Promomaterial für Musiker – Was sollte man parat haben?

Dass man als Musiker und Künstler eine Homepage und am besten eine geschäftliche E-Mail-Adresse vorweisen können sollte, wissen die Meisten ja bereits. Es gibt aber noch mehr, was man im Vorfeld tun kann, bevor es dringend benötigt wird. Um welches Promomaterial es sich handelt, verrate ich natürlich detailliert im Beitrag. Und wann sollte das alles fertig sein und zur Verfügung stehen? – Na am besten vorgestern, denn wenn erst mal Anfragen kommen, muss es meist schnell gehen. Wer innerhalb von wenigen Stunden mit allem notwendigen Material antworten kann, geht auf Nummer sicher. Schauen wir mal, ob die Vorbereitung deines Promomaterials bereits abgeschlossen ist oder ob du im Ernstfall mit Schweißperlen auf der Stirn schnell etwas aus dem Ärmel schütteln musst. Bist du bereit?

Promomaterial für Musiker

Beschreibung des Projekts / der Musik

Eine Beschreibung zum eigenen Projekt bzw. zur Musik sollte man in jeder Hinsicht vorbereiten und auch auf diversen Internet-Plattformen, auf denen man als Künstler vertreten ist, hinterlegt haben. Das ist wichtig, wenn man Interesse wecken möchte und das Musikprojekt einen fertigen, professionellen Eindruck machen soll. Die Beschreibung kann aus der Sicht einer außenstehenden Person, aber auch aus der Ich- bzw. Wir – Perspektive geschrieben sein. Wer sich schwer damit tut, über sich selbst zu schreiben, sollte eine andere Person bzw. einen Profi damit beauftragen, der sehr gut über Musik, Projekt und Beteiligte informiert ist.

Alles in einem Satz…

Hier geht es um ein Alleinstellungsmerkmal. Was macht dich und deine Musik so einzigartig? Beschreibe deine Musik oder dein Projekt in einem Satz. Diesen Punkt lasse ich auch in der Interviewreihe von den Teilnehmern beantworten. Ich finde, das ist eine gute Möglichkeit, sich über das, was man da tut, mal wieder aus der Außensicht zu beobachten. Es ist sehr interessant, was die einzelnen Künstler und Musiker dabei über sich zu sagen haben. Und man kann auch gut erkennen, welche Phrasen sich immer wiederholen und bei vielen Projekten identisch sind. Allerdings gebe ich zu, ist das auch absolut nicht leicht und auch ich tu mich damit schwer. Ein Alleinstellungsmerkmal wäre bspw. nicht unbedingt, dass man deutsch singt oder „die Texte aus dem Leben gegriffen“ sind. – Das könnten tausend andere Künstler ebenso von ihrer Musik sagen. Daher noch einmal kritisch hinterfragen, was wirklich einzigartig an dir oder deiner Musik ist.

Biografie – kurz / ausführlich

Eine Biografie ist vielleicht nicht immer sofort notwendig. Doch nach und nach kann sie von Bedeutung sein. Dazu kann man eine tabellarische Kurzbiografie oder eine ausführliche Biografie in Sätzen schreiben. Und falls du schon berühmt bist, ist auch ein Buch oder Hörbuch eine tolle Möglichkeit, um mal wieder von sich hören zu lassen. Allerdings schreiben auch nicht alle Berühmtheiten ihre Biografien selbst, sondern haben jemanden, der das für sie macht.

One Sheet und Mediadaten

One Sheet bedeutet sinngemäß „auf einem Blatt“. Es ist eine Übersicht zum Musikprojekt/ zur Band, die auf ein A4 Blatt passen muss. Darauf gehören für den ersten Eindruck z. B. bei Medienpartnern: eine kurze Beschreibung ggf. mit Erfolgen und eventuellen Auszeichnungen, aktuelle Mediadaten, mindestens ein gutes Bild, das Logo und Veröffentlichungen sowie Kontaktdaten. Mediadaten sind konkrete Fakten wie Verkaufszahlen, Platzierungen, Follower, Likes, Aufrufe etc. zu den besten Kanälen, Videos oder Songs.

Kurzvita

Ähnlich zum One Sheet oder der Biografie, ist die Kurzvita – eine allgemeine in Sätzen formulierte kurze Lebensbeschreibung, in der nur die wirklich wichtigen Punkte zu einer Person relevant sind. Hier geht es weniger um die Musik oder das Projekt an sich, sondern um die Person dahinter. Alter, Studium, Beruf, Erfolge, vielleicht auch eine Lebenseinstellung kann man dort nachlesen. In Büchern findet man z. B. fast immer eine Kurzvita zum Autor. Es ist also ein relativ überschaubarer Fließtext, der Interesse erwecken und die Person individuell vorstellen soll. Es kann schon mal sein, dass eine Kurzvita von Medienpartnern angefragt wird oder diese selbst eine verfassen, wenn sie die notwendigen Infos haben. Das passiert dann allerdings oft erst, wenn ein Auftritt in den öffentlichen Medien geplant ist. Und natürlich sollten auch hier die Angaben regelmäßig angepasst und aktualisiert werden.


