Nachgefragt bei Guido Frisch

Guido Frisch ist ein Songschreiber, Komponist und Sänger aus Dessau. Er spielte in verschiedenen Bandformationen und schrieb diverse wundervolle Songs. Nun hat er sich eine weitere Herausforderung als Ziel gesetzt und arbeitet daran, ein Theaterstück auf die Bühne bringen, was er bereits geschrieben hat. Die instrumentalen Stücke gehen in die Richtung Ethno- oder Worldmusik, seine Songs dagegen sieht er im Bereich Folk und Alternativ. Im Interview erfahren wir unter anderem etwas über seine musikalische Vorgeschichte, und zu seiner Arbeitsweise verrät er:

„Ich arbeite in zwei Richtungen: die eine, das sind Kompositionen, die ausschließlich instrumental sind, wie z. B. zurzeit für ein Theaterstück – und die andere, das sind Songs, die für den Live-Gebrauch geschrieben werden.“

Guido Frisch

© Foto: Sabine Graichen

10 + 1 Fragen an Guido Frisch

1. ) Seit wann bist du musifiziert?

Guido Frisch: „Ich glaube „Musik-infiziert“ bin ich, seit die ersten Melodien aus meinem Mund purzeln konnten. Mir fiel es immer leicht zu singen und so hatte ich schon als Kind den ein oder anderen Spontanauftritt bei Familienfeiern. Später folgten Pionierchor und Schulchor. Meine erste ernsthaften Erfahrungen machte ich mit 16/17 Jahren im Madrigalchor Dessau unter der Leitung von Anneliese Schiffmann. Bei ihr hatte ich auch meine gesangliche Grundausbildung, die ich mit 19 Jahren abbrach, als ich in den westlichen Teil Deutschlands zog.“

2.) Womit fängst du beim Songwriting an?

Guido Frisch: „Bei mir gibt es sehr unterschiedliche Ansätze für das Songwriting und das Komponieren. Manchmal interessiert mich ein Thema so sehr, dass ich es in einem Song oder Musikstück verarbeite. Hier lege ich mir eine Geschichte zurecht und entwickle dazu Bilder und Farben. Diese Bilder werden miteinander verbunden und somit ist eine gewisse Dynamik und Stimmung angelegt. Das Ganze wird dann in Töne und Atmosphäre umgewandelt. Beats, Soundideen und Melodien entwickeln sich daraus.

Im anderen Fall gibt es ein Gefühl oder eine Stimmung, die so schön oder interessant ist, dass ich sie einfangen möchte. Dann entsteht das Songwriting aus dieser Stimmung. Die Stimmung wird ausgebaut und variiert, bis eine Struktur entsteht. Meistens verwende ich beim Songwriting eine dreier Struktur (A-B-C-Teil), bei der sich die Teile in unterschiedlichen Konstellationen abwechseln.

Bei beiden Ansätzen können Grundideen an der Gitarre aber auch am Piano entstehen. Der Text, wenn es einen gibt, wird zum Schluss geschrieben. Ich schreibe den Text größtenteils auf die Melodie.“

3.) Wie ist dein erstes bzw. letztes Album entstanden?

Guido Frisch: „Mein erstes Album trägt den Namen „Homeland“ und ist in Homerecording entstanden. Ich habe in ihm meine Irland Erlebnisse verarbeitet. Im Album wurde ausschließlich mit Samples gearbeitet. Es ist im Zeitraum von 2014 bis 2016 entstanden, jedoch habe ich es nicht veröffentlicht. Ein Stück aus diesem Album mit dem Namen „Lady Louisas Walk“ habe ich inzwischen veröffentlicht, es ist in den einschlägigen Online Music Stores zu haben.“

4.) Mit welchen Programmen arbeitest du & womit nimmst du auf?

