Klaffende Tube beim Singen

Ich vermute, fast jeder Musiker hat irgendein gesundheitliches „Gebrechen“ bzw. auch körperliche Einschränkungen. Als wenn man sich auf der Bühne nicht schon um genug Sachen Gedanken machen muss (Stimme, Begleitung, Abläufe etc.), kommen auch noch solche Dinge dazu, die mit der Musik gar nichts zu tun haben. Bei mir sind es zum Beispiel Hüftbeschwerden bei zu langem Stehen oder die Augen, die bei Müdigkeit irgendwann chamäleonartig in der Weltgeschichte herum starren. Mir geht es heute jedoch um ein ganz anderes, echt lästiges Phänomen, was mich besonders beim Singen doch arg einschränkt. Es nennt sich „klaffende Tube“ oder auch „offene Ohrtrompete“. Und was es damit auf sich hat, verrate ich in diesem Artikel.

Was ist die klaffende Tube?

Vielleicht kennst Du das Gefühl, wenn Du gähnen musst und Du Dich für einen kurzen Moment von innen sehr lauf hörst. Es ist, als wenn im Ohr eine Klappe aufgeht und Luft reinkommt. Bei der klaffenden Tube bleibt die Ohrtrompete zeitweise oder dauerhaft offen. Und ich meine dabei nicht das Gefühl, wie wenn man im Flugzeug sitzt oder in die Berge fährt und diesen (Unter-)Druck in den Ohren hat. Das wäre nämlich das Gegenteil dazu, eine Tubenbelüftungsstörung. Da hilft es, durch Lutschen eines Bonbons oder durch Zuhalten der Nase und Schnauben wieder einen Ausgleich im Ohr zu schaffen. Bei der klaffenden Tube hingegen funktionieren diese Tricks leider nicht. In beiden Fällen handelt es sich um Funktionsstörung der Eustachischen Röhre (Tuba auditiva).

Worin liegt das Problem beim Musikmachen?

Die klaffende Tube begleitet mich nicht den ganzen Tag, sondern nur zeitweise. Wenn ich jedoch gerade Musik mache und singen möchte, ist das sehr unangenehm. Ich höre mich dann von innen sehr laut. (Autophonie) Bereits das Atmen ist schon so unangenehm laut, dass man somit oft auch beim Sprechen oder Singen automatisch leiser wird. Gleichzeitig hört man die Umgebungsgeräusche in dem Moment nicht ganz so gut, da sie ja von den inneren Geräuschen übertönt werden. Mich verunsichert die klaffende Tube dadurch sehr oft, weil ich dann nicht mehr zu hundert Prozent die Kontrolle über meine Intonation habe. Jedenfalls fühlt es sich an, wie ein Blindflug ins Blaue, weil ich nicht weiß, ob ich noch in der richtigen Tonlage zur Musik singe.

Ein Vorteil?

Ich habe mir auch schon versucht, einen Vorteil darauf einzubilden. Denn gerade wenn man auf der Bühne oder bei Bandproben ein eher mäßiges Monitoring hat und seine Stimme über die Lautsprecher nicht gut hört, dann müsste es ja theoretisch sogar helfen, wenn man sich innen durch die klaffende Tube lauter hört. Doch das ist nur eine Theorie. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Es fühlt sich dennoch sehr unsicher an und ich konnte es im Anschluss z.Bsp. über Aufnahmen bisher nicht ausreichend prüfen. Zudem singt man in dem Moment etwas leiser, weil es von innen eben extrem laut klingt. Also es könnte ggf. ein Vorteil sein, wenn man bei schlechtem Monitoring zufällig eine klaffende Tube hat. Doch das gilt nur, wenn die klaffende Tube einseitig, also nur auf einem Ohr auftritt. Ich hatte auch schon den Fall, dass ich plötzlich beidseitig betroffen war. Dann habe ich mich innen noch lauter gehört, jedoch außen alles nur sehr gedämpft wahrgenommen. Es ist dann ein wenig so, als ob man unter einer Glocke hockt, die einen von der Außenwelt abschirmt und man nur noch sich selber hört.