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Autogrammkarten

Als ich das erste Mal nach Autogrammkarten gefragt wurde, hatte ich natürlich noch keine. So was ahnt man ja selbst nicht. Ich kam mir dann aber ziemlich dumm vor, neben allen anderen Künstlern bei dem damaligen Anlass die Einzige ohne eigene Autogrammkarten zu sein. Man hat mich dann zwar auf anderen Dingen unterschreiben lassen. Aber das Erste, was ich daraufhin in Angriff genommen habe, war, mir Autogrammkarten drucken zu lassen. Wenn man diese vielleicht noch mit einem QR-Code zur Homepage oder mit Links zu den wichtigsten Social Media-Kanälen versieht, dann kann man sie im Zweifelsfall auch als allgemeinen Flyer bei Konzerten verteilen. Die „Karten“ wären also mehrfach zur Promo einsetzbar.

Visitenkarten

Unterwegs immer in die Tasche gehören die Visitenkarten mit der Webadresse, einer Kontakt E-Mail-Adresse und einer Telefonnummer (geschäftlich, falls vorhanden). Kommt man mit Leuten ins Gespräch, versteckt sich manchmal ein potenzieller Kunde, Schüler oder Auftraggeber oder ein netter Musikerkollege hinter dem Gesprächspartner, wo sich eine Zusammenarbeit anbietet.

Pressebilder in Web und Druckqualität

Ideal ist es, wenn Pressebilder in Web- und Druckqualität zur Verfügung stehen. Die Bilder sollten in einem Link angeboten werden und nur, wenn ausdrücklich gewünscht, per Mail-Anhang versendet werden. Zur Not fragt man da einfach vorher nach. Wer in der Öffentlichkeit steht oder das als Ziel hat, sollte unbedingt professionelle Pressebilder von sich haben. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, keine Schrift und auch nicht unbedingt ein Logo auf dem Bild zu platzieren. Im Zweifelsfall vorher nachfragen oder ein Bild mit sowie eins ohne Logo anbieten. Es ist sonst ggf. nicht nutzbar. Perfekt ist, wenn du unterschiedliche Formate anbieten kannst, einmal Hochformat und einmal Querformat, Porträt ggf. Ganzkörperbild. Es sollte natürlich ein repräsentatives Bild sein, worauf du auch zu erkennen bist.

Hörbeispiele oder Arbeitsproben

Falls du deine Dienste als Musiker, Produzent, Songwriter oder Sänger etc. anbietest oder dich irgendwo bewirbst, vielleicht bei einer Plattenfirma, einem Management oder Ähnlichem, dann hab bereits Hörbeispiele oder Arbeitsproben parat. Oft reicht auch ein Ausschnitt daraus, um einen ersten Eindruck zu machen. Auch wenn du auf die Suche nach Musikern für deine Band gehst, hab etwas parat, was man sich anhören oder ansehen kann, ohne sich für schlechte Qualität entschuldigen zu müssen. Heutzutage sind selbst Aufnahmen von mobilen Rekordern oder einigen Smartphones ganz brauchbar, ohne dass etwas rauscht oder verzerrt ist.

Video mit Live Performance

Am besten kann man sich natürlich live präsentieren. Jedoch auch ein Video, wo man live vor der Kamera singt oder spielt, kann für Sänger oder Musiker eine Hilfe sein, um andere (und ich meine jetzt mal nicht nur die Fans) von sich zu überzeugen. Das muss kein Liveauftritt vor Publikum sein. Auch eine live vor der Kamera gespielte Version kann dabei genügen oder sogar besser überzeugen. Denn schlecht gemachte, verwackelte, überbelichtete und verzerrte Live Videos vom letzten Gig guckt man sich ja doch eher nicht so gern an.

Fazit:

Früher gab es hauptsächlich eine Pressemappe, die man vorbereitet hat. Heute läuft, bis auf wenige Ausnahmen, vieles digital. Aber auch hier kann man alles in Ruhe vorher vorbereitet haben, bevor danach verlangt wird. Denn dann hat man sich auch schon damit auseinandergesetzt und kann schneller reagieren. Wenn das Datenpaket per Mail zu groß wird, dann lieber alles im Ordner einer Cloud wie Dropbox hochladen und nur den Link versenden.

Und falls ein Video noch nicht offiziell veröffentlicht ist und man es den Medienpartnern trotzdem schon zeigen möchte, dann kann man das Video mit einem Passwort schützen (z. B. bei Vimeo) oder es als „nicht gelistet“ speichern (so heißt es bei YouTube). Die allererste „Baustelle“ sollte aber tatsächlich eine eigene Homepage sein, wo du entsprechendes Material auch zum Download bereitstellen kannst. Denn oftmals findet man dich in erster Linie online und kontaktiert dich dort, bevor überhaupt Anfragen nach weiterem Material auftauchen. Welches Promomaterial hast du selbst neben der eigenen Homepage und diversen Social Media Kanälen vorbereitet? Lass gern einen Kommentar da. Ich freue mich, dass du auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

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