth-Pop-Gruppe ‘Kimono Loco’. Gerne mal reinhören. Wir freuen uns.“

9.) Hast du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Tim Hocks: „Ab dem siebten Lebensjahr habe ich Klavier- und auch Theorieunterricht erhalten, mit zehn gab’s dann die erste Unterrichtsstunde klassisches Schlagwerk bzw. Schlagzeug. Während meiner Studien vorbereitenden Ausbildung habe ich intensiven Klavierunterricht in den Bereichen Klassik und Jazz genossen, dazu wieder Schlagzeug- und erstmals klassischen Gesangsunterricht sowie Theorie- und Gehörbildungskurse.

Anschließend habe ich Musik auf Gymnasiallehramt studiert und 2017 zunächst abgeschlossen, mit Hauptfach Jazz-Klavier und den Nebenfächern Schlagzeug und E-Bass. Dazu habe ich Module in Big-Band- und Orchesterleitung besucht und zwei lange Praktika in Profi-Studios absolviert.

Seit Anfang 2018 studiere ich in London ‘Audio Engineering’. Dennoch: In der Musik lernt man nie aus und ich sehe mich aktuell ungefähr in der Mitte meiner Ausbildung, so wie ich sie geplant habe.“

10.) Welchen Tipp hast du für junge Musiker und Bands?

Tim Hocks: „Gerade zu Anfang viel ausprobieren, bis ihr eure persönliche musikalische Leidenschaft entdeckt! Im Anschluss gerne breit(er) aufstellen und je nach Ziel Modernes mit Bewährtem verbinden, z. B. das Erlernen von EDM-Produktion mit Instrumentalspiel kombinieren. Leider gilt für Musiker auch die 10.000-Stunden-Regel, aber es kann und darf auch sehr schön sein, einfach für sich selbst oder die Menschen, die ihr sehr gerne habt, Musik zu machen. Musik verbindet und darf niemals exkludieren!“

Zusatzfrage: Was wolltest du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Tim Hocks: „Welche Musik hat Dich zuletzt sprachlos gemacht, innehalten lassen – und kannst Du mir den Link schicken? – Vielen Dank!“

Vielen Dank für das Interview an Tim Hocks. Alle weiteren Infos zu ihm findest du unter den folgenden Links.

Weblinks:

www.timhocks.com

www.instagram.com/timhocks

www.facebook.com/timhocksproducing

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