Ärztlich behandeln?

Klar war ich damit natürlich auch beim Arzt und habe meine Probleme diesbezüglich geschildert. Meine klaffende Tube hat sich in diesem Moment leider weder beim Hausarzt noch beim HNO-Arzt gezeigt. Das heißt, in dem Moment war alles normal. – Vorführeffekt! War nichts zu sehen und der Hörtest war auch in Ordnung. Trotzdem hatten die Ärzte schon mal davon gehört und nahmen meine Beschwerden in ihre Kartei auf. „Da kann man nichts machen!“ hieß es. Es kommt wohl auch sehr selten vor. Und eine Behandlung dafür gibt es leider nicht. Es wurde mir so erklärt, dass ein kleiner Muskel im Ohr für die Schließung und Öffnung der Ohrtrompete zuständig sei. Und wenn der Muskel angespannt ist, dann bleibt diese offen. Das erklärt auch, warum es besonders oft in Situationen passiert, in denen ich sowieso aufgeregt oder angespannt bin. Jedoch ebenfalls zu Hause, wo ich eigentlich entspannt bin. Es gäbe auch Versuche, Silikon oder Kollagen einzuspritzen sowie operative Eingriffe, die jedoch nicht zuverlässig wären bzw. nicht regelmäßig zum Erfolg führten. Aktuell ist dieses Phänomen scheinbar wenig bekannt und erforscht. Und da es auch eher lästig, als schmerzhaft ist, besteht vermutlich auch wenig Handlungsbedarf.

Meine Gegenmaßnahmen

Ich muss mir also weiterhin selber helfen! Wenn ich mal wieder von der klaffenden Tube heimgesucht werde, dann helfen mir oft folgende Maßnahmen weiter: Zum einen muss ich darauf achten, dass ich ausreichend getrunken und gegessen habe. Es ist hilfreich, wenn ich entspannen kann oder mich „runterfahren“ kann. Wenn ich meinen Kopf nach unten halte und kurz etwas sage oder einen Laut von mir gebe, hilft es auch direkt. – Oft jedoch nur kurz. Und den besten Erfolg beim Beseitigen der klaffenden Tube für einen Moment habe ich, wenn ich mir (klingt jetzt blöd) am Hals für ein paar Sekunden auf die Halsschlagader drücke. Das sorgt dann für einen „Druckausgleich“ und alles ist wieder normal. Sieht halt nur immer blöd aus und die Leute fragen, ob man Halsweh hat. Manchmal drücke ich an der falschen Stelle, dann klappt es nicht gleich oder es dauert eine ganze Weile. Manchmal bin ich einfach auch komplett verspannt (wie nach einem Auftritt, wenn der Tag zuvor sehr lang war), dann geht es auch nicht, sondern erst, wenn ich zur Ruhe komme.

Recherchen

Ich habe natürlich viele Recherchen im Netz betrieben, um etwas mehr darüber herauszufinden. Doch viele hilfreiche Tipps oder Behandlungsmöglichkeiten dazu gibt es nicht. Manche Betroffene tragen enge Rollkragenpullis oder ein Halstuch. Ich glaube auch mal gelesen zu haben, dass in bestimmten Situationen ein Glas Sekt hilft, weil dieses Phänomen besonders bei schlanken Menschen mit niedrigem Blutdruck auftritt. Da könnte tatsächlich etwas dran sein. Nun kann ich ja deswegen nicht zum Alkoholiker werden.

Ich suche Betroffene, die auch singen.

Da mich diese klaffende Tube oft echt quält und gerade bei Auftritten sehr verunsichert und nervt, suche ich nach Menschen, die selber von der klaffenden Tube betroffen sind und vielleicht auch singen oder Musik machen. Wie geht ihr damit um, wenn Ihr auf der Bühne steht oder wenn Ihr gerade Aufnahmen machen wollt? Kennt Ihr noch weitere Tricks, die offene Trompete im Ohr zu schließen oder sogar eine wirkungsvolle Behandlungsmethode? Dann meldet Euch gern und hinterlasst einen Kommentar oder sendet mir eine E-Mail. Und weil wir einmal über Gesundheit sprechen, was quält Dich denn sonst so, wenn Du auf der Bühne stehst? Oder was hindert Dich an Deiner Performance und was tust Du dagegen? Schreib es gern und teile Deine Erfahrungen. Ich freue mich, dass Du wieder auf musifiziert.de vorbeigeschaut hast. Bis bald.