Guido Frisch: „Da ich kein großer Ausprobierer bin, wenn es um Werkzeug geht, habe ich schon recht zeitig Cubase von Steinberg benutzt. Als Sampleplayer benutze ich das PLAY Advanced Sample – System von East West Sounds.“

5.) Was tust du, um Leute auf deine Werke aufmerksam zu machen?

Guido Frisch: „Ehrlich gesagt sehr wenig. Ich bin nicht wirklich gut im Promoten meiner eigenen Stücke. Ich habe natürlich eine Webseite und habe schon einige Versuche im Netz angestellt um meine Musik unter die Leute zu bringen, aber mehr als Versuche hat es nicht gegeben. Ich könnte mir hier gut eine Zusammenarbeit mit Leuten vorstellen, die etwas davon verstehen.“

6.) Um welche Aufgaben kümmerst du dich noch selber und was übernehmen deine Kollegen oder ggf. professionelle Partner?

Guido Frisch: „Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich schon ein Eigenbrötler und kümmere mich um alles selbst. Da ich in den verschiedenen Aufgaben unterschiedlich begabt bin, ist das Ergebnis natürlich auch nicht optimal. Und ehrlich gesagt gibt es Aufgaben, die mir gar nicht liegen. Wie schon im vorherigen Punkt erwähnt, würde ich gern mit anderen Leuten zusammenarbeiten.“


– Anzeige –

7.) Dein bisher schönstes Musiker-Erlebnis oder dein größter Erfolg:

Guido Frisch: „Oh, da gibt es eine ganze Reihe schöner Erlebnisse. Eines das sich aber richtig eingeprägt hat, war eine sehr spontane Improvisation auf einer Bühne beim Karneval der Kulturen in Berlin. Und nicht zu vergessen, die Konzerte mit dem Madrigalchor Dessau.“

8.) In wie vielen Bands / Musikprojekten hast du bisher mitgewirkt?

Guido Frisch: „Ich glaube, es sind 6 oder 7.“

9.) Hast du eine musikalische Ausbildung genossen? Wenn ja, welche?

Guido Frisch: „Wie bereits gesagt, bekam ich eine gute Grundausbildung im Gesang. Aber ich denke, eine Stimme wächst auch mit dem was und wie man singt. Ich hatte als Kind Gitarrenunterricht, der aber nicht viele Spuren hinterlassen hat. Die Kenntnisse, die ich habe, habe ich mir im Selbststudium oder durch Bandkollegen angeeignet.“

10.) Welchen Tipp hast du für junge Musiker und Bands?

Guido Frisch: „Seid kreativ, schreibt eure Songs selbst und habt Spaß dabei. Jedoch solltet ihr euch darüber Gedanken machen, was ihr mit eurer Musik erreichen wollt und wie viel ihr bereit seid, dafür zu geben. Gerade in einer Band sollte jedes einzelne Bandmitglied das auch äußern, um sich Enttäuschungen zu ersparen. Weiterhin hat alles seine Zeit, was heißen soll, dass es manchmal eben etwas dauert, bevor sich ein gutes Ergebnis einstellt. Und als Drittes, wenn ihr die Musik wirklich liebt, hört nie auf, euren Traum leben zu wollen. Freut euch über jeden Auftritt, jedes Konzert und jede Jamsession. Lebt euch aus! Egal wie alt ihr gerade seid.“

Zusatzfrage: Was wolltest du schon immer mal von anderen Musikern wissen?

Guido Frisch: „Was mich interessieren würde und gerade bei den erfolgreichen Musikern: Kennt ihr die Momente, wo man an allem zweifelt, was man je gemacht hat? Und wenn dies eintritt, wie motivieren sich die Profis und Erfolgreichen der Branche wieder, um begeistert Musik zu machen. Welchen Spiegel benutzt ihr, um euch wieder real zu sehen?“

Vielen Dank für das Interview an Guido Frisch. Mehr über ihn und seine Musik erfährst du unter folgendem Link.

Weblink:

www.guidofrisch.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.