15 Responses to “Klaffende Tube beim Singen

  • Ha! Ich bin Sängerin und kenne das Problem! -allerdings nicht in der Stärke wie du. Bei mir tritt es immer auf, ,wenn ich relativ schnell 2-3kg abgenommen habe…. liegt wohl daran, dass da dann ein nü an mm an fett fehlt…. wenn ich mich dann bücke, das Blut mir in den Kopf steigt geht die Tube kurzfristig wieder zu…. ähnlich, wie wenn du deine Halsschlagader zuhältst…..
    momentan habe ich keine Probleme, dafür kneifen die Hosen- haha!

  • Das Problem einer klaffenden Tube begleitet mich schon mehr als 55 (fünfundfünfzig) Jahre! Alle versuche, es in den Griff zu bekommen, sind fehlgeschlagen. Will die einzelnen Eingriffe und Behandlungen hier nicht aufzählen, weil alle nichts gebracht haben. Helfe mir zur Zeit damit, besonders vor dem Singen im Chor, mit einem Wattestäbchen in der Nase kitzelnd, einen Niessreflex aus zu lösen. Mit dem dann ausströmenden Druck pustet der Überdruck aus der Tube auch raus und ich hab, mit ein wenig Glück, eine Zeitlang Ruhe. Während den Proben liegen meine Noten immer vor mir auf dem Boden, sodass ich gezwungen bin, mich ständig nach ihnen vornüber zu bücken. Auch das schafft dann gegebenenfalls wieder eine Zeitlang Erleichterung. Hab mich im übrigen auf der Plattform „Pagewizz“ schon ausführlich unter dem Pseudonym „Hexagon“ über dieses Thema ausgelassen. Lieder ist dies Seite ohne Einwahl nicht mehr öffentlich, der Grund für das Einstellen meiner Kommentare!

    • Das mit dem Niesen kenne ich noch nicht. Vielleicht versuch ich das auch mal. Aber das mit den Noten auf dem Boden ist eine clevere Idee. 🙂 Ich habe beobachtet, dass es bei mir weniger auftritt, wenn ich statt im Stehen im Sitzen singe. Und mein Unterkiefer (falsches Öffnen beim Singen) sowie das Heben des Gaumens spielt irgendwie auch eine Rolle. Manchmal schaffe ich es schon, durch bewusste Veränderung die Tube wieder zu schließen. Aber das kann auch Zufall gewesen sein. Ich teste weiter, denn so richtig hilft es eben leider nicht…und schon gar nicht beim Auftritt, wenn man sowieso angespannt ist.

  • Ja stimmt genau, kann alles was Sie darüber geschrieben haben voll bestätigen. Im besonderen auch Ihr Erstkommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Will noch eine Anmerkung zu meinem Verlauf der Probleme beitragen. Beim letzten Eingriff im HNO Bereich ist die Nasenmuschel, mittel`s Laser, verkleinert worden. Damit sollte eine bessere Belüftung in diesem Bereich verfolgt werden. Die Nasenatmung hat sich danach auch wirklich verbessert, selbst bei einem Schnupfen setzt sie sich nicht mehr zu. Der große Nachteil aber ist wie folgt: „Vor dem Eingriff konnte ich mir bei starken Beschwerden (klaffende offene Tube) durch flaches hinlegen sofort Erleichterung verschaffen. Das geht nun nicht mehr, das Gegenteil ist der Fall“. Werde nun nachts regelmäßig darüber wach, weil meine Atmung voll über die Ohren (Tube) geht. Das Rauschen ist dann nur über den Niesreflex wieder zu beseitigen! Noch etwas ist mir wichtig Ihnen mit zu teilen. Hab immer Bonbon`s in meiner Nähe, weil durch`s Lutschen ein Schluckreflex entsteht, der die Tube dann wieder schließt! Bei Chorproben hab ich mir im übrigen angewöhnt, das Kinn immer nach unten Richtung Brust zu nehmen. Dadurch entsteht eine angenehme Spannung auf Nacken und Hinterkopf, welche die Tube oft zu hält! Heute bin ich, nach so vielen Jahren der Probleme, fest davon überzeugt, das die Ursache der klaffenden Tube Verspannungen an Nacken und Hinterkopf sind!

  • Hallo Sabine,
    bin eben auf deiner Seite hier gelandet!
    Ich bin auch Sängerin und schlage mich jetzt seit
    10 Jahren mit der klaffenden Tube herum.
    Anfangs hat es kein Arzt erkannt. Durch meine Schwangerschaft vor 2 Jahren wurde es allerdings massiv schlimmer.
    Heute Mittag, als ich auf einer Hochzeit gesungen habe und es wieder auf beiden Seiten war, hab ich jetzt nochmal nach Spezialisten gegoogelt.
    Werde jetzt, wenn die Musik-Saison rum ist, einen Termin in München bei Dr Klingmann machen.
    Ich muss zwar 5 Stunden fahren, aber das muss ich jetzt einfach ausprobieren.
    Ich würde mir ggf auch einen Ersatzstoff einspritzen lassen.
    So ein Auftritt wie heute strengt mich so wahnsinnig an. Eigentlich macht mich das singen so glücklich aber unter diesen Umständen macht es mich echt fertig.
    Ich singe jetzt auch nur noch Hochzeiten von der Empore aus, weil meine ganzen Maßnahmen (Halsschlagader abdrücken, Kopf nach unten usw) mich so verunsichern. Ganz abgesehen von den hohen Tönen die ich, wie du auch schreibst, ins blaue raus singe?!?!
    Gott sei Dank ist es nicht jede Woche so schlimm….
    Ich bin sehr froh das du das hier geschrieben hast.
    Vor allem weil du auch Sängerin bist😍
    Ich werde dir gerne berichten was in München raus gekommen ist….
    Ganz liebe Grüsse Vera

    • Liebe Vera,
      danke für Deinen Kommentar. Mich würde sehr interessieren, was in München bei Dir herausgekommen ist. Mir hilft nach wie vor der gezielte Griff zur Halsschlagader. Auch wenn Unwissende mich dann oft fragen, ob ich Halsschmerzen hätte. Besser so, als wenn ich „ins Blaue“ singen muss.
      Ich drück Dir die Daumen, dass Dir in München geholfen werden kann.
      Viele Grüße,
      Sabine

  • Hallo liebe Sabine und alle anderen (Leidens)GenossInnen,
    ich bin keine Sängerin, plage mich aber auch seit Langem mit diesem Problem herum. Bei mir hat es auch lange gedauert, bis mir überhaupt ein Arzt sagen konnte, was es ist: eine klaffende Tube.
    Dann ging es weiter mit Behandlungen: Ein Paukenröhrchen, damit die Tube permanent entlüftet wird und nicht meint, sich öffnen zu müssen. Hat leider nicht geholfen. Dann wurde der Tube unter Vollnarkose Hyaluronsäure eingespritzt. Doch auch das blieb leider ohne jeden Erfolg.
    Schließlich habe ich mich an einen Heilpraktiker gewandt. Nach einigem Ausprobieren kamen wir auf ein Multivitaminsaftkonzentrat (heißt Lavita), das mir über einen langen Zeitraum wirklich geholfen hat. Irgendwann traten die Probleme nur noch selten und höchstens kurz auf. Hört sich zunächst eher esoterisch an, finde ich. Aber als ich im Urlaub keinen Saft mehr genommen habe und auch danach nicht gleich Nachschub bestellt habe, kamen die Beschwerden allmählich wieder. Also habe ich nachbestellt, täglich wieder 1-2 EL genommen und es wurde wieder besser. Wirklich, es wurde wieder besser! Ich hatte mehrere Tage ohne jegliche Probleme. Sie traten vielleicht nur noch einmal in der Woche oder einmal im Monat auf. (Meine Interpretation: Die klaffende Tube war bei mir womöglich ein Nährstoffproblem).
    Naja, bis ich nun schwanger wurde. Schon seit dem ersten Drittel treten die Beschwerden wieder vermehrt auf. Jetzt bin ich im 6. Monat und es quält mich. Die Tube geht von selber auf, ich kann sie durch seitliches Halszudrücken schließen, aber es hält oft nicht lange. Manchmal tritt das nur ein paarmal am Tag auf, manchmal verfolgt es mich aber stundenlang. (Meine Interpretation: mein Körper gibt dem Krümel alle nötigen Nährstoffe und mir fehlen sie dann an der Tube. Auch eine höhere Saftdosis führt leider nicht dazu, dass die Beschwerden besser werden). Der niedrige Blutdruck spielt da sicher auch eine Rolle. Vorher hatte ich durchaus 120/80, jetzt bin ich höchstens bei 110/60, meist noch weniger.
    Natürlich war ich bei HNO-Ärzten, aber solange ich schwanger bin, kann mir niemand helfen. Und der Leidensdruck ist echt groß 🙁
    Im Augenblick probiere ich noch ein paar Sachen aus, nämlich alles, was den Blutdruck steigert. Was mir bisher zumindest scheinbar ein bisschen hilft, ist schwarzen Tee zu trinken, über den ganzen Tag verteilt, damit der Blutdruck etwas steigt. Auch Rote-Bete-Saft (ebenfalls blutdrucksteigernd) scheint irgendwie zu helfen, dass ich zumindest nicht den ganzen Tag geplagt werde, so etwa 100 ml, am besten über den Tag verteilt. Vielleicht entdecke ich noch mehr und ich hoffe, dass sich nach der Schwangerschaft alles wieder einspielt.
    Ich wünsche euch allen Geplagten, dass ihr Wege findet, wie sich das Problem irgendwie bessert. Den Lavita-Saft kann ich tatsächlich empfehlen, auch wenn er mir in der Schwangerschaft gerade nicht (oder nicht genug?) hilft. Vielleicht hilft er euch auch und ich wünsche euch das von Herzen.
    Viele Grüße, Anne
    P.S.: Der HNO-Chefarzt, bei dem ich diese Woche war, erzählte von einem japanischen Arzt, der eine Art Silikonstöpsel entwickelt hat, welcher rachenseitig in die Tube gesetzt wird, damit sie geschlossen ist. Dazu habe ich noch nichts weiter gefunden. Vielleicht kann man in Zukunft mehr dazu lesen.

    • Hallo Anne,
      vielen Dank für Deinen interessanten Kommentar. Das mit den Nährstoffen könnte durchaus hilfreich sein. Jedenfalls klingt es nach Deiner Beschreibung irgendwie logisch. Ich glaube, ich werde mir das mit dem Multivitaminsaftkonzentrat auch mal genauer ansehen. Ein Versuch ist es wert. 🙂
      Dass es in Deiner Schwangerschaft nicht mehr so richtig hilft, tut mir leid. Zumindest ist dann die Hoffnung sicher da, dass es sich nach der Schwangerschaft wieder bessert. Ich drück auch Dir die Daumen und wünsch Dir gute Besserung. Mal sehen, ob es zu den Silikonstöpseln tatsächlich noch Erkenntnisse gibt. Bis gespannt.
      Liebe Grüße
      Sabine

  • Hallo ihr, auch ich kenne diesem Problem. Ich habe in meiner ersten Schwangerschaft das Problem gehabt, beidseitig, und das ließ irgendwann wieder nach. Vor 1-2 Jahren hatte ich eine turbulente Zeit, viel Stress und das linke Ohr setzte sich ab und an mal zu, seit ca. 6 Monaten eigentlich den ganzen Tag. Morgens, abends und nachts ist alles okay. Tagsüber sitze ich am Rechner und zack, linkes Ohr geht zu. Auch ich habe festgestellt, dass sich eine Zeit lang hinlegen oder nach vorn beugen hilft, aber meist nur kurzfristig. Myofaciale Therapie habe ich auch schon hintermir, half auch … aber nur kurzzeitig. Am nächsten Tag war es wieder da. Ich habe immer starke Verspannungen in Nacken und Hinterkopfbereich. Auch mein HNO meinte, bei dem Problem klaffene Tube könne man nicht so viel machen. Derzeit mache ich Osteopathi. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, denn es nervt ganz schön. Ich werde mal öfters auf dieser Seite schauen, ob hier jmd schreibt, was ihm geholfen hat. Da bin ich sehr gespannt.

  • Hallo, heute mal wieder ein Update von mir. Ich habe aufgrund meiner Nackenverspannungen mal wieder einen kleinen Arztmarathon hinter mir. Das Symptom „klaffende Tube“ wurde bei meinem neuen Orthopäden als „zervikaler Tinnitus“ diagnostiziert, verursacht durch eine Überlastung der Halsmuskulatur. Ich bekomme jetzt Akkupunktur. Ich halte euch auf dem Laufenden, ob das was gebracht hat. Passt also zum obigen Kommentar bezüglich Nackenverspannungen.

  • Hallo Zusammen, will mich hier auch noch mal zum Thema „klaffende Tube“ einbringen. Die Auslöser für das Problem sind, nach meinen festen Überzeugung, Verspannungen von Hinterkopf, Nacken und Schultermuskulatur! Diese in den Griff zu bekommen ist aber nicht so einfach, weil man, automatisch immer wieder die gleiche Fehlhaltung einnimmt die diese Verspannungen auslöst. Beispiel: „Beim Joggen läuft der Läufer eine Steigung hoch und streckt dabei den Oberkörper samt Kopf in die Höhe. Dabei verspannt er automatisch seine Oberkörpermuskulatur und dabei auch Hinterkopf, Schulter und Nacken“! Spätestens dann setzen die Probleme der „klaffenden Tube“ ein, jedenfalls ist das bei mir so! Darum versuche ich, nach so vielen (58) Jahren der Problematik, die Muskulatur in diesem Bereich weich zu halten. Das gelingt mir am besten Abends, vor dem Einschlafen mit einem Heizkissen, auf das ich etwa 30 Min. Hinterkopf, Nacken und Schulter liege. Das dabei ein wirklich gut stützendes Kopfkissen wichtig ist, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Für mich ist das kein (sogenanntes) Nackenstützkissen, sondern ein Kissen mit einer Füllung (Schurwolle) die sich immer wieder neu Aufschütteln lässt! Über Nacht kann sich anschließend der Bereich entspannen und wenn man Glück hat, geht es einem am nächsten Tag mal etwas besser. Nach meiner Erfahrung bringt diese Maßnahme aber wirklich nur dann etwas, wenn anschließend eine längere Bettruhe folgt Bei einer Erwärmung ohne Bettruhe, also über Tag, verspannt sich dieser Bereich meistens wieder schnell, weil er durch die Wärme zu weich geworden ist. Also, liebe Mitleidenden probiert es mal aus. Viel Erfolg wünsch Euch allen
    Hexagon.
    P.S. andere Tipps siehe Oben!!

  • Hallo an alle, die schon geschrieben haben!

    Schon sehr sehr lange suchte ich – bisher vergebens – nach Infos/Austausch für Sängerinnen mit Autophonieproblemen.
    Ich bin endlich (unendlich glücklich) auf diese Seite gestoßen und möchte über meine persönlichen Erfahrungen berichten. Zu meiner Person: mehrere Jahrzehnte (gut 40 Jahre) singe ich bereits: solistisch und in verschiedenen Chören. Privat nehme ich insgesamt schon gut 20 Jahre klassischen Gesangunterricht. Regelmäßig absolviere ich Auftrittstermine verschiedenster Art.

    Erstmalig traten meine Autophonie-Begleiterscheinungen vor ca. 10 Jahren nur am Wochenende auf, habe ich in Erinnerung. Ich bildete mir damals ein, daß es durch leichte Unterkühlung (im Schlafanzug am Frühstückstisch) hervorgerufen wurde. Die Nase lief ein bißchen und wurde dann von mir extra oft geputzt, weil ich dachte, mein linkes Ohr funktioniert dann wieder normal. Half aber nicht. Meistens hielten die Beschwerden im linken Ohr bis zur Mittagszeit an.
    Oft klaffte die Tube plötzlich auf, wenn ich mich (erziehungstechnisch) über die Kinder aufregen mußte, dann meinte ich, daß es wohl eine Streß-Begleiterscheinung sei.
    Manchmal hielten die Ohrprobleme über Wochen tagsüber ununterbrochen an, was zum Beispiel bei Chorwochen echt lästig war.

    Kein anderer Mensch, den ich kenne, versteht wirklich mein Problem; das ist für mich auch ein großes Problem!
    Ein einziger HNO-Arzt konnte mir sagen, was ich habe (ohne Lösungsansatz), seitdem kann ich es aber wenigstens benennen, und das auch erst seit ca. 2 Jahren…
    Irgendwo im Internet las ich, daß der Grund ein Blutdruckverteilungsproblem sei. Im Kopf sei der Druck dann zu gering, deshalb klafft die Tube. Das Hinlegen bringt den Druckausgleich/Blutzirkulationsausgleich, so habe ich es verstanden.

    Wenn ich zu Hause bin, lege ich mich meist für ein paar Minuten auf die linke Seite, das hilft dann mal länger mal kürzer… Unterwegs hilft mir nur: nächste Toilettenbox aufsuchen, den Kopf nach unten halten, bis die Wirbel hörbar ausrenken, dann habe ich manchmal für kurze Zeit etwas Entspannung im linken Ohr.

    Noch eine Methode, die ich im Internet las und die auch gut anwendbar ist, da unauffällig:
    den Unterkiefer nur locker fallen lassen und dann ganz langsam und ganz sanft von links nach rechts hin und herbewegen. Insgesamt höchstens 1 cm. Diese Bewegung hilft mir gut und ist auch meist erfolgreich!!!

    Insgesamt kann ich berichten, daß die Autophonie meist am Abend nicht mehr oder nur sehr selten vorhanden ist.

    Was ich noch bemerkt habe: wenn ich starke Schmerzen (z. B. Kopfschmerzen) habe und deswegen Schmerzmittel einnehme, sind die Autophonie-Begleiterscheinungen oft mit verschwunden, solange das Schmerzmittel wirkt. (Aber das kann ja keine Langzeit-Lösung sein!!!)
    … Doch kurz vor Solo-Auftritten nehme ich jetzt trotzdem manchmal eine geringe Dosis (z. B. 200 mg ASS oder 200 mg Paracetamol).

    • Hallo Susine,
      vielen Dank für Deinen Bericht. Das mit dem Kiefer fallen lassen und den Schmerzmitteln werde ich auch mal bei mir beobachten. Bei mir hat es zurzeit tatsächlich etwas nachgelassen. Ich habe bestimmt 3 oder 4 Kilo zugenommen (was ich an meinen Hosen merke) und glaube, dass sich dadurch auch etwas verändert hat. Außerdem habe ich beobachtet, dass meine Tube eher klafft, wenn der Unterkiefer verspannt ist und ich ihn beim Singen (falsch) nach vorn schiebe. (Ich vermute, diese Angewohnheit stammt aus der Zeit, wo ich als Kind eine feste Zahnspange mit Außenbügel am Kopf hatte, die den Unterkiefer nach vorne schieben sollte, da ich einen Überbiss hatte.) Ich freue mich jedenfalls sehr, dass wir uns alle als Betroffene hier finden und austauschen können. Dadurch werden mir kleine Details noch bewusster und ich kann auch bewusster reagieren. Viele Grüße, Sabine